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Im Portrait: Hamburger Lange Assets & Consulting GmbH

Im Portrait: Hamburger Lange Assets & Consulting GmbH

Wenn man kurz vor dem Anstoß an einem Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga am Hamburger Millerntor-Stadion vorbeiläuft und tau­sende Fans mit schwarzen Kapuzenpullovern in das Stadion strömen sieht, dann vermutet man nicht unbedingt einen Vermögensverwalter unter ihnen. Der Fußball-Klub FC St. Pauli war lange finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet, und die Fans des Hamburger Kult-Vereins bringt man eher mit sozialen Engagements und einer politisch klaren Linie in Verbindung als mit Finanzen. Und dennoch fühlt sich Thomas Lange in keinem Stadion so zuhause wie hier.

Lange ist Gründer der unabhängigen Vermögensverwaltung Lange Assets & Consulting und verwaltet dort mit acht Mitarbeitern derzeit ein Vermögen von €240 Millionen. Aber Lange ist eben auch ein Fan des FC St. Pauli und geht zu fast jedem Heimspiel in Hamburg. „Der Verein ist sicher nicht derjenige, den man mit einem Vermögens­verwalter in Verbindung bringt“, sagt er grinsend und fügt ernster hinzu: „Was mich am Verein fasziniert, ist das, wofür er steht. Ich unterstütze das soziale und politische Engagement des Vereins. Die­ses Vereinsbild prägt mich, und ich präge damit mein Unternehmen.“

Am Anfang stand Axel Springers Vermögen

Das Unternehmen von Thomas Lange startete Anfang des Jahres 2006 operativ und feierte unlängst sein zehnjähriges Bestehen. In der Gründungszeit von Lange Assets & Consulting spielte der Herzensverein von Thomas Lange in der Regionalliga Nord, der damals dritten Fußball-Spielklasse Deutschlands. Parallel begann dann der jeweilige Aufstieg des FC St. Pauli und der unabhängigen Vermögensverwaltung.

Die finanzielle Keimzelle dieser Firma im Zentrum Hamburgs war das Vermögen des Verlegers Axel Springer. Nach dessen Tod 1985 war sein Besitz auf seine Erben aufgeteilt worden. Daraus ging die Dahl & Partner Vermögensverwaltung hervor, in der Thomas Lange im Vorstand tätig war. Aufgrund einer starken Performance stieg wenige Jahre später die Signal Iduna Versicherungsgruppe über eine Tochtergesellschaft, das ehemalige Bankhaus Donner, heute Donner & Reuschel, mit 25% bei der Vermögensverwaltung ein. „Dann ging es darum, sich neu aufzustellen“, erinnert sich Lange. „Wir hätten Dahl & Partner Vermögensverwaltung sein können, Premium-Partner der Signal-Iduna-Gruppe. Oder wir würden ein unabhängiger Vermögensverwalter bleiben.“

Lange wollte unabhängig bleiben und verließ Ende 2005 das Unternehmen, das sich für die Partnerschaft mit Signal-Iduna ent­schieden hatte. „Diese Entscheidung wurde den Kunden mitgeteilt. Dabei sind die späteren Gesellschafter von Lange Assets, Axel Sven Springer, einer der Erben des Springer-Vermögens, John Jahr von Jahr-Holdings und Rechtsanwalt Oliver Heine – Aufsichtsrat des Springer-Konzerns – meinen Weg mitgegangen“, so Lange.

„Wir haben neun Monate Vorsprung“

Der Weg, den Thomas Lange gewählt hat, ist seit jeher erfolgreich. Er startete mit einem verwalteten Vermögen von 15 Kunden in Höhe von €60 Millionen und einem Fondsmandat. Bis heute ist dieses Vermögen auf rund €240 Millionen gewachsen. Die Kunden, die überwiegend in Hamburg und im Umfeld ansässig sind, vertrauen Lange und seiner Ex-Frau Diana Lange, die im Unternehmen für die Fonds-Selektion verantwortlich ist. Besonderen Wert legen die Langes dabei auf ihren defensiven Investment-Stil und einen möglichst umfassenden Weitblick.

