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BMWs Leiter fürs Bankgeschäft: wie man die ultimative Investmentmaschine baut

BMWs Leiter fürs Bankgeschäft: wie man die ultimative Investmentmaschine baut

Nur die wenigsten Investoren würden behaupten, dass die deutsche Stummfilm-Industrie der 1920er Einfluss auf Fondsmanager hat, aber Holger Bachmann ist kein Durchschnittsinvestor.

Der Leiter fürs Bankgeschäft der Finanzdienstleistungsfirma des deutschen Autoherstellers BMW ist zusätzlich ein veröffentlichter Autor und Filmhistoriker, der auch Co-Schriftsteller eines Buches über die kulturelle Auswirkung von Metropolis ist, dem Kino-Klassiker von Fritz Lang aus dem Jahr 1927.

Bachmanns Leidenschaft fürs Kino des frühen 20. Jahrhunderts hat ihm geholfen einen kulturelles Verständnis zu entwickeln, welches  bis in seine tägliche Arbeit reicht und ihn neue Einblicke in Schlüsselkonzepte des Investments gewährte.

„Kulturgeschichte lehrt einen vieles über Mean Reversion, also ist es hilfreich die Beiden zu vergleichen“, sagte er. „Man tendiert dazu gewisse Muster zu finden, wie dass alle Übertreibungen korrigiert werden und diese Resultate sind auch relevant für das Asset Management.“

„Außerdem liegt ein Fokus darauf, wie Personen auf gewisse extreme Ereignisse reagieren und diese repräsentiert werden. Wie Personen manipuliert werden können. Diese Themen werden sehr gut im Kino erforscht und auf den Kapitalmärkten natürlich auch, ein Beispiel dafür ist die Verhaltensökonomik,“ ergänzte er.

Seitdem er 2001 der BMW Bank beigetreten ist, um bei dem Aufbau des Fondsgeschäftes zu helfen, hat diese Hervorhebung des menschlichen Verhaltens und Investierens Bachmanns Fondsselektion, welche er zusammen mit seinen Kollegen Markus Baumgartner und Georg Entfellner durchführt, angetrieben.

Quantitative Modelle sind für aktive Investoren und Alpha-Jäger sinnlos, meint Bachmann, und um ein aktives Multimanagerportfolio aufzubauen, muss dieses von einfachen Konzepten, fern von technischen Daten, geleitet werden.

„Wir haben einen sehr grundlegenden Ansatz, der auf aktiver und flexibler Asset Allokation beruht. Wir glauben nicht an Benchmark-Replikation, oder an technische Systeme, oder quantitative Modelle,“ sagte Bachmann.„Wir denken, dass es immer eine Mean Reversion geben wird. Dies wird Zeit dauern, deshalb tendieren wir in Richtung eines anti-zyklischen Ansatzes.“

Deutsche Technik

Deutsche Automobilfirmen sind beim Bankgeschäft noch einen Schritt weiter gegangen als ihre europäischen Konkurrenten und haben sich in andere geschäftliche Bereiche abgesehen von den üblichen Finanzdienstleistungen getraut.

Die BMW Bank besitz ein gut entwickeltes Einlagengeschäft von €8,7 Millionen, welches Bachmann neben dem Fondsgeschäft leitet, in dem €300 Millionen an Mitteln verwaltet werden.

„Die drei großen deutschen Autohersteller glauben, dass es sehr praktisch ist ein diversifizierten Refinanzierungs-Pool zu haben und dass man sich nicht alleine auf den Kapitalmarkt verlassen kann,“ sagte er.

BMW entschied sich 2001 ein eigenes Fondsgeschäft zu gründen, da die Firma die Auffassung hatte  genug Kunden zu haben-jetzt fast 350 000-um eine Palette an verschiedenen Produkten anbieten zu können.

Bevor Bachmann sich diesem Vorhaben im Hauptsitz des  Autohersteller in München anschloss, arbeitete er vier Jahre lang in verschiedenen Abteilungen von Union Investment, unter anderem im Marketing, Vertrieb und im Team, das für die Auflegung von Fonds verantwortlich war.

