Die globale Erderwärmung ist nicht erst seit gestern ein zentrales Thema für Politiker auf der ganzen Welt und eine Herausforderung für die Gesellschaft. Aus Sicht vieler Forscher ist die Erderwärmung nicht mehr völlig zu stoppen, sondern nur noch zu begrenzen. Katastrophale Folgen könnten durch eine Überschreitung der Zwei-Grad-Schwelle eintreten.

Unter anderem aus diesem Grund und wegen des gesteigerten ökologischen Bewusstseins der aktuellen Investment-Generation sind nachhaltige und grüne Anlagen in den vergangenen Jahren verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Die investierten Gelder sprechen eine eindeutige Sprache: 2017 wurden 5,2 Milliarden US-Dollar in nachhaltige Produkte investiert – Rekord!

Auch die Auswahl nachhaltiger Publikumsfonds auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Markt ist zwischen 2007 und 2017 massiv gestiegen: von 166 auf 461 Produkte. Allein im vergangenen Jahr wurden bis zum Ende des dritten Quartals 64 neue Fonds im deutschsprachigen Raum aufgelegt und zum Vertrieb zugelassen. Die Auswahl für Investoren wird immer größer.

Aber welche Rolle spielen diese nachhaltigen Produkte bei der Allokation von Investoren konkret? Hat sich die Gewichtung von nachhaltigen Investments in den vergangenen Monaten erhöht? Und wie werden nachhaltige Investments überhaupt definiert? Diese Fragen diskutieren im Folgenden fünf Experten.

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Die globale Erderwärmung ist nicht erst seit gestern ein zentrales Thema für Politiker auf der ganzen Welt und eine Herausforderung für die Gesellschaft. Aus Sicht vieler Forscher ist die Erderwärmung nicht mehr völlig zu stoppen, sondern nur noch zu begrenzen. Katastrophale Folgen könnten durch eine Überschreitung der Zwei-Grad-Schwelle eintreten.

Unter anderem aus diesem Grund und wegen des gesteigerten ökologischen Bewusstseins der aktuellen Investment-Generation sind nachhaltige und grüne Anlagen in den vergangenen Jahren verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Die investierten Gelder sprechen eine eindeutige Sprache: 2017 wurden 5,2 Milliarden US-Dollar in nachhaltige Produkte investiert – Rekord!

Auch die Auswahl nachhaltiger Publikumsfonds auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Markt ist zwischen 2007 und 2017 massiv gestiegen: von 166 auf 461 Produkte. Allein im vergangenen Jahr wurden bis zum Ende des dritten Quartals 64 neue Fonds im deutschsprachigen Raum aufgelegt und zum Vertrieb zugelassen. Die Auswahl für Investoren wird immer größer.

Aber welche Rolle spielen diese nachhaltigen Produkte bei der Allokation von Investoren konkret? Hat sich die Gewichtung von nachhaltigen Investments in den vergangenen Monaten erhöht? Und wie werden nachhaltige Investments überhaupt definiert? Diese Fragen diskutieren im Folgenden fünf Experten.

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Gregor Kuhl - Pax-Bank

Ethisch-nachhaltige Kriterien

Die Pax-Bank ist vor 100 Jahren von katholischen Priestern gegründet worden und berücksichtigt seit jeher auf der Basis des christlichen Menschenbildes ethisch-nachhaltige Kriterien.

Heute sind wir offen für alle Kunden, die unsere Werte teilen. In der Beratung und beim Investment setzen wir aber weiterhin auf die genannten Kriterien. Unsere nachhaltigen Investments sind einerseits Anlagen, in denen aus unserer Sicht kontroverse Geschäftsfelder wie Rüstung oder Waffen sowie Praktiken wie Korruption oder die Verletzung der Menschenrechte ausgeschlossen, andererseits aber auch positive Aktivitäten – etwa Anbieter von Lösungen für Umweltprobleme – gefördert werden. Zu unseren Fondskonzepten zählen neben unseren hauseigenen LIGA-Pax-Fonds sowie Warburg-Pax-Fonds, die wir als Basisanlage ansehen, auch der IIV Mikrofinanzfonds mit direkter sozio-ökonomischer Wirkung. Ferner Konzepte, die Nischenmärkte abbilden, wie der Erste Responsible Bond Emerging Corporate für Unternehmensanleihen aus dem Sektor Emerging Markets oder der Salm Sustainability Convertible für den Bereich der Wandelanleihen.

