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EZB-Sitzung: Das sagen die Experten zu den jüngsten Entscheidungen

Die EZB hat bekannt gegeben, ihre Anleihekäufe ab Oktober zu halbieren und nur noch €15 Milliarden pro Monat in Staats- und Unternehmensanleihen zu investieren. Der Leitzins hingegen bleibt zunächst unverändert. Was sagen die Experten dazu?

Johannes Müller, Head Macro Research DWS

„Die EZB behält ihren Kurs bei; der EZB-Rat hält sich ein Hintertürchen offen“

„Die EZB bleibt auf der vorsichtigen Seite und will keinen Fehler machen: Es gab keinen offiziellen Beschluss, die Nettoankäufe ab Dezember 2018 zu beenden. Stattdessen hält sich der EZB-Rat ein Hintertürchen offen, indem er weiterhin betont, dass die wirtschaftlichen Daten im Einklang mit der von der EZB zu erwartenden Inflationsentwicklung stehen müssen, um ein Ende der Ankäufe zu beschließen. Dennoch ist die Entscheidung nur aufgeschoben, denn der wirtschaftliche Ausblick bleibt solide, stützt sich auf viele Regionen und die Deflationsgefahren sind gebannt. Der Wachstumsausblick wurde nur marginal angepasst und der Inflationsausblick bleibt unverändert. Auch die Orientierungshilfe bezüglich des Zinsausblicks entspricht den Aussagen aus der letzten Ratssitzung. Eine Entscheidung über die Reinvestitionspolitik blieb der EZB Rat schuldig. Hier müssen sich die Märkte noch gedulden. In der Frage- und Antwortrunde wurde Präsident Draghi mehrfach die Gelegenheit gegeben, unterstützende Worte für Italien zu finden. Davon hat er jedoch abgesehen und betont, dass der Schutz vor spekulativen Attacken nicht die Aufgabe der EZB ist. Fazit: Die EZB behält ihren Kurs bei.“

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Johannes Müller, Head Macro Research DWS

„Die EZB behält ihren Kurs bei; der EZB-Rat hält sich ein Hintertürchen offen“

„Die EZB bleibt auf der vorsichtigen Seite und will keinen Fehler machen: Es gab keinen offiziellen Beschluss, die Nettoankäufe ab Dezember 2018 zu beenden. Stattdessen hält sich der EZB-Rat ein Hintertürchen offen, indem er weiterhin betont, dass die wirtschaftlichen Daten im Einklang mit der von der EZB zu erwartenden Inflationsentwicklung stehen müssen, um ein Ende der Ankäufe zu beschließen. Dennoch ist die Entscheidung nur aufgeschoben, denn der wirtschaftliche Ausblick bleibt solide, stützt sich auf viele Regionen und die Deflationsgefahren sind gebannt. Der Wachstumsausblick wurde nur marginal angepasst und der Inflationsausblick bleibt unverändert. Auch die Orientierungshilfe bezüglich des Zinsausblicks entspricht den Aussagen aus der letzten Ratssitzung. Eine Entscheidung über die Reinvestitionspolitik blieb der EZB Rat schuldig. Hier müssen sich die Märkte noch gedulden. In der Frage- und Antwortrunde wurde Präsident Draghi mehrfach die Gelegenheit gegeben, unterstützende Worte für Italien zu finden. Davon hat er jedoch abgesehen und betont, dass der Schutz vor spekulativen Attacken nicht die Aufgabe der EZB ist. Fazit: Die EZB behält ihren Kurs bei.“

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Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei BANTLEON

„Bloß kein restriktiver Unterton“

„Die EZB gibt sich weiterhin, wo immer dies möglich ist, sehr zurückhaltend und vermeidet jeglichen restriktiven Unterton:

Trotz der jüngsten Abschwächung beim Wachstum werden die Konjunkturrisiken unverändert als „ausgeglichen“ bezeichnet (hier hätte man sich ein Übergewicht der Abwärtsrisiken vorstellen können).
Das definitive Ende des QE-Programms wurde zwar in Aussicht gestellt (für Dezember 2018), aber immer noch nicht definitiv beschlossen. Die EZB-Vertreter lassen sich nach wie vor eine Hintertür für eine Verlängerung offen.
Die Inflationsprognose für die nächsten drei Jahren bleibt mit 1,7% an der Untergrenze des Inflationsziels (geldpolitische Stimuli weiterhin erforderlich).
Auf die internationalen Krisen (Argentinien, Türkei) wird zwar hingewiesen, sie werden aber noch nicht als erheblich angesehen.“

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Garland Hansmann, Portfolio Manager Investec Multi Asset Credit bei Investec AM

„Vielleicht wird die EZB die Zinsen doch schneller anheben müssen als der Markt es heute einpreist“

„Bei der Entscheidung der EZB kam es mehr auf Nuancen an. Das Votum der EZB stand zum größten Teil bereits vorher schon fest. Der Markt hatte keine Änderung erwartet, und somit musste er auch nicht reagieren. Die einzige Unsicherheit war, ob das Ende des Wertpapierankaufprogrammes bestätigt wird, denn die EZB hatte sich hier die Option für den Risikofall noch etwas offen gelassen.

Aber ab September wird nun der Ankauf auf €15 Milliarden reduziert, aber noch nicht beendet. So erwartet der Markt in naher Zukunft keine Zinserhöhung. Hier finden wir, dass der Markt eventuell etwas zu optimistisch ist, und fast schon davon ausgeht, dass mit dem Euro, den Emerging Markets oder dem Handelskrieg etwas was schief läuft. Sollte das aber nicht eintreffen, wir die EZB vielleicht doch schneller die Zinsen anheben müssen als der Markt es heute einpreist.“

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