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Georg von Wallwitz: Geschäftsmodell der Banken ähnelt dem der Versorger

Georg von Wallwitz: Geschäftsmodell der Banken ähnelt dem der Versorger

Die Lage der Banken in Europa nähert sich immer mehr der der Versorger, so der Vermögensverwalter Georg von Wallwitz. Trotz der seit der Finanzkrise verbesserten Kapitalisierung der Banken, fehle noch der nötige Beweis eines wachsenden Geschäftsmodells. 

Der Vermögensverwalter Georg von Wallwitz zeigt sich von dieser Entwicklung im Gespräch mit Citywire Deutschland wenig beeindruckt und nennt eine ganze Reihe von Faktoren, die die Profitabilität der Banken beeinträchtigen; darunter die schwache Weltkonjunktur sowie die Niedrigzinsen und längerfristig die schärfere Regulierung.

„Einige Banken haben mittelfristig kein Geschäftsmodell mehr. Im Niedrigzinsumfeld können sie wenig mit Einlagen und bei der Kreditvergabe verdienen und die anderen Geschäfte im Investmentbanking-Bereich, womit sie immer gutes Geld verdient haben, dürfen sie nicht mehr im früheren Umfang tätigen“, so von Wallwitz, der die Situation der Banken mit der der deutschen Versorger vergleicht: „Es läuft gerade ähnlich wie bei der Abschaffung der Atomkraft ab. Wie die großen deutschen Versorger haben etliche  Banken keine stabile  und margenstarke Einnahmequelle mehr.“

Die europäischen Banken befinden sich seit Wochen in einer Abwärtsspirale. Letzte Woche sorgten bessere Zahlen der Commerzbank für einen kurzfristigen Aufschwung bei der Aktie der Bank. Auch die Deutsche Bank ließ sich von der guten Stimmung tragen. Diese Woche kam es wieder zu Gewinnmitnahmen. Beide Aktien notierten am Dienstag im Minus.

Banken-Anleihen aufgestockt

Auch wenn von Wallwitz keine Bank-Aktien im Portfolio hat, habe er seit Dezember 2015 seinen Anteil an Hochzinsanleihen mit Schwerpunkt auf Banken im Phaidros Funds - Balanced-Fonds erhöht. Zu den Käufen gehören Nachranganleihen der Erste Bank, Credit Suisse und der britischen Bank of Scotland. Diese würden nach wie vor über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen.

„Der Markt übertreibt die Kreditrisiken aus dem Ölgeschäft der Banken. Sollte ein Drittel der US-Ölfirmen Pleite machen, wurden wir einen Rückgang um 6% der Gewinne sehen. Da scheint mir der jüngsten Verkauf dieser Anleihen übertrieben“, so von Wallwitz, der seine Position bei Hochzinsanleihen um wenige Prozent erhöht hat. Mit Blick auf die letzten Wochen resümiert er: „Anders als man erwarten würde, sind die Anleihen häufig stärker als die Aktien gefallen.“

Auch ohne Kurssteigerung eine passende Rendite

Momentan machen Unternehmensanleihen knapp 44% des gesamten Portfolios aus. Davon liegt die durchschnittliche Bonitätsnote bei BB. Im vergangenen Jahr wurden Staatsanleihen komplett verkauft. „Wir holen Sicherheit ins Portfolio durch eine defensive Aktienposition und eine gesunde Cash-Quote.“ Ende letzten Jahres wurde die Aktien-Quote um 10% auf rund 45% reduziert.

Insgesamt erwartet von Wallwitz eine jährliche Rendite durch Hochzinsanleihen in seinen Portfolios von 6%. Eine Verschlechterung der US-Wirtschaft sieht er als überschaubares Risiko. Die meisten Renditen werden dieses Jahr aus Hochzinsanleihen kommen“, ergänzt er.

Neben Banken- gehören auch Rohstofftitel wie Anglo American oder Glencore zum Anleiheportfolio. Von seinen Aktienpositionen insgesamt erwartet er 3,5% pro Jahr durch Dividendenausschüttungen.

„Ich brauche keine Kurssteigerung dieses Jahr, um die 4,5% im Fonds zu liefern“, so von Wallwitz über seine Renditeerwartungen für dieses Jahr.

Der Phaidros Funds - Balanced-Fonds erzielte in den vergangenen drei Jahren bis Ende Januar 2016 eine Wertsteigerung von 14,2% in Euro. Die von Citywire vergebene Benchmark, LCI Mixed Asset EUR Bal - Global, stieg im selben Zeitraum um 28,7%.

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