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Dubiose Geschäfte von rheinländischem Vermögensverwalter? Klage erhoben

Dubiose Geschäfte von rheinländischem Vermögensverwalter? Klage erhoben

Der rheinische Vermögensverwalter Incam beziehungsweise die von der Incam verwaltete Fonds-Spezial-Depot GbR wird wegen dubioser Geschäfte verklagt. Das hat Citywire Deutschland in Erfahrung gebracht.

Nach Informationen, die Citywire Deutschland vorliegen, gibt es vermehrt Anzeichen für ein fragwürdiges Agieren der Geschäftsführung der Fonds-Spezial-Depot GbR, beziehungsweise deren Verwalterin, die Incam. Protokolle der Gesellschafterversammlungen sowie der Gesellschaftsvertrag deuten nach Informationen eines Anwaltes darauf hin, dass bei der Fonds-Spezial-Depot mit der Incam eine Geschäftsführung agiert hat, die selbst an der Gesellschaft gar nicht beteiligt ist. Dies müsste aus juristischer Sicht wegen des Verbots der Fremdorganschaft aber der Fall sein.

Nicht nachvollziehbar sei aus juristischer Sicht auch, wie eine an der Klage gegen die Incam beteiligte Anwaltskanzlei gegenüber Citywire Deutschland bestätigte, dass die Incam für ihre Tätigkeiten als Geschäftsführung regelmäßig entlastet worden ist, obwohl diese in guten Börsenzeiten hohe Verluste für die Anleger des Fonds-Spezial-Depots verursacht hatte.

Die an die Gesellschafter versandten Depotauszüge deuten auf ein dubioses Handeln der Geschäftsführung der Incam hin. Selbst in guten Börsenzeiten wurden den Anlegern Verluste bescheinigt. Ob die Verluste tatsächlich auch entstanden sind oder diese bewusst von der Geschäftsführung nur vorgetäuscht wurden, soll im Verlauf des Gerichtsverfahrens geklärt werden.

In den letzten vier Jahren wies die Incam ihren Anlegern einen Verlust von rund 20% aus. Aus einer seriösen Quelle sei den Klägern jedoch bekannt, dass der Wert der Einlagen innerhalb der letzten vier Jahre tatsächlich um rund 15% gestiegen sei.

Der Vorstand der Incam war vor seinem Engagement beim rheinischen Vermögensverwalter bei der Düsseldorfer New-York-Broker AG tätig. Anfang 2007 wurde bekannt, dass dieses Geldhaus mehrfach Kunden getäuscht und Sparer geprellt sowie einer der beiden Vorstände sich ins Ausland abgesetzt hatte.

Aufgrund dieser Vorgänge hat ein Gesellschafter der Fonds-Spezial-Depot GbR einen Anwalt für Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht aufgesucht. Dieser empfahl unter anderem Einsicht in die Geschäftsunterlagen zu nehmen. Der Anwalt äußerte auch Zweifel daran, ob die Incam überhaupt wirksam zur Geschäftsführung der Gesellschaft bestellt worden sei.

Daraufhin habe der Gesellschafter um die Zusendung entsprechender Unterlagen gebeten, die belegen sollten, ob die Incam überhaupt berechtigt gewesen war, die Geschäftsführung der Fonds-Spezial-Depots GbR zu übernehmen und somit überhaupt berechtigt war, Kundengelder zu verwalten und Fondstransaktionen durchzuführen. Ebenso wurde um Gelegenheit gebeten, Einsichtnahme in die Geschäftsunterlagen nehmen zu dürfen, um zu prüfen, ob eine unseriöse und unredliche Vorgehensweise der Gesellschaft und deren Geschäftsführung nun tatsächlich auch vorliege oder doch alles mit rechten Dingen ablaufe. Die Incam kam der Bitte des Gesellschafters nicht nach.

Nachdem nun über 20 Jahre lang die Incam das Investmentvermögen des Fonds-Spezial-Depots ohne irgendwelche Nachfragen seiner Gesellschafter verwaltet hatte, wurde der um Einsicht bittende Gesellschafter plötzlich ohne Angabe von Gründen zum 30. September 2017 gekündigt und eine Endabrechnung des Wertes seiner Beteiligung übersandt. Dieser Schritt erfolgte unmittelbar vor einer Gesellschafterversammlung, an dem der Gesellschafter auch die Möglichkeit gehabt hätte, Fragen zu stellen, beziehungsweise Einsicht in die Geschäftsunterlagen zu erhalten.

Daraufhin wurde vom Rechtsanwalt des betroffenen Gesellschafters ein Schreiben an die Incam versandt, in dem die Kündigung für unwirksam erklärt und die Richtigkeit der Endabrechnung bestritten wurde. Zugleich wurde mitgeteilt, dass gegen die Incam und die Fonds-Spezial-Depot eine Klage eingereicht werde. Diese Klage ist am 6. November 2017 dem zuständigen Gericht zugestellt worden.

Nachdem die Klage an die Incam zugestellt wurde, wurden offenbar alle noch verbleibenden rund 300 beteiligten Gesellschafter zum 31. Dezember 2017 gekündigt. Ob mit der Klage gegen die Incam auch ein Zusammenhang mit der Rückgabe ihrer § 32 KWG-Lizenz bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht besteht, ist unklar.

Auf Anfrage von Citywire Deutschland widerspricht die Incam den folgenden Ausführungen in allen Punkten.

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