James Clunie, Head of Strategy Absolute Return bei Jupiter AM, hält es für wichtig, die Möglichkeit einer Veränderung des Marktregimes 2018 in Betracht zu ziehen und Maßnahmen offen gegenüberzustehen.

„Unsere Strategie besteht deshalb darin, sich gegen die vorherrschende Tendenz der Märkte ‚aufzulehnen‘ und moderate Positionsgrößen zu wählen sowie in Bezug auf neue Informationen und Storys zu Aktien mit Bedacht und nicht überstürzt zu handeln“, so Clunie in einem aktuellen Marktkommentar.

Er setzt auf diese Strategie vor dem Hintergrund, dass es grundsätzlich „schmerzhaft“ sei gegen einen spätzyklischen Markt zu wetten, da dabei oft Exzesse enstünden und die Aktienkurse möglicherweise völlig unrealistische Erwartungen widerspiegeln würden. Die Strategie könne dabei helfen, Unter- und Überreaktionen auf Veränderungen zu vermeiden.

„Es bedeutet außerdem, dass wir unsere ursprünglichen
Ansichten zu einer Position ständig überprüfen sowie den Wert neuer und alter Informationen vorsichtig abwägen. Wir gehen davon aus, dass unsere Strategie davon profitieren dürfte, wenn andere Marktteilnehmer ein größeres Risikobewusstsein entwickeln würden“, ergänzt Clunie.

Hintergründe zum Marktregimewechsel

Clunie sieht den aktuellen Markt durch Not statt durch Gier bestimmt. Die Not auf Grund des Niedrigzinsumfeldes wirke sich auf diverse Assetklassen aus.

„Seit Jahren sind Pensionsfonds gezwungen, anleiheähnliche Vermögenswerte zu finden, durch die sie ihre langfristigen Verbindlichkeiten abdecken können. Auch ETFs und Indexfonds sind
unfreiwillig – und unabhängig vom Preis – zu Assetkäufern mutiert, da sich die Anleger zuletzt scharenweise auf diese Fonds gestürzt haben“, erläutert Clunie.

Nun, da sich die Fed und die Notenbanken in Großbritannien und
Europa nach Jahren der quantitativen Lockerung und Niedrigzinsen langsam von ihrem Stützungsmaßnahmen zurückziehen, scheine es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis einige dieser Schwächen offen hervortreten.

„Es gibt noch andere Hinweise darauf, dass sich in den Märkten Risiken aufbauen könnten: die spekulative Leidenschaft für die Internetwährung Bitcoin zum Beispiel oder die jüngsten Exzesse am Kunstmarkt.“

Quantitative Vorzeichen für Turbulenzen

Zudem sei der State Street Turbulence Index mittlerweile auf einem extrem hohen Niveau. Dies deute darauf hin, dass sich die Vermögenswerte derzeit untereinander in einer Weise bewegen würden, die im Vergleich zu historischen Verhaltensmustern ungewöhnlich sei.

„Wenn dieser Indikator einen hohen Wert anzeigt, wäre es für Anleger somit vielfach sinnvoll zu überlegen, weniger Risiko einzugehen“, so Clunie mahnend.