„Ab Spätsommer 2015 haben wir die Mischfonds der alten Generation, bestehend aus Aktien, Renten und Cash, abgebaut und uns schon sehr genau im Bereich Alt UCITS umgesehen. Im vierten Quartal 2015 wurden diese bereits gezielt eingesetzt“, sagt Diana Lange, die das immer weiter wachsende Interesse an alternativen Investments hervorhebt: „Überall schießen Alt UCITS-Fonds und -Konzepte hervor. Der klassische Mischfonds wird hingegen von uns immer weniger gefragt.“

Dass man bei der Auswahl seiner Investitionen jenseits von Mischfonds denken müsse, liege an mehreren Veränderungen. „Das Marktumfeld wird immer schwieriger und undurchsichtiger“, erklärt Thomas Lange. Ein Fondsmanager, der in dieser neuen und undurchsichtigen Zeit den Überblick behält, ist Markus Wedel von der Hamburger Vermögensverwaltung SPSW Capital GmbH. Der bei Citywire mit einem AAA-Rating ausgezeichnete Fondsmanager verwaltet den WHC – Global Discovery-Fonds. Dieser Absolute- Return-Fonds liegt sowohl bei der ein- als auch dreijährigen Per­formance im entsprechenden Citywire-Sektor auf dem ersten Platz – vor dem Flossbach von Storch Multiple Opportunities-Fonds. Die Performance-Daten lesen sich imposant: Die durchschnittliche Rendite über die letzten drei Jahre bis Ende Januar 2016 im Citywire-Sektor Mischfonds Absolute Return lag auf Euro-Basis bei 8%. Wedel erzielte im selben Zeitraum mit seinem Fonds hingegen eine Wertsteigerung von 35%.

„Ich kenne Markus Wedel seit über zehn Jahren persönlich und kenne seine Expertise. Ihm haben wir eine Art Startkapital gegeben. Dort sind wir seit der Auflage des Fonds im Jahre 2010 investiert. Er steht für mich für den Fondsmanagertypus, der den Gedanken des Investierens wirklich lebt“, begründet Thomas Lange. Fonds-Selek­torin Diana Lange fügt hinzu: „Er investiert in mittelständische Unternehmen, von denen er auch Positionen von 4% bis 5% hält. Im Februar war dieser Fonds bei einer Aktienquote von nur 35%. Er verwaltet das Portfolio sehr aktiv.“ Der WHC – Global Discovery-Fonds vollzog zum 31. Januar dieses Jahres einen Soft Close. Neu-Investoren haben derzeit also keine Möglichkeit mehr, von der starken Performance des Wedel-Fonds zu profitieren. Thomas und Diana Lange hingegen könnten ihre Position im Fonds weiter aufstocken.

Durch die rechtzeitige Analyse des Marktes und Invest­ments mit Weitblick habe sich Lange Assets einen Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten geschaffen, die sich noch nicht so lange mit dem Thema Alt UCITs auseinandersetzen. „Wir sind in unserer Alt UCITS-Allokation schon fertig und sind deswegen gefühlte neun Monate vor dem Markt mit den Entscheidungen“, sagt Diana Lange.

Chancen in Brasilien

Eine Entscheidung, die im Rahmen dieser Fonds-Selektion getrof­fen wurde, ist, in den Nordea-1 Stable Equity LongShort-Fonds zu investieren. Dieser Fonds wird von Claus Vorm verwaltet, der bei Citywire mit AA bewertet ist. „Bei Alt UCITS sind auch kleinere Boutiquen gefragt. Aber es gibt große Namen wie Old Mutual oder Goldman Sachs, die gerade im Alt UCITS-Bereich eine große Expertise haben und auch gute Häuser, wie unter anderem Nordea, die dort Alternativen bieten.“

Mehr als lediglich eine Alternative ist der von Frank Schmielewski zusammengestellte Ansatz Extreme Low Value at Risk-Ansatz geworden. „Wir schauen uns vor allem an, wie sich die Fonds in den jeweiligen Schwäche- und Stärkephasen entwickelt haben“, sagt Diana Lange. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass Fonds, die nach seinem Stil investieren, vor allem in Krisenzeiten eine starke Performance liefern. So wie etwa der Concord Low eVaR-Fonds der Frankfurter Concord Group. „In diesem Fonds haben wir auch Startkapital investiert“, sagt Diana Lange.

Aber Lange Assets investiert nicht nur in externe Fonds, sondern hat seit Mitte 2011 auch ein eigenes Produkt, den Assets Defensive Opportunities UI-Fonds aufgelegt. Dieser fährt einen defensiven Ansatz und strebt eine Werterhaltung mit einer Rendite von rund 1,5% an und legt den Fokus auf verzinsliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit, Schuldscheindarlehen, defensive Zertifikatstrukturen und konservativen Investment­fonds mit Absolute Return-Ausrichtung.

