Die mögliche Aufnahme von Saudi-Arabien in den MSCI Emerging Market Index treibt fremde und „heimische“ Gelder aus dem Ausland in den Markt, trotzdem gäbe es aktuell politische und ökonomische Risiken meint AAA-Fondsmanager Akhilesh Baveja von Charlemagne Capital.

„Das MSCI-Kapitel mit Saudi-Arabien hat bereits begonnen und wir verzeichneten eine Menge Zuflüsse in den Markt, obwohl die Aufnahmeentscheidung ein zweijähriger Prozess ist, der erst im Mai und August 2019 abgeschlossen sein wird,“ so Baveja und ergänzt: „Eine Menge Gelder der saudi-arabischen Family-Offices im Ausland werden zudem in die Heimat zurückfließen.“

Baveja setzt mit seinem Partner Sharat Dua, der mit einem Citywire-Rating von AA ausgezeichnet ist, in seinem Fonds Charlemagne Magna MENA R EUR auf einen Stock Picking Ansatz mit 30 bis 50 Einzeltiteln. Hierbei ist er, Stand Ende Mai 2017, zu etwa 53% in Saudi-Arabien investiert und hat ein Volumen von etwa €29 Millionen. Als Benchmark dient der S&P Pan Arab Composite Index, welcher zu 50% auf Investments aus Saudi-Arabien setzt. Die aktuelle Korrelation wäre rein zufällig, da die Investmentstrategie auf reines Stock Picking setzt.

„Unser Fonds hat seit Auflage zu 35% bis 65% in Saudi-Arabien investiert und wir können den Anteil auf 80% erhöhen“, erklärt Baveja.

Baveja hat drei Jahre in Saudi-Arabien gelebt bevor er nach London kam. VAE mit 18,8%, Ägypten mit 15,1 und Kuwait mit 11,4% gehören ebenfalls zur Fondsgeografie.

MSCI Upgrade: Gute Zeiten für Stock Picker

Insgesamt erwartet Baveja durch das Upgrade gute Zeiten für Stock Picker, da die aktiven Zuflüsse aktuell drei Mal größer sind als die passiven und das Kapital günstiger werden könnte.

„Der Markt wird für immer mehr Investoren attraktiver, weil es ein großer Markt ist, der noch mehr als selbstverständliches Investment mit der Aufnahme in den MSCI angesehen werden wird. Dafür sind etwa 30 Unternehmen qualifiziert. Auch der gesamte arabische Raum wird davon profitieren“, sagt Baveja.

MENA Risikofaktoren 

Hinsichtlich der aktuellen Krise Saudi-Arabiens mit Katar erwartet Baveja schwierige Verhandlungen und sieht zudem ökonomische Risiken.

„Der aktuelle Ölpreis ist nicht gut für die Region, die Senkung der Staatsausgaben in Saudi Arabien war richig, aber ich erwarte Hürden bei der Erhöhung staatlicher Investitionen, wenn der Ölpreis sich normalisiert“, so Baveja.

Der Charlemagne Magna MENA R EUR Fonds erzielte über die vergangenen drei Jahre bis Ende Mai 2017 eine Wertsteigerung von 53,7% auf Euro-Basis. Der Durchschnitt des Citywire-Sektors für Aktien im Mittleren Osten & Nordafrika liegt im selben Zeitraum bei 2,2%. Damit hat der Fonds die Spitzenposition unter zwölf Fonds im selben Zeitraum inne.