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Historisch hoher Abschlag: Tim Albrecht stuft DAX auf Übergewichten hoch

Historisch hoher Abschlag: Tim Albrecht stuft DAX auf Übergewichten hoch

Die Deutsche Asset Management hat aus taktischer Sicht den DAX seit Mitte März auf Übergewichten hochgestuft - zuvor waren die deutschen Aktien seit Beginn Dezember 2017 relativ zu globalen Aktien neutral gewichtet.

„Deutsche Aktien leiden aktuell zu Unrecht unter pauschalen Ängsten vor einem Anstieg von Protektionismus, Währungs- und Zinssorgen sowie dem technologischem Wandel im Automobilsektor - aus unserer Sicht zu Unrecht, denn die deutsche Wirtschaft ist besser als ihr Ruf“, so Tim Albrecht, Leiter DACH Aktien Deutsche AM. Auch sollte die neue Bundesregierung nach langen Koalitionsverhandlungen nun handlungsfähig sein.

Deutsche Aktien seien dem MSCI AC Welt seit Jahresanfang währungsbereinigt um rund 4% hinterhergelaufen. Hinter die Börsen vieler anderer großer Industrienationen seien sie aber erst seit der Marktkorrektur, die Ende Januar begann, gerutscht.

„Damit handeln deutsche Aktien derzeit mit einem historisch hohen Abschlag auf andere Märkte“, heißt es weiter von Seiten der Deutschen AM. So betrage der Bewertungsabschlag, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, gegenüber dem S&P 500 etwa 25%.

Grundsoffse, Industrie, Finanzsektor erscheinen positiv

Die Prämissen der Deutschen AM, die bereits im Februar für deutsche Aktien von Bedeutung waren, bleiben weitgehend intakt. So sei der wesentliche Grund für den positiven Blick auf deutsche Aktien das robuste makroökonomische Umfeld und die Verfassung deutscher Unternehmen. „Wir erwarten für den DAX ein Gewinnwachstum von 8,0% für das laufende Jahr in Einklang mit dem 2017er Wachstum“, so Albrecht im Februar.

So profitieren etwa Grundstoffsektoren (Stahl und Chemie) von idealen Rahmenbedingungen – eine steigende Nachfrage stoße auf teils rückläufiges Angebot. „Einige Branchen profitieren derzeit stark von dem Strategieschwenk in der chinesischen Wirtschaftspolitik - das erhöht auch die Preismacht deutscher Anbieter“, meint Albrecht.

Neben klassischen exportorientierten Industriesektoren sind bei der Deutschen AM auch Technologieunternehmen übergewichtet, die weiter von einem strukturellen Wachstum und der branchenübergreifenden Digitalisierung profitieren sollten.

„Wir mögen auch den Finanzsektor, der von der immer sichtbarer werdenden Zinswende profitiert - allerdings sehen sich insbesondere die europäischen Banken hier einem stärkeren Druck ihrer US-Wettbewerber ausgesetzt, die unter der Ägide der jetzigen US-Regierung in den Genuss eines Regulierungsabbaus kommen.“ Albrecht präferiere daher die Versicherer.

Automobilsektor leicht untergewichtet

„Auch im deutschen Automobilsektor gibt es Licht und Schatten“, so Albrecht. Die Branche der deutschen Automobilhersteller stehe derzeit vor großen Herausforderungen, die Investitionen in Forschung und Entwicklung erfordern. „Obwohl die Unternehmen in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie innovativ sind und auch mit strukturellen Veränderungen umgehen können, bleiben wir in diesem Subsektor leicht untergewichtet und konzentrieren uns auf ausgewählte Automobilzulieferer“, so Albrecht.

Angesichts sich stetig verbessernder Arbeitsmärkte und Konsumentenstimmung in Deutschland und Europa behalte das Team auch zyklische Konsumwerte im Auge.

 

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