Mit kurzen Laufzeiten bei Anleihen will Thomas Lange auch das Niedrigzinsumfeld für seine Investments nutzen. „Die Niedrigzinsphase wird unserer Meinung nach noch fünf bis sechs Jahre Minimum anhalten“, sagt er und erklärt seine Strategie: „Im Rentenbereich gibt es zwei Risiken: Das Zins- und das Bonitäts­risiko. Beide haben eine eigene Duration. Wenn Kunden über Risiken im Rentenmarkt sprechen, dann meistens über das Zinsri­siko. Wir betrachten beide Risiken parallel.“

Lange hält die Duration in seinem selbst aufgelegten Fonds bei 1,5 Jahren – nicht nur auf das Zins- sondern auch auf das Bonitätsrisiko. „So hatten wir in der schwierigen Marktphase zu Beginn des Jahres einen Drawdown von nur 1%. Es gibt viele Chancen“, fügt er hinzu. Eine dieser Chancen sind beispielsweise Unternehmensanleihen des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer. „Über 70% der Umsätze sind in US-Dollar und die Produktionskosten in der brasilianischen Währung sehr gering. Bei Flottenkäufen hat das Unternehmen einen großen Vorteil. Diese Anleihe gibt in US-Dollar eine Rendite von 3,4% und die Währungsabsicherung kostet 1,15%. Im Prinzip mache ich 2,25% bei einjähriger Laufzeit Investment-Grade-Qualität“, sagt Lange.

Risiko-Verminderung steht im Fokus

Von der Weitsicht der Investments profitierten die Kunden von Lange Assets bereits unmittelbar nach dem Start des Unterneh­mens. Denn kurz vor Beginn der Bankenkrise hatte Lange seine Firma gegründet. Ein schlechter Zeitpunkt also für den Start einer Vermögensverwaltung? Nicht zwangsläufig. „Anfang 2005 hatte ich massiv Goldpositionen aufgebaut. Deswegen sind wir sehr gut durch die Krise gekommen“, sagt Lange. „Aufgrund unseres Ansatzes, keine Zusatzerträge durch Vertrieb von geschlossenen Produkten oder Zertifikaten zu generieren, haben wir keine Krisen gehabt. Das hat uns einen sehr guten Ruf gebracht. Dadurch haben wir einen relativ hohen Kundenzuspruch bekommen.“

Der generell eher defensive Investment-Ansatz von Thomas Lange und die Expertise im Rentenbereich spielten seinem Unternehmen dabei in die Karten. Diese defensive Art passt gut in den rauen Norden. „Unsere Kunden sind eher hanseatisch konservativ. Vor allem seit 2008 hat sich das Muster massiv geändert. Wir haben immense Zunahmen an Marktschwankungen. Der Kunde erhält heute keinen risikolosen Zins“, erklärt Lange. Heute liege der Fokus mehr auf der Risikostreuung, und Kunden seien bereit, für Sicherheit auf Erträge zu verzichten.

Die Vermeidung von Risiko spielt daher eine große Rolle. „Wir vereinbaren mit dem Kunden, basierend auf seiner Risikofähigkeit, eine maximale Verlustschwelle, die er bereit ist, emotional und wirt­schaftlich zu tragen. Darauf basierend entwickeln wir das Portfolio“, erklärt Diana Lange, die die Kunden der Firma mit einem Vermögen von unter €1,5 Millionen im sogenannten Family Office Light betreut. Zum anderen gibt es Sonderkunden, die ein Vermögen von mehr als €1,5 Millionen investieren. 79% der Kunden bei Lange Assets & Consulting sind Sonderkunden, die restlichen 21% nutzen das Strategie-Mandat des Family Office Lights.

Der Namenszusatz Consulting wurde 2014 hinzugefügt, als das Portfolio des Unternehmens durch Consulting-Lösungen erweitert wurde. „Wegen der immer undurchsichtiger werdenden Märkte bieten wir dieses Angebot an und arbeiten dort auf Stundenbasis“, so Thomas Lange. Dieses Angebot werde überwiegend von dem bestehenden Kundenkreis in Anspruch genommen. Außerdem stellen Lange und sein Team ihre Expertise seit 2012 als Vermögens­verwaltung den Kunden der Sparkasse Holstein zur Verfügung.

„Offen für Fusionen“

Somit wächst die Hamburger Vermögensverwaltung seit ihrer Gründung organisch. Eine Expansion beziehungsweise eine Fusion möchte Thomas Lange aber nicht ausschließen. „Fusionen mit Vermögensverwaltern, die eine ähnliche Auffassung haben wie wir und an anderen Standorten sitzen, sind durchaus vorstellbar“, sagt Lange. Man habe aber nicht den Druck, wachsen zu müssen. Wachstum funktioniere nur, wenn es nachhaltig und qualitativ sei, schränkt Lange ein. Als Grund für eine mögliche Fusion gibt er an, dass der Aufwand für die Erfüllung der regulativen Anforderungen in der Branche immer größer werde – auch wenn seine Firma für die Anwendung von MiFID II vorbereitet sei.

„Offen für Fusionen sind wir, aber es muss passen. Man darf seine Identität nicht verlieren“, sagt Lange. Eine klare Linie, Handeln aus voller Überzeugung und der Blick über den Tellerrand. Das sind nicht nur Werte, für die der FC St. Pauli steht, sondern auch Thomas Lange und seine unabhängige Vermögensverwaltung im Herzen der Hansestadt.

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