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„Draghi hat über das Ziel hinaus geschossen”

„Draghi hat über das Ziel hinaus geschossen”

Mario Draghi kann es den Märkten kaum recht machen. Auf der Konferenz im Dezember habe er mit seinem Nischts-Tun die Märkte enttäuscht, wenige Minuten nach der Ankündigung einer Ausweitung der bereits lockeren Geldpolitik, zweifeln einige Marktteilnehmer erneut. Der bekannte US-Ökonom und Ex-PIMCO-Mann Mohamed El-Erian kommentierte in New York: „Die Märkte scheinen wie gewünscht zu reagieren. Die Frage ist nur, wie lange das anhält.“

Dabei hatte Mario Draghi einen ehrgeizigen Plan zur Anfeuerung der Inflationsrate vorgelegt: Den Zinssatz wurde auf ein Rekordtief gesenkt, monatlich werden für €20 Milliarden mehr Anleihen, und auch Unternehmensanleihen, gekauft. Zudem wird die EZB versuchen, den durch niedrige Zinsen verursachten Druck auf die Banken mit neu zu vergebenen Krediten zu beseitigen. Eine Serie von längerfristigen Refinanzierungsgeschäften, sogenannten TLTROs, sollen attraktiver für die Banken sein und diese dazu intensivieren, der Realwirtschaft mehr Kredite zu Verfügung zu stellen.  

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„Draghi hat über das Ziel hinaus geschossen. Wir sind immer noch der Meinung, dass negative Zinsen einfach keine Wirkung haben und die Zinsen weiter in den negativen Bereich zu bringen, ist einfach eine Steuer auf den Bilanzen der Banken“, sagte Mark Dowding, Fondsmanager bei Bluebay, im Gespräch mit Citywire Deutschland nach der Pressekonferenz.

„Die Tür der globalen Geldpolitik schließt“

Zuerst tendierte der Euro nach der Ankündigung stärker, die Aktien und Anleihen waren schwächer. Die Stärke des Euro sei überraschend, so Dowding. Für Skeptiker ist es ganz klar ein Zeichen dafür, dass die EZB an Glaubwürdigkeit verloren hat.

So konnte der ehemalige PIMCO-Chef und Notenbanker-Kritiker Bill Gross sich von einer Äußerung via Twitter nicht abhalten: „EZB – was sie nehmen wollte ist jetzt genommen worden. Die Opportunitäten für weitere negative Zinsen fallen weg. Die Entscheidung war mehr fiskalisch als monetär“, tweeterte Groß auf der Seite seines Arbeitgebers Janus Capital und ergänzte: „Die Tür der globalen Geldpolitik schließt – die Renditen der Anleihen der entwickelten Märkte haben einen Tiefpunkt erreicht.“

Die Bluebay-Portfolios seien für eine Abflachung der Zinskurse positioniert, so Dowding. „Wir sind eher bei längeren Laufzeiten long-positioniert, bei kürzeren Laufzeiten, short. Das hat sich nach der Sitzung gut ausgezahlt.“

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