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Direktmandat oder Fonds-Mantel? Frankfurter Vermögensverwalter analysiert Vor- und Nachteile

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Direktmandat oder Fonds-Mantel? Frankfurter Vermögensverwalter analysiert Vor- und Nachteile

Der Frankfurter Vermögensverwalter Jost Weil blickt auf die Vor- und Nachteile von Strategien als Direktmandat oder als Strategie in der Hülle eines Fonds.

„Für viele unserer Kunden ist ein Direktmandat immer die bessere Lösung, da sie quasi bei allen Transaktionen schnellstmöglich informiert sind. Aufgrund der Gleichbehandlung aller Investoren eines Investmentfonds ist dies nur mit einer gewissen Zeitverzögerung möglich. Die Fondsinvestoren können nur börsentäglich die Preisentwicklung verfolgen und über die Gründe spekulieren.

Beim Direktmandat erspart man sich auch die Kosten des Mantels. Auch ist die Umsetzung einer individuellen Anlagestrategie für den Einzelnen im Fonds nicht möglich. Gerade wenn eine persönliche Anpassung der Risikoausrichtung notwendig ist, kann der Investor nur über Anteilsverkauf seine Strategie anpassen.   

Der Mantel hat aber auch seinen Charme: Er senkt doch deutlich die eigenen Kosten des Investors, der gerade keinen großen Aufwand bei der Buchführung und Bilanzierung hat. Die Bilanzierung und steuerliche Behandlung übernimmt die KVG. Dies wird zwar neben der Vergütung der KVG noch zusätzlich dem Fonds in Rechnung gestellt, aber der Investor nutzt zusammen mit seinen Mitinvestoren spürbare Skaleneffekte.

Beim Marktzugang sind die Direktmandate und der Fonds vollkommen gleichberechtigt, da wir die Gleichbehandlung alle unserer Kunden sicherstellen. Gleiches gilt auch für die Kosten der Depotbank. Ab einer gewissen Summe in Direktmandaten sind die Kosten der Depotbank gleich.

Für uns ist der Workflow als „Fondsberater“ zwar etwas anders als bei dem Management von Direktmandaten, aber da heutzutage alles auch elektronisch übermittelt wird, gibt es kaum Unterschiede in der Umsetzungsgeschwindigkeit. Es ist halt einfach nur ein anderer Knopf beim Disponieren zu drücken.

Fonds ein weiterer Kunde neben den Direktmandaten

Aus Sicht vieler Vermögensverwalter gibt es natürlich noch einiges mehr zu bedenken. Für uns stand der spezielle Kundenwunsch einiger Kunden im Vordergrund.

Ob sich ein eigener Fonds lohnt, ist auch noch einfach zu beantworten: Ab €15 bis €20 Millionen sind die Mehrkosten des Mantels aus Sicht des Vermögensverwalters und seiner Investoren angemessen. Fonds deutlich unter €10 Millionen rechnen sich aufgrund der Fixkosten (KVG, Wirtschaftsprüfung usw.) für keinen.

Inwieweit sich weitere Vorteile aus der Sicht eines Vermögensverwalters ergeben, hängt stark von seiner Geschäftsstrategie und seinen Kunden ab. Aus unser Sicht ist der Fonds eigentlich nur ein weiterer Kunde neben unseren Direktmandaten. Wir vertreiben ihn auch weder bei unseren Kunden noch bei potentiellen Kunden. Er ist aber eine Visitenkarte für die Öffentlichkeit, weil jeder seine Wertentwicklung börsentäglich sehen kann.“


Jost Weil ist Geschäftsführender Gesellschafter der Frankfurter Vermögensverwalter Runte Weil & Alt. Weil hat das Unternehmen mit Christoph Runte im Januar 2016 gegründet. Zusammen mit Markus Alt sind sie Geschäftsführer der neuen Vermögensverwaltung. Weil war zuvor Vorstand einer Finanzportfolioverwaltung in Frankfurt und später in einem Family Office. Runte und Alt waren zuvor bei der RSM Vermögensverwaltung tätig. Die drei Geschäftsführer hatten zuvor zehn Jahre bei der Deutschen Bank direkt zusammengearbeitet.

Unlängst startete der Vermögensverwalter den Anleihefonds Markus Alt Rentenstrategie Nr. 1 mit der Anteilklasse I und der Anteilsklasse R. Die Fonds wurden als Reaktion auf Kundenwünsche gestartet, die bestehende Rentenstrategie statt eines Direktmandats in der Hülle eines Investmentfonds zu erhalten, da diese den Buchungs- und Bilanzierungsaufwand scheuen.

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