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Investment-Experten diskutieren: Chancen und Risiken im Goldilocks-Szenario

Das bekannte Märchen „Goldlöckchen und die drei Bären“ ist in der Finanzwelt in aller Munde als Szenario für ein gutes Anlageklima.

Goldilocks-Wirtschaft: Wunsch oder Wirklichkeit

Viele Industrieländer haben aktuell eine geringe Inflation und ein geringes doch stetiges Wirtschaftswachstum. Fondsmanager und Investoren sprechen von einem sogenannten Goldilocks-Szenario, das die Aktienkurse an den Börsen noch weiter begünstigen, und so bald weitere Rekordstände ermöglichen könnte.

Citywire-Deutschland hat Fondsmanager und Investment-Experten gefragt, ob dieses Szenario aktuell Wirklichkeit oder nur der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Außerdem wird diskutiert, welche Risiken das schöne Bild trüben könnten.

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Heiko Veit, Fondsmanager - Metzler

„Es bestehen nach wie vor politische Risiken“

„Im vergangenen Jahr gab es große Sorgen um die Weltwirtschaft, getrieben durch China, das Brexit-Referendum und der Wahl Donald Trumps. Seit einigen Monaten wird jetzt von einem Goldilocks-Szenario gesprochen. Die aktuell positive Stimmungslage ist durch gute Konjunkturdaten unterlegt, neben den Konsumausgaben tragen nun auch die Unternehmensinvestitionen zum globalen Wirtschaftswachstum bei. Zudem haben die bisherigen Wahlergebnisse im Wahljahr 2017 die politischen Risiken in Europa sinken lassen. Gleichzeitig gibt es keine Anzeichen für eine nennenswerte Beschleunigung der Inflation.

Die gegenwärtig niedrige Schwankungsbreite der Aktienmärkte verführt dazu, mögliche Risiken zu unterschätzen. Es bestehen nach wie vor politische Risiken, die jederzeit zu einem Belastungsfaktor werden könnten. Darüber hinaus plant die US-Notenbank den Finanzmärkten Liquidität zu entziehen. Auch die Europäische Zentralbank dürfte Anfang 2018 die Trendwende einleiten und die Finanzmärkte sukzessive weniger mit Liquidität versorgen. Solange die Konjunkturdaten gut bleiben, dürfte der Liquiditätsentzug nur für eine größere Schwankungsbreite an den Aktienmärkten sorgen, den Aufwärtstrend aber grundsätzlich intakt halten.

Im Metzler European Concentrated Growth Fund konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit strukturellem Ertragswachstum. Hierbei investieren wir losgelöst von jeglichen Benchmark-Vorgaben sowohl in etablierte „Quality-Growth“-Titel als auch in sehr innovative, zum Teil disruptive Wachstumsunternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung. Wir analysieren Geschäftsmodelle mit fundamental-qualitativen Methoden und suchen Wachstumsunternehmen, die insbesondere von strukturellen Veränderungen profitieren.“

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Reinhard Pfingsten, CