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Flossbach von Storch warnt vor kurzfristigen Aktieninvestments aufgrund niedriger Volatilität

Flossbach von Storch warnt vor kurzfristigen Aktieninvestments aufgrund niedriger Volatilität

Aus dem aktuellen Kapitalmarktbericht von Flossbach von Storch geht hervor, dass Aktien langfristig betrachtet die mit Abstand attraktivste Anlageklasse bleiben. „Für kurzfristig denkende Anleger ist eine starke Übergewichtung von Aktien allerdings riskant“, heißt es weiter im Bericht zum 3. Quartal 2017.

Zudem sei zu beachten, dass die laufenden Dividendenerträge in der Eurozone und in Japan, meilenweit über den Zinserträgen von Staats- und Unternehmensanleihen guter Bonität liegen.

Dennoch ergebe sich eine verstärkte Nachfrage von Investoren an neu emittierten Unternehmensanleihen mit mageren Kupons von nur 0,5 oder einem Prozent. Obwohl die Aktien entsprechender Unternehmen ein Vielfaches davon an Dividende abwerfen, welche zudem noch kontinuierlich steige. Für Langzeitinvestoren sei eine eindeutige Bevorzugung von Aktien gegenüber Anleihen deshalb fast schon eine logische Konsequenz.

Fehlende Anlagealternativen und Volatilitäts-Böen

Das Fehlen an Anlagealternativen und das Vertrauen auf den Beistand der Notenbanken habe eine „Buy-the-dip“-Haltung geschürt, bei der jede Kurskorrektur zum Einstieg genutzt werde. „Dadurch werden die Dips immer kleiner und das ausschließlich an der Volatilität festgemachte Risiko (Varianz und Kovarianz von Anlagen) geht stetig zurück“, betont Bert Flossbach.

So sei die Volatilität des US-Aktienmarktes immer weiter gesunken - auf ein aktuelles Allzeittief von 9,5%. Es habe den Anschein, dass der Markt langsam aber stetig nach oben schleiche. Doch: „Vielen Anlegern scheint diese Ruhe trügerisch, ihr folgt häufig ein Sturm.“

Oft seien diese Stürme aber nur kurze Böen gewesen, was die Aussichten, die Volatilität erfolgreich als Timing-Instrument zu verwenden, begrenze.

Risiko nur als Ausdruck von Kursschwankungen?

Eine Ursache für diese Ruhe, die zukünftig aber auch wieder zu heftigeren Ausschlägen an den Märkten führen könne, sei eine Finanzinnovation, die in den Medien derzeit einen regelrechten Hype erlebe. „ETFs, die ursprünglich für passive Langfristinvestoren gedacht waren, werden
dank sekündlicher Handelsliquidität vor allem von besonders aktiven Computerstrategien eingesetzt.“

Da viele Investoren, beziehungsweise ihre Modelle, Risiko nur als Ausdruck von Kursschwankungen und nicht als dauerhafte Verlustgefahr verstehen, sinke für sie das Risiko von Aktien mit abnehmender Schwankungsintensität der Kurse. Weniger Risiko bedeute bei unveränderter Ertragserwartung eine höhere Attraktivität und einen entsprechend höheren Aktienanteil.

Sollte die Volatilität wieder steigen, weil die Aktienkurse fallen, erhöhe sich auch das (gemessene) Risiko. „Die zuvor als risikoarm eingestuften Aktien werden jetzt, wo sie plötzlich als risikoreich gelten, auf deutlich gesunkenem Niveau wieder verkauft - diese Logik wird sich uns nie erschließen“, macht Flossbach im Kapitalmarktbericht deutlich.

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