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Barings Equity Chef setzt trotz Krise auf China

Barings Equity Chef setzt trotz Krise auf China

Trotz fallender Aktienkurse und phasenweiser Panik-Stimmung an den chinesischen Börsen: Jean-Louis Scandella, Head of Equities bei Barings, setzt weiter auf chinesische Unternehmen und trotzt damit der China-Krise.

Fast 37% der Investitionen seines €348 Millionen schweren Baring Global Emerging Markets-Fonds liegen in China. Das ist im Vergleich zur Benchmark, dem MSCI Emerging Markets-Index, ein Übergewicht von rund 12%.

Doch trotz dieses hohen Exposures und den derzeit wachsenden Sorgen nach erneuten Kursstürzen um mehr als 8% an der Börse in Shanghai, ist Scandella zuversichtlich. „Unsere Investitionen wurden als der Markt in die Höhe ging nicht überbewertet und als die Krise kam, sind sie nicht zusammengebrochen“, sagt er. Der Fokus auf einzelne Unternehmen reduziere das Risiko das von makro-ökonomischen Krisen ausgehe.

Dabei streicht der Schwellenland-Experte vor allem zwei chinesische Unternehmen heraus: Die Kartenzahlungs-Firma Pax und den Computer-Hersteller Lenovo. Derzeit investiert Scandella 3% des Portfolios in Pax, das Geräte für bargeldloses Bezahlen herstellt. „Pax hat derzeit noch Mid-Cap-Format, ist weltweit aber bereits der drittgrößte Player in seinem Segment“, erklärt Scandella.

Der Baring Hong Kong China-Fonds, mit einem Volumen von €2,2 Milliarden, den Scandella als Head of Equities strategisch überblickt, hat während des „China Crash“ vom 10. Juni bis 2. Juli lediglich 2% nachgegeben. Der Shanghai A-Index ist im gleichen Zeitraum um 23% abgestürzt. Das hat der Fonds auch der Investment-Strategie des Franzosen zu verdanken.

Unternehmen finden, die zu Large Caps werden

Wachstum ist für Scandella der zentrale Punkt in seiner Strategie. „Ein Unternehmen muss mindestens ein Wachstum von 10 Prozent für die nächsten fünf Jahre aufweisen“, beschreibt , seine goldene Investment-Regel. Dabei dürfe das Wachstum aber nicht die 20%-Marke übersteigen. Denn dann seien Investments zu teuer. Der Schwellenland-Experte fügt hinzu: „Wachstum ist immer wichtiger als Bewertung.“

Scandella, der seit Januar 2015 den -Fonds mit einem Volumen von €348 Millionen gemeinsam mit Isabelle Irish und William Palmer verwaltet, sagt: „Wir wollen Unternehmen finden, die verhältnismäßig günstig sind, aber aufgrund eines guten Wachstums innerhalb von drei bis fünf Jahren deutlich an Wert gewinnen. Deswegen investieren wir bewusst in Small oder Mid Caps, die die Aussicht darauf haben, zu Large Caps zu werden.“

Jean-Louis Scandella (r.) hat die Strategie bei Barings stark verändert

Aber wie macht Scandella ein Quality GARP aus? „Rückblickend kann man natürlich leicht sagen, welche Investitionen Sinn gemacht haben und Quality GARPs sind. Der Clou an der Sache ist aber, dass man die Unternehmen mit Potential identifiziert, bevor sie anwachsen und einen  guten Wert vorweisen“, erklärt Scandella. Deswegen verringerte und konzentrierte der Franzose die Positionen im Portfolio von über 100 auf derzeit 42. „Um lohnenswerte Investitionen zu finden, haben wir die Anzahl pro Unternehmen für jeden Analysten auf 25 reduziert. Unser Ziel ist es, die Unternehmen besser zu kennen als der Markt“, sagt Scandella.

„Ein Portfolio aus Überzeugung“ 

„Außerdem haben wir den Active Share-Anteil auf über 85 Prozent hochgeschraubt", sagt Scandella zu dem Anteil der Aktien in seinem Portfolio, die sich von den Aktien im Benchmark-Index unterscheiden. „Das ist sehr viel, und somit ist es ein Portfolio aus Überzeugung“, streicht der ehemalige Comgest-Star heraus. Der vorherige Fondsmanager, Staffan Lindtfeld, habe diese Überzeugung nicht gehabt, sei wesentlich vorsichtiger gewesen und folgte deswegen aus Scandellas Sicht zu sehr der Benchmark.

Der Barings Emerging Markets-Fonds kriselt seit geraumer Zeit und liegt seit Juni 2012 deutlich unter der Benchmark. Bis Ende Januar 2015 verlor der Fonds 5,9% in den letzten drei Jahren in US-Dollar. Die Benchmark, der MSCI EM TR USD, gewann im gleichen Zeitraum 2,8%. Das soll sich unter Scandella, dem Jäger der wachstumsträchtigen Mid-Caps, und seine einschneidenden Maßnahmen langfristig ändern. 

Scandella hat nach seiner Fonds-Übernahme zunächst Titel wie Gazprom oder Petro China verkauft. „Das waren sehr gute kurzfristige Entscheidungen. Wie gut sich die Strategie aber wirklich auf die Performance und das Alpha auswirkt, kann man erst in zwei bis drei Jahren sehen“, stellt Scandella klar.

Positive Tendenzen sind jedoch zu erkennen. Seit einem Jahr bringt Scandella seine Ideen in den Fonds ein. In dieser Zeit erwirtschaftete der Fonds 17,6%. Die Benchmark, der MSCI Emerging Markets, konnte im gleichen Zeitraum 17% erwirtschaften.

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