Ein auf nachhaltige Investments ausgerichtetes Portfolio kann neben dem sozial-ökologischen Wertebewusstsein mindestens die gleiche Performance liefern wie konventionelle Anlagen. Zudem ist das Depotrisiko oftmals niedriger, weil Unternehmen mit besonders hohen Reputationsrisiken gemieden werden.

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Markus Karl - Focus Asset Management

Eine rein nachhaltige Vermögensverwaltung

Bereits seit 1990 beschäftigen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit – damals noch unter dem Titel Umwelttechnologie. 1991 haben wir den ersten Publikumsfonds dazu in Deutschland aufgelegt. Insofern blicken wir auf eine fast 30-jährige Tradition nachhaltigen Investierens zurück; nachhaltige Investments spielen in unserem Haus eine tragende Rolle. Neben einer rein nachhaltigen Vermögensverwaltung setzen wir unsere nachhaltigen Aktien- und Rentenfonds außerdem in unseren traditionellen Vermögensverwaltungsstrategien ein. Nach unseren Beobachtungen spielen nachhaltige Kriterien bei der Vergabe und Verwaltung von Mandaten eine immer wichtigere Rolle. Neben Performance- und Risikoparametern wollen Investoren heute zusätzlich wissen, in welchen Unternehmen ihr Geld angelegt wird. In diesem Zusammenhang wird dann auch der Wunsch an uns herangetragen, in bestimmte Unternehmen eben nicht zu investieren. Wir definieren nachhaltige Investments über Mindeststandards, zum Beispiel produkt- oder prozessbezogene Ausschlusskriterien, sowie einen Best-in- Class-Ansatz unter Ausschluss einzelner Branchen und messen die Wirkungsorientierung (Impact). Dabei stützen wir uns auch auf externes Research anerkannter Anbieter, machen also nicht alles selbst.

Zu einem wesentlichen Teil setzen wir unsere hauseigenen Aktien- und Anleihefonds ein, da wir die Unternehmen, in die wir investieren, ganz genau kennen. Denn neben einer nachhaltigen Einschätzung nutzen wir als wichtigen Faktor die EVA-Methodik für eine Betrachtung der langfristigen Profitabilität eines Unternehmens. Daneben verfügen wir über ein eigenes, für die Auswahl nachhaltiger Investments zuständiges Fondsresearch. Gerne allokieren wir auch den SLI European Corporate Bond Sustainable and Responsible und den Sycomore Selection Responsible-Fonds.

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Ralf Kern - Steyler Ethik Bank

„Ein sehr strenges Profil“

Die Steyler Ethik Bank hat sich zu 100 Prozent dem nachhaltigen Investment verschrieben. Schon bei der Gründung unseres Institutes 1964 haben wir uns verpflichtet, alle Investitionen nach sozialen und ökologischen Kriterien auszuwählen. Die Steyler Ethik Bank hat christliche Wurzeln, daher bauen unsere Nachhaltigkeitsrichtlinien auf den christlichen Grundwerten soziale Gerechtigkeit, Bewahrung des Friedens und Schutz der Umwelt auf. Für die Gestaltung unseres Anlage-Universums nutzen wir Daten von oekom research aus München.

Das Research basiert auf einem absoluten Bestin- Class-Ansatz sowie Ausschlusskriterien. Die konkrete Titelauswahl verantwortet unser Ethik- Anlagerat, der auch Dialoge mit Unternehmen führt, die in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind. Da wir ein sehr strenges Nachhaltigkeitsprofil haben, sind das zurzeit 30 Ausschlüsse für Unternehmen beziehungsweise Staaten: Darunter Atomenergie, Glücksspiel, grüne Gentechnik, Kohle, Militär und Rüstung, Tierversuche und bei Staaten zum Beispiel die Todesstrafe oder Korruption. Beginnend im Oktober 2012 hat die Bank zusammen mit Warburg Invest die Fair und Nachhaltig-Fondsfamilie aufgelegt. Neben einem Mischfonds mit maximal 30 Prozent Aktienanteil sind dies ein reiner Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa sowie ein Rentenfonds mit Beimischungsoptionen von Wandel- und Optionsanleihen.