Dort lernte er auch seine zwei Lieblingsfondsmanager Christoph Bruns und den mit Citywire A- gerateten Olgerd Eichler kennen, die seitdem die Firma verlassen haben um sich LOYS AG und MainFirst Asset Management anzuschliessen.

„Zu der BMW Bank zu wechseln war eine fantastische Option“, so Bachmann. „Es war eine Chance Dinge mit einer sehr etablierten Firma mit einer geschätzten Marke zu verändern, die eine neue Richtung einschlagen wollten.“

Nachdem er anfänglich seine Managerauswahl über Russell Investments und dann die Sauren-Gruppe abwickelte, brachte Bachmann diese Expertise 2007 ins Haus und verwendet sie seitdem firmenintern.

Die ultimative Selektionsmaschine

Wenn Bachmann erklärt wie er die Manager auswählt  greift er auf ein Argument zurück, auf das sich viele Fondsmanager berufen: „Ein aktiver Fondsmanager wird Ihnen sagen, dass sie das Management der Firma sehen müssen, in die sie investieren. Und gleichermaßen wollen wir mit ihnen (den Fondsmanagern) sprechen, denn für uns sind sie die Firma, in die wir einkaufen,“ sagte Bachmann.

Dieser persönliche Denkansatz ist der Eckpfeiler seines Selektionsprozesses, besonders wenn es um das Auswahl von Alpha-Managern geht.

„Produktspezialisten und Vertriebspersonen haben eine sehr gute Kenntnis, aber man muss die Person treffen, die das Sagen hat,“ erklärte Bachmann. Seine Suche nach outperformenden Managern hat ihn überwiegend zu Boutiquen geführt, bei denen die deutschen Firmen in der engeren Auswahl seiner Favoriten sind.

Sobald er ein Fondsmanager ermittelt hat, der ihm gefällt, so wie Bruns und Eichler von Union Investment, ergreife er die erste Gelegenheit um in sie zu investieren. Jedoch hielten ihn in diesem Fall regulatorische Beschränkungen davon ab in die Union Investment Produkte der Beiden zu investieren.

„Ich habe immer gesagt, dass wenn Bruns alleine loslegt, würde ich in ihn investieren und das habe ich gemacht als er LOYS beitrat. Dann tat Eichler dasselbe und ging zu MainFirst und legte den MainFirst - Top European Ideas A Fonds auf,“ meinte der Fondsspezialist. „Wir waren nicht auf der Suche nach europäischen Aktien, aber sobald wir erfahren haben, dass Olgerd Eichler für Investments verfügbar war, habe ich gesagt, dass wir ihn treffen müssen.“

Bachmanns Hauptaugenmerk auf den einzelnen Fondsmanager bedeutet, dass er ihnen oft zu anderen Firmen folgt und die Anteile aus ihrem alten Fonds verkauft, um in ihr neues Produkt investieren zu können. Dies war auch im Falle des ehemaligen Assenagon Asset Management-Duos Jochen Felsenheimer und Wolfgang Klopfer so.

Die Beiden leiteten erfolgreich Absolute Return Anleihen Produkte, die Bachmann in seinem Portfolio hielt, bis die Beiden die Firma verließen um 2012 ihre eigene Boutique, XAIA Investments, zu gründen.

„Wir stehen in sehr engem Kontakt mit den Fondsmanagern und der Erfolg dieses Fonds ist direkt an sie gekoppelt,“ sagte Bachmann.

In einem weiteren Beispiel erwähnte er Gerd Rendenbach, der vorher einen der größten Anleihen Fonds in Deutschland für Pioneer leitete. Bachmann hielt den Fonds, aber Rendenbach verschwand 2007 von der Bildoberfläche.

Ein paar Jahre später lief er ihm bei einem Unternehmensveranstaltung über den Weg und erfuhr, dass er zu Bayern Invest gegangen war und hat seitdem in seinen neuen Anleihen-Fonds investiert.

Übersetzt von Oliver Howard und Konstantin Riffler

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