Weil der japanische Aktienmarkt insgesamt nach einem 20-jährigen De-Rating verhältnismäßig günstig bewertet ist und attraktive Firmen, die von der Digitalisierung profitieren dort zu finden seien, setzt Laure Négiar in ihrem rund €700 Millionen großen Comgest Monde-Fonds auf ein massives Übergewicht von Japan.

Insgesamt sind derzeit 24% in Japan investiert. Das ist im Vergleich zur Benchmark, dem MSCI World, ein Übergewicht von 16 Prozentpunkten. Außerdem sind sechs der Top-zehn-Positionen in Japan allokiert.

„Japan war bis 2012 ein Bärenmarkt. Viele Investoren haben ihre Position über die vergangenen Jahre in Japan reduziert und haben ebenfalls Analysten abgezogen und Büros in Tokio geschlossen. Wir haben hingegen unsere Präsenz in Japan verstärkt und profitieren nun von diesem Research und unserer Präsenz direkt vor Ort, der uns direkte Alphapotenziale eröffnet“, sagt Négiar im Gespräch mit Citywire Deutschland.

So würden im Schnitt 23 Analysten pro Aktie im S&P 500 agieren. In Japan sind es hingegen nur zwei Analysten pro Aktie im MSCI Japan. 

Ebenfalls ein Übergewicht hat Négiar in China aufgebaut. Das Exposure in Schwellenländer besteht derzeit aus rund 23% - davon ist allerdings nahezu alles in China investiert. Diese Positionierung wurde über die vergangenen Monate erhöht und lag beispielsweise im Jahr 2013 bei lediglich 12%.

Ein massives Untergewicht habe Négiar, die mit einem Citywire-Rating von A ausgezeichnet ist, hingegen in den USA. Dort sind derzeit nur 34% allokiert, was ein Untergewicht von fast 20 Prozentpunkten im Vergleich zur Benchmark bedeutet.

Der Comgest Monde-Fonds, den Négiar gemeinsam mit Vincent Houghton und Céline Piquemal-Prade verwaltet, erzielte über die vergangenen drei Jahre bis Ende März 2018 eine Wertsteigerung von 19,7% auf Euro-Basis. Der Durchschnitt im Citywire-Sektor für globale Aktien erzielte im selben Zeitraum eine Wertsteigerung von 8,5%. Damit belegt der Fonds den 73. von insgesamt 695 Plätzen.