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Fondsmanagerinnen verwalten nur 7% des Gesamtvolumens

Fondsmanagerinnen verwalten nur 7% des Gesamtvolumens

Weibliche Fondsmanager sind einer aktuellen Studie zufolge in der großen Minderheit. Nur 7% des Gesamt-Fondvolumens aller in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds werden von rein weiblichen Management-Teams verwaltet. Das geht aus einer Untersuchung von Fondsfrauen hervor, ein Ende 2014 gegründetes Karrierenetzwerk zur Förderung und Gleichstellung von Frauen in der Investmentfondsindustrie.

Der Studie zufolge werden 83,2% des Gesamtvolumens von rein männlichen Teams verwaltet. 9,8% des Gesamtvolumens verwalten gemischte Teams. Die Grundgesamtheit der in der Studie untersuchten Fonds liegt bei 6.968 Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Das verwaltete Vermögen beträgt über € 3,1 Billionen.

Für die Auswertung im Oktober 2015 ging das Team der Fondsfrauen manuell durch die Daten der knapp 7.000 Fonds.

Auch bei den offiziell nur von einem Fondsmanager verwalteten Fonds ist der Frauenanteil gering. Von den 6.968 Fonds werden 3.297 Fonds offiziell nur von einer Person verwaltet. Hier steht bei 9,93% eine Frau an der Spitze, während der Löwenanteil (90,07%) von einem Mann verwaltet wird.

Die Studie der Fondsfrauen untersucht auch die Performance der von weiblichen und männlichen Teams verwalteten Fonds. „Es gibt Studien, die zeigen, dass einige Investoren Vorbehalte gegenüber weiblichen Fondsmanagern haben und ihnen weniger Vertrauen schenken“, sagt Anke Dembowski, Gründungsmitglied der Fondsfrauen zu Citywire Deutschland. „Eine Frage, die in diesem Kontext aufkommen könnte, wäre: Gibt es vielleicht weniger weibliche Fondsmanager, weil sie nicht so gut sind?“ Die Studie der Fondsfrauen jedoch zeigt, dass dies nicht der Fall ist.

Von Frauen verwaltetet Fonds fallen der Untersuchung  zufolge nicht in der Performance ab. „Vom erreichten Ergebnis macht es keinen signifikanten Unterschied, ob ein Fonds von einem rein männlichen, weiblichen, oder einem gemischten Team verwaltet wird“, so die Studie. So ist etwa die Ergebnis-Streuung bei den von Frauen gemanagten Fonds geringer als bei den von Männern gemanagten Fonds. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Männer zum Beispiel eher geneigt sind, Wetten einzugehen, als Frauen“, so Dembowski. „Bei Privatkundendepots ist die breitere Streuung von Depots, die von Männern geführt werden, viel deutlicher. Das zeigen verschiedene Auswertungen von Direktbanken-Depots.“

Frauen managen im Schnitt größere Fonds. Das durchschnittliche Fondsvolumen von rein weiblich verwalteten Fonds beträgt €613,24 Millionen. Rein männliche Teams verwalteten im Schnitt €490,79 Millionen.  Bei gemischtgeschlechtlichen Management-Teams lag das Fondsvolumen im Mittel bei €615,29 Millionen. Als Grundlage dienten den Fondsfrauen hier 6.188 Datensätze, bei denen das Fondsvolumen und der Name der Fondsmanager bekannt sind. Das durchschnittliche Fondsvolumen beträgt hier €507,92 Millionen.

„Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen oft institutionelle Rentenfonds, Money Market-Fonds oder ETFs verwalten, die tendenziell größer sind“, sagt Dembowski.

Der BlackRock ICS Sterling Liq führt die Liste der 10 größten Fonds an, die von rein weiblichen Teams verwaltet werden. Die Strategie investiert hauptsächlich in Staatsanleihen. Der größte Aktienfonds, der von einem rein weiblichen Team verwaltet wird, ist der Russell Emerging Markets Equities.

Rein weibliche Management-Teams noch seltener

Von der Grundgesamtheit von 6968 Fonds sind 661 Fonds in Deutschland ansässig. Nur 4,7% von ihnen haben rein weibliche Management-Teams. Demgegenüber stehen 90%, die von rein männlichen Teams verwaltet werden. 1.011 Fondsmanager der 661 Fonds sind namentlich bekannt. Lediglich 6,6% von ihnen sind weiblich. „Damit ist der Anteil der weiblichen Fondsmanager von in Deutschland domizilierten Fonds gegenüber der Betrachtung von 2014 sogar zurückgegangen“, so die Studie. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 8,4%.

Das hieße jedoch nicht, dass die Mehrheit dieser Frauen der Fondsbranche den Rücken gekehrt hat, sagt Dembowski. Oft würden sie nun Fonds verwalten, die nicht mehr in Deutschland registriert sind. „Aber wir setzen uns natürlich dafür ein, dass sich mehr Frauen für den Beruf des Fondsmanagers interessieren und sich auf entsprechende Stellen bewerben. Schließlich ist das Fondsmanagement sozusagen die Königsklasse der Fondsbranche.“

Ziel der Fondsfrauen sei es, die Quote in fünf Jahren auf 30 Prozent zu steigern. Der Prozentsatz entspricht der gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten, die ab 2016 gilt.

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