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Aufwand zum Erhalt der 32er-Lizenz: „Angebot an unabhängiger Vermögensverwaltung wird sinken“

Aufwand zum Erhalt der 32er-Lizenz: „Angebot an unabhängiger Vermögensverwaltung wird sinken“

Aufgrund der bestehenden und unter MiFID II noch weiter steigenden Regulierung werden immer mehr Vermögensverwalter ihre 32er-Lizenz der BaFin aus Kostengründen abgeben. Zeitgleich werden immer weniger Unternehmen eine neue Lizenz beantragen. Das ist die Meinung von Björn Siegismund, Vorstand und Chief Investment Officer von Laransa Private Wealth Management.

„Das wird das Angebot an unabhängiger Vermögensverwaltung insgesamt in Deutschland verringern. Leidtragender ist dabei vor allem der Kunde“, so Siegismund im Gespräch mit Citywire Deutschland.

„Vieles erscheint überdimensioniert“

Der Vermögensverwalter aus Berlin weiß, wovon er spricht: Unlängst hat sein Unternehmen die 32er-Lizenz der BaFin erhalten. Der Aufwand, die Dauer und die Kosten zum Erhalt dieser Lizenz seien allerdings enorm.

„Die Anforderungen zum Erhalt der Lizenz sind sehr hoch und hinsichtlich der Organisationsgröße wenig differenziert. Für sehr große Organisationen mit einigen hundert Mitarbeitern mögen manche regulatorischen Anforderungen sinnvoll sein, für die vielen eher kleinen bis mittelgroßen Vermögensverwaltungen erscheint doch vieles überdimensioniert“, erklärt Siegismund.

Sein Unternehmen habe sich vor rund zwei Jahren für den Schritt zu einer eigenen 32-KWG-Lizenz und zur Kündigung des Haftungsdaches entschlossen. „Mit der neuen Lizenz wird die Vermögensverwaltung für unsere Mandanten einfach noch maßgeschneiderter und komfortabler.“

Über 16 Monate bis zur Lizenz

Im Vorfeld zur Beantragung der Lizenz habe man sich rund neun Monate darum bemüht, alle nötigen Unterlagen zusammenzutragen und Gespräche mit der Bundesbank zu führen. „Alles bevor wir unseren Lizenz-Antrag gestellt haben.“ 

Am ersten Tag des Jahres 2017 wurde dann der offizielle Antrag an die BaFin gestellt. Bis die Laransa final die 32er-Lizenz erhalten hat, vergingen allerdings noch etwa sieben weitere Monate. Siegismund blickt zurück: „Der Aufwand war enorm und wir haben mehrere hundert Seiten Papier produziert…“

Der Berliner Vermögensverwalter zeigt sich insgesamt sehr skeptisch. Dieser große Aufwand führe zu unnötig hohen Kosten und Ressourcenverbrauch. „Für uns als Tochterunternehmen der Comvest Holding und einer bereits bestehenden Kundenbasis waren die entstehenden Kosten keine Eintrittsbarriere“, so Siegismund. 

Wenn ein Unternehmen aber alleine und ohne ausreichende Kundenbasis starten möchte, werde es sehr schwer. „Nach meiner Einschätzung lohnt sich der aufsichtsrechtliche Aufwand für die KWG-Erlaubnis erst ab einem Bestandsvolumen von mindestens €50 Millionen.“

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