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Barings-Manager: „Frontier Märkte werden eine große Geschichte“

Barings-Manager: „Frontier Märkte werden eine große Geschichte“

Der Barings-Fondsmanager Michael Levy erwartet großes Potential in einigen Frontier Märkten. „Ich sehe in vielen Märkten ähnliche Ausgangspositionen wie vor wenigen Jahren in China. Deswegen denken wir, dass Frontier Märkte eine große Geschichte werden“, sagt er.

„Nigeria beispielsweise hat ein Bruttoinlandsprodukt von rund €500 Milliarden. Ist das ein Markt, den man ignorieren kann? Ich denke nicht“, sagt der Fondsmanager von Baring Asset Management, im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Neben dem nigerianischen Markt, in den Levy etwas mehr als 11% seines Portfolios investiert, interessiert er sich aktuell vor allem für Saudi-Arabien. „Mit einer Gewichtung von 10% ist Saudi-Arabien unser favorisierter Markt im Mittleren Osten. Dort bieten sich viele Möglichkeiten im Bildungs- und Gesundheitssektor“, erklärt Levy, der den Baring Frontier Markets-Fonds mit einem Volumen von €39 Millionen verwaltet.

Hoffnung auf Schüler in Saudi-Arabien

Allen voran empfiehlt Levy für den saudischen Markt das Unternehmen Al Khaleej, in das er 2,8% seines Portfolios investiert. Es bietet Englisch-, IT- und Catering-Kurse an und strebt in den kommenden fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 15% bis 18% an. „Zudem öffnet Al Khaleej neue Schulen. Derzeit gibt es in Saudi-Arabien 5,5 Millionen Schulkinder. Davon gehen nur 55.000 auf private Schulen“, sagt Levy und bezeichnet die Markt-Möglichkeiten als massiv.

Michael Levy (l.) im Interview mit Citywire Deutschland 

Frontier Märkte sind zwar für ihr Wachstum und ihre starke Rendite aber eben auch für ihr hohes Risiko bekannt. Durch die Investitions-Erfahrung von 20 Jahren und einer Bottum-Up-Strategie will Levy dieses Risiko minimieren. „Man muss vorsichtig sein beim Investieren in diese Märkte und die Risiken beziehungsweise die Unternehmen sehr gut kennen. Aber dafür sind die Möglichkeiten hier auch deutlich größer“, sagt er. Rund 70% des konzentrierten Fonds, der aktuell 63 Holdings aufweist, werden aktiv verwaltet.

Zinserhöhung trifft Frontier Märkte nur gering

Den derzeit fallenden Ölpreis sowie die allgemein erwartete Zinserhöhung durch die US-Notenbank sieht er gelassen. „Man muss sagen, dass beide Faktoren einen Einfluss auf Frontier Märkte haben können. Allerdings wird der Einfluss deutlich geringer ausfallen als bei den Schwellenland-Märkten.“

Zum einen profitieren Netto-Öl-Imorteure wie Pakistan vom niedrigen Ölpreis. Zudem gibt ein historischer Rückblick einen nützlichen Hinweis auf US-Leitzins-Effekte: Im Juni 2004 begann die Fed einen stetigen Zinsanstieg in 17 kleinen Schritten über drei Jahre von 1% auf letztlich 5,25%. „Nach der Zinserhöhung 2004 fielen die Frontiers Märkte nur um 3%“, erläutert Levy. Zum Vergleich: Schwellenländer wurden nach Levys Berechnung mit einem Verlust von 20% deutlich stärker getroffen.

 

33% seines Portfolios investiert Levy in „anderen Märkten“ wie Sri Lanka, Vietnam, Ukraine, Botswana, Kambodscha oder Myanmar. Diese Länder sind jeweils mit rund 4% gewichtet und machen insgesamt den größten Teil des Portfolios aus.

Die Performance des von Levy verwalteten Baring Frontier Markets-Fonds war im Jahr 2014 bescheiden und generierte lediglich einen Wertzuwachs von 0,7%. Die Benchmark, der MSCI Frontier Markets-Index steigerte sich hingegen im selben Zeitraum um 7,21%.

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