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Fondsmanager begrüßen Argentiniens Hedgefonds-Deal

Fondsmanager begrüßen Argentiniens Hedgefonds-Deal

Die argentinische Regierung gab Anfang der Woche bekannt, seine Schulden in Höhe von €4,25 Milliarden bei vier großen Hedgefonds zu begleichen. Damit soll der Weg des südamerikanischen Landes zurück zu den Kapitalmärkten geebnet werden.

„Das Land steht mit dem Rücken zur Wand. Die Währungsreserven neigen sich offenbar dem Ende zu. Deswegen gibt es keinen anderen Weg für Argentinien, als sich mit seinen Gläubigern zu einigen und sich in Zukunft über den Kapitalmarkt zu refinanzieren“, sagt Jochen Felsenheimer, Gründer von XAIA Investment, im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Für Domenic Bokor-Ingram, Co-Manager des Charlemagne Magna New Frontier-Fonds, ist der bevorstehende Deal zwischen Argentinien und seinen Gläubigern ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Landes zurück zu den internationalen Kapitalmärkten: „Wenn sich Argentinien Geld bei den internationalen Kapitalmärkten leihen kann, reduziert das deutlich die Kosten der Kredit-Zahlungen für die Regierung.“ Seiner Meinung nach werde der Deal im April dieses Jahres offiziell vollzogen werden. Kurz danach werde Argentinien auch wieder an den internationalen Kapitalmärkten teilnehmen können.

Re-Rating vom Frontier- zum Schwellenland

Von den Folgen dieser Schuldenbegleichung würden internationale Investoren vermutlich profitieren, glaubt Felsenheimer. „Für externe Investoren muss vor allem die Rechtssicherheit gewährleistet sein – unabhängig, wer gerade in Argentinien an der Macht ist“, so der Fondsmanager, der detaillierter hinzufügt: „Sollte diese Rechtssicherheit gewährleistet werden und Argentinien Anleihen mit Investoren-freundlicher Dokumentation, am besten nach US-amerikanischem Recht reguliert, herausgeben, kann es zu großen externen Investitionen und einem neuen Bau-Boom in Argentinien kommen.“

Von diesem möglichen Bau-Boom könnten Investoren innerhalb des Infrastruktur-Sektors profitieren. Das Land sei nach 15 Jahren ohne große Investitionen nahezu marode. Chancen gebe es, bei zugrunde liegender Rechtssicherheit der Investitionen, also ausreichend.

Aber auch die unmittelbare Reaktion der Aktienmärkte fiel positiv aus. „Der Aktienmarkt hat sehr positiv auf diesen möglichen Deal zwischen Argentinien und seinen Gläubigern reagiert. Niedrigere Kreditraten sind nun eingepreist. Wir sehen allerdings ein anderes Potential für ein Re-Rating des Marktes in den kommenden Monaten“, sagt Bokor-Ingram und führt aus: „Der MSCI könnte bis Juni dieses Jahres über ein Re-Rating des Landes vom Frontier- auf einen Schwellenländer-Index abstimmen. Wir erwarten eine Aufwertung dann im nächsten Jahr. Dadurch könnte die positive Entwicklung des argentinischen Aktienmarktes unterstützt und fortgeführt werden.“

Carmignac:„Eines der vielversprechendsten Frontier-Länder“

Erstmals seit vielen Jahren ist auch der französische Asset Manager Carmignac wieder in Argentinien eingestiegen. Ende Januar verkündete das in Paris ansässige Unternehmen bei seinem Quarterly Meeting, mit seinem von Xavier Hovasse verwalteten Carmignac Emergents-Fonds, in das südamerikanische Land zu investieren.

„Nach Jahren der Vorsicht in Argentinien glauben wir jetzt, dass das Land gute Chancen hat, zurück in die Erfolgsspur zu kommen und innerhalb der nächsten Jahre eines der vielversprechendsten Frontier-Länder werden könnte“, sagt Sandra Crowl vom Carmignac-Investmentkommittee auf Citywire-Anfrage am Mittwoch.

Crowl fügt hinzu, dass der zurück zu zahlende Betrag von fast €14 Milliarden zwar sehr groß sei, aber mit einer reformwilligen Regierung Investoren zurückgeholt werden können. „Die Regierung muss die Balance zwischen einer kontrollierten Inflation und einer punktuellen Reduzierung der Schulden finden, um das Wirtschaftswachstum nicht abkühlen zu lassen“, so Crowl.

Neugewählter Präsident will Argentinien an die Kapitalmärkte führen

Die argentinische Regierung verkündete zu Wochenbeginn, den Hedgefonds NML Capital, Aurelius und zwei weiteren Fonds rund €4,25 Milliarden zu zahlen. Das teilte der in dem Streit eingesetzte Vermittler Daniel Pollack mit. Die zu zahlende Summe beträgt 75% der ursprünglich von den Fonds geforderten Schulden.

Seit 14 Jahren beschäftigt der Schuldenstreit zwischen der argentinischen Regierung und mehreren US-Hedgefonds das Land. Es geht um Anleiheschulden aus der Staatspleite von 2001. Damals hatten vor allem Hedgefonds nahezu wertlose Schuldtitel des Landes gekauft.

Die ehemalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner weigerte sich während ihrer Amtszeit, die Schulden an die Fonds zu bezahlen. Durch diese Weigerung wurde Argentinien, die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas, weitestgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Dies möchte der neugewählte Präsident Maurico Macri ändern.

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