Melden Sie sich an um unbeschränkten Zugriff zur Fondsmanager-Datenbank von Citywire zu bekommen. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

Besser als gedacht? ETFs in volatilen Zeiten

Ursprünglich waren Indexfonds die einzigen an Börsen notierten Fonds. Mittlerweile werden aber auch viele aktiv verwaltete Fonds an Börsen gehandelt.

ETFs - einfach laufen lassen?

Vielfach wird den börsengehandelten Indexfonds (ETFs) eine Schwäche in volatilen Zeiten nachgesagt. Insbesondere bei heftigen Kursstürzen wären die passiven Produkten auf Gedeih und Verderb dem Markt ausgeliefert, weil ein aktives Management fehle, um Maßnahmen einzuleiten, welche die Gewinne in den sicheren Hafen zu steuern.

Citywire Deutschland hat Verantwortliche von drei Unternehmen, welche ETFs anbieten, gefragt: Inwiefern passive Strategien dennoch krisensicher sind und welche Vorteile für ETFs in volatilen Zeiten sprechen?

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

ETFs - einfach laufen lassen?

Vielfach wird den börsengehandelten Indexfonds (ETFs) eine Schwäche in volatilen Zeiten nachgesagt. Insbesondere bei heftigen Kursstürzen wären die passiven Produkten auf Gedeih und Verderb dem Markt ausgeliefert, weil ein aktives Management fehle, um Maßnahmen einzuleiten, welche die Gewinne in den sicheren Hafen zu steuern.

Citywire Deutschland hat Verantwortliche von drei Unternehmen, welche ETFs anbieten, gefragt: Inwiefern passive Strategien dennoch krisensicher sind und welche Vorteile für ETFs in volatilen Zeiten sprechen?

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Philip Annecke, Head of ETF Distribution Deutschland und Österreich bei J.P. Morgan AM

„Die Formulierung der Frage spiegelt den leider nach wie vor weit verbreiteten Irrglauben wider, ETFs würden zwangsläufig rein passive Strategien nutzen. Sicherlich besteht ein großer Teil der ETF-Welt aus passiven Index-Tracker-Produkten – und diese können Anleger, in Zeiten von Unsicherheiten tatsächlich einem Marktrisiko aussetzen, da sie ja den Markt replizieren. Doch immer häufiger wird der ETF-Mantel genutzt, um Investoren einen liquiden, transparenten und kostengünstigen Zugang zu komplexen alternativen aktiven Strategien zu ermöglichen, die die Auswirkungen schwieriger Marktbedingungen auf Portfolios abfedern helfen können.

Ein Beispiel dafür ist unser JPM Managed Futures UCITS ETF (Ticker: JPMF). Diese alternative Beta-Strategie im ETF-Mantel folgt einem aktiven, systematischen und regelbasierten Prozess, um mittels Long- und Short-Positionen in den Futures-Märkten reines Faktor-Exposure (Momentum und Carry) über Aktien, Anleihen, Währungen und Rostoffe hinweg zu erreichen. Diese Strategie ermöglicht es, in einer Vielzahl von Marktumfeldern Erträge zu erwirtschaften, während sie gleichzeitig die Diversifizierung des Portfolios steigert.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Peter Scharl - Leiter ETF & Index Investing in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei BlackRock (iShares)

„Die Differenzierung zwischen aktiv und passiv entspricht nicht der Realität im Asset Management. Die Anlagelösungen, in denen ETFs zum Einsatz kommen, sind in der Regel aktiv gemanagt. In diesem Zusammenhang tragen ETFs als Portfoliobausteine dazu bei, die Komplexität in der Asset-Allokation zu verringern, die Kosten auf Portfolioebene zu minimieren und damit die Rendite nach Kosten zu optimieren. Das sind Argumente, mit denen sie unserer Ansicht nach langfristig und in jedem Marktumfeld punkten. Daher halte ich es für unwahrscheinlich, dass ein Kurseinbruch am Aktienmarkt zu massiven Abflüssen aus ETFs führt.

Im Gegenteil: Die Erfahrung zeigt, dass Anleger die hohe Liquidität von ETFs in volatilen Marktphasen besonders schätzen, um flexibel auf Veränderungen am Markt reagieren zu können. Das zeigte sich auch beim Marktrücksetzer Anfang Februar 2018: Damals wurde ein Vielfaches des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens an der Börse umgesetzt, wobei es unter dem Strich zu hohen Nettomittelzuflüssen in ETFs kam.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Sascha Specketer - Leiter Invesco ETF Deutschland, Österreich & Osteuropa (PowerShares)

„Generell kann aktives Management in Zeiten hoher Volatilität einen wesentlichen Mehrwert bringen. Ein aktives Risikomanagement setzt jedoch eine hohe Kapitalmarktkompetenz voraus, da vor allem das richtige Timing zum Aufbau und Abbau der Portfolioabsicherung entscheidend ist. Das Format ETF wiederum halten wir auch in Zeiten hoher Volatilität für krisensicher, es verfolgt jedoch ein ganz anderes Ziel. Für Investoren mit einer ‚Driver-Seat Mentalität‘ gibt es so genannte Smart Beta-ETFs, die bei einzelnen Anlageklassen helfen sollen, ein aktiv gemanagtes Portfolio abzusichern. So genannte Low Volatility ETFs etwa können dazu beitragen, Portfolioschwankungen auszugleichen und so langfristig höhere Erträge erzielen.

Die eigentliche Herausforderung für den Investor ist aus meiner Sicht nicht, sich entweder für ‚aktiv‘ oder für ‚passiv‘ zu entscheiden, sondern eine für den eigenen Portfoliokontext geeignete ETF-Strategie zu finden. Aus der großen Auswahl von  ETFs in Europa mit ihren völlig unterschiedlichen Investmentansätzen die für die eigenen Investmentziele richtigen herauszufiltern, ist Aufgabe eines Asset Managers, der Erfahrung sowohl mit aktiven als auch passiven Investments hat und auf beiden Klaviaturen souverän spielen kann.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.