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Fintech-Chefs diskutieren, ob eine 32er Lizenz für Robo-Advisor überlebenswichtig ist

Fünf Chefs von Robo-Advisorn beleuchten die Notwendigkeit einer Lizenz nach §32 KWG auf dem Markt.

Präferenz der Lizenz?

In Deutschland wird unterschieden zwischen Finanzanlagenvermittlern und Vermögensverwaltern. Die meisten Robo-Advisor aus dem Markt agieren bislang als Finanzanlagenvermittler gemäß § 34f GewO.

Einige Anbieter sind hingegen Vermögensverwalter und erfüllen die strengeren Regularien nach § 32 KWG für das die BaFin zuständig ist. Mit dieser 32er Lizenz der BaFin steigen die Kosten der Unternehmen aber gleichzeitig auch die Möglichkeiten.

Im zweiten Teil dieser dreiteiligen Serie erklären fünf Gründer und Geschäftsführer von führenden deutschen Robo-Advisorn, welches Geschäftsmodell und damit Lizenzanforderung für ihr Business nötig ist, um sich auf dem umkäpften Markt durchzusetzen. Müssen Robo-Advisor sogar zum Überleben in Zukunft eine 32er Lizenz haben?

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Erik Podzuweit, Scalable Capital

„Eine 32er Lizenz ist unumgänlich“

„Für eine echte Vermögensverwaltung und ein technisch und regulatorisch skalierbares Geschäftsmodell ist eine BaFin-Erlaubnis als Finanzportfoliounternehmen nach §32 Kreditwesengesetz unumgänglich. Nur regulierte Vermögensverwalter dürfen Kundengelder eigenständig verwalten. In diesem technologiegetriebenen Portfoliomanagement steckt der Mehrwert für den Kunden – es geht darum, dem Anleger das Thema Geldanlage komplett abzunehmen, ihn vor Panikverkäufen zu schützen und durch moderne finanzökonometrische Verfahren und Cloud Computing bessere risikoadjustierte Renditen zu erzielen.

Nicht regulierte „Robo Advisor“ dürfen Kundengelder lediglich an Drittanbieter vermitteln – für solch einen Maklerservice sind die Kunden nicht bereit, jedes Jahr Gebühren zu zahlen.“

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Oliver Vins, Vaamo

„Primär eine Frage der Geschäftsausgestaltung“

„Bezüglich der lizenzrechtlichen Ausgestaltung muss man zwei Dinge unterscheiden, die häufig durcheinander geworfen werden: Vermittlung vs. Vermögensverwaltung und Lizenz nach §34f GewO durch die lokale IHK vs. §32 KWG durch die BaFin. Vermittlung ist grundsätzlich sowohl mit einer IHK- als auch mit einer BaFin-Lizenz möglich – hier gibt es aber Unterschiede im Anlagespektrum. Für Vermögensverwaltung wird auf jeden Fall eine BaFin-Lizenz benötigt.

Auch wenn wir unter den Robo-Advisor einen Trend hin zur 32er Lizenz sehen, ist es primär eine Frage der Geschäftsausgestaltung. Es treten natürlich auch immer mehr etablierte Spieler in den Markt ein, die sowieso eine BaFin-Lizenz besitzen.“

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Christian Schneider-Sickert, Liqid

„Wir wären ohne 32er Lizenz nie auf den Markt gegangen“

„Wir sind überzeugt, dass Anbieter nur mit dem treuhänderischen Anspruch eines echten Vermögensverwalters erfolgreich sein werden. Wir wären ohne diese Lizenz nie auf den Markt gegangen und verpflichten uns zum Beispiel auch durch unsere Mitgliedschaft im Verband unabhängiger Vermögensverwalter zu hohen Verhaltensstandards. Dies sehen wir als zentrale Verantwortung gegenüber unseren Kunden, die uns ihr hart verdientes Geld anvertrauen.“

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Lars Reiner, Ginmon

§34f der GewO ist ausreichend

„Der deutsche Finanzmarkt genießt auch deswegen international so hohe Anerkennung, weil die Regulierungsdichte vergleichsweise hoch ist. Auch ausländische Investoren wissen das zunehmend zu schätzen. Auf der anderen Seite hat Regulierung auch ihre Schattenseiten, nämlich wenn eine von Grund auf neue und innovative Technologie nicht in einen vorgefertigten gesetzlichen Rahmen passt. So ermöglicht §32 KWG die Finanzanlagenberatung. Doch eine Anlageberatung im klassischen Sinne kann ein Robo-Advisor, auch wenn er irrtümlicherweise so heißt, nicht bieten.

Ein Robo-Advisor investiert einen bestimmten Anlagebetrag im Auftrag des Kunden, der damit das bestmögliche Ergebnis erzielen will. Hierfür ist die Regulierung nach § 34f GewO notwendig. Die Voraussetzungen (Zum Beispiel Sachkundenachweis, Haftpflicht etc.) sind praktisch dieselben.“

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Rudolf Geyer, Ebase

Das Model ist entscheidend: digitale Fondsvermittler oder Vermögensverwalter

„Nein, eine 32er Lizenz ist nicht überlebenswichtig, es hängt davon ab, welches Geschäftsmodell verfolgt wird. Zunächst möchte ich kurz auf die Begrifflichkeit eingehen. Die Bezeichnung Robo-Advisor hat sich zu einer Art Dachbegriff entwickelt. Einmal sind IT-Dienstleister gemeint, wie zum Beispiel fincite oder niiio, die Software-Lösungen bereitstellen. Ein anderes Mal ist es die digitale Fondsvermittlung unter der Gewerbeordnung §34f und ein anderes Mal ist es ein digitaler Vermögensverwalter mit einer Geschäftserlaubnis nach KWG §32, wie bei uns bei fintego.“

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