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BVI-Kritik: PRIIPs verwirren Verbraucher und „bescheren Fondsbranche Reputationsschaden“

BVI-Kritik: PRIIPs verwirren Verbraucher und „bescheren Fondsbranche Reputationsschaden“

Obwohl die PRIIPs (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products) den Vergleich von Finanzprodukten erleichtern und den Verbraucherschutz auf ein neues Niveau heben sollen, sei dies laut einer Stellungnahme des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) nicht der Fall. „Die PRIIPs führen eher dazu, die Verbraucher falsch zu informieren und der Fondsbranche einen Reputationsschaden zu bescheren“, heißt es von Seiten des BVI.

Zum einen würden die Performance-Szenarien auf historischen Daten basieren. „Die Regulierer glauben, dass man aus der vergangenen Wertentwicklung Prognosen für die zukünftige ableiten kann.“ Angesichts der starken Aktienmarktperformance der letzten Jahre seien solche Prognosen jedoch viel zu optimistisch.

Zum anderen sei die Offenlegung von Transaktionskosten nach der Methode des Einstandspreises aus Sicht des BVI kritisch. „In weniger liquiden Märkten führt diese Methode oft zu falschen, ja sogar negativen Transaktionskosten“, betont BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Nach Schätzungen des BVI würde dies für rund 10% aller Publikumsfonds in Europa im Rahmen von PRIIP gelten.

Falsche Transaktionskosten ab 2020?

Die ESMA begegne jedoch, dass dies nur Einzelfälle seien und dass die Methode grundsätzlich solide sei. Nun liege es am BVI, nachzuweisen, dass Fehler in der ‚arrival-price‘-Methode inhärent sind und häufig vorkommen. Richter ist der Ansicht, dass die ESMA nun bereit sein sollte, mit dem BVI zusammenzuarbeiten, um PRIIPs zu verbessern.

„Wir kennen die ESMA als eine Behörde, der der Verbraucherschutz ein echtes Anliegen ist. Bis dahin muss die für UCITS IV KID geltende Ausnahme um zwei Jahre verlängert werden - andernfalls müssten wir ab Anfang 2020 fehlerhafte Transaktionskosten ausweisen.“

Weder der BVI noch die ESMA wollen die Verbraucher in die Irre führen. „Unser Ziel ist dasselbe - da muss es doch möglich sein, sich über den Weg zu einigen!“, so Richter entschlossen.

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