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Helge Wulsdorf - Bank für Kirche und Caritas

ESG: Roter Faden bei Investments

Nachhaltigkeit kennzeichnet die DNA unseres Bankgeschäfts. Dies zeigt sich darin, dass wir unsere gesamten Assets ethisch-nachhaltig managen. Bereits vor über eineinhalb Jahrzehnten haben wir als erste Kirchenbank begonnen, unsere Geldanlagen aus eigenem Antrieb auf Nachhaltigkeit umzustellen. Mit unserem ethisch-nachhaltigen Kriterienfilter stellen wir uns seitdem den hohen ethischen Anforderungen unserer Kunden aus Kirche, Caritas und gemeinnützigen Stiftungen. ESG (Environment, Social und Governance) ist für uns der rote Faden, der sich durch das gesamte nachhaltige Investment zieht und in den drei Bausteinen Ausschlüsse, Positiv-/Negativ- Screening und Engagement mit einer Kombination verschiedener Strategien umgesetzt wird.

Ethisch-nachhaltiges Investment zielt nicht nur darauf, das Rendite-Risiko-Profil zu optimieren, sondern auch positive Wirkungen für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen und negative Effekte zu verhindern. Wir verstehen Nachhaltigkeit als einen strategischen Risikoansatz, mit dem wir sowohl unsere Reputations- als auch unsere Performancerisiken steuern. Eine breite Diversifizierung über viele Anlageklassen, langfristig wertorientierte Investments und ein anspruchsvolles Nachhaltigkeitskonzept sind die Eckpfeiler unserer drei BKC-Nachhaltigkeitsfonds: BKC Treuhand Portfolio, BKC Aktienfonds und BKC Emerging Markets Renten. Mit diesen Fonds bringen wir unsere christliche Wertorientierung mit dem Ziel einer soliden Ertragserwirtschaftung in Einklang. Darüber hinaus ist die Bank für Kirche und Caritas auch in den Segmenten erneuerbare Energien (unter anderem AREAM, Encavis, Union Investment), Mikrofinanzen (Incofin) und Immobilien (Aachener Grundvermögen, Catella, Safra Sarasin, Union Investment und Vontobel) investiert.

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Joachim Fröhlich - Evangelische Bank

Anlagen im „Magischen Dreieck“

Nachhaltige Investments spielen eine zentrale Rolle sowohl in der Asset Allokation unserer Kunden als auch im Management der Eigenanlagen der Evangelischen Bank. Nachhaltigkeit ist jedoch keine singuläre Entscheidung in einem Produkt beziehungsweise einer Assetklasse. Alle Assets, die vom Investment- Management der Evangelischen Bank für ihre Kunden und für die Evangelische Bank selbst gemanagt werden, müssen Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Mindestens die des Leitfadens für ethischnachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche, der vom AKI (Arbeitskreis Kirchlicher Investoren) in der EKD herausgegeben wird. Darüber hinaus gibt es dezidierte beziehungsweise individuelle Nachhaltigkeitsrichtlinien der Kunden und der Evangelischen Bank selbst. Alle Mandate enthalten zu 100 Prozent Nachhaltigkeitskriterien. Nachhaltige Investments definieren wir entsprechend des Leitfadens wie folgt: Verantwortlicher Umgang mit dem anvertrauten Geld bedeutet, es unter Beachtung des so genannten „Magischen Dreiecks“ in Abwägung der drei ökonomischen Ziele Sicherheit, Liquidität und Rendite anzulegen und sich zugleich mit den Wirkungen der Geldanlagen auf andere auseinanderzusetzen, indem die nicht-ökonomischen Ziele Ethik/Nachhaltigkeit berücksichtigt werden.

Es gilt daher: Geldanlagen sind nach ökonomischen Grundsätzen vorzunehmen. Zugleich ist die Auseinandersetzung mit den Wirkungen der Geldanlage auf Umwelt, Mitwelt und Nachwelt unverzichtbar. Darum sollen Geldanlagen unter Berücksichtigung unserer christlichen Werte auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht erfolgen. Nachhaltigkeit definieren wir daher nicht als eine weitere technische Anlagerestriktion, sondern als Teil des Investmentprozesses. Das macht für uns den Unterschied. Wir investieren nicht in spezielle nachhaltige Produkte, sondern alle Produkte müssen die definierten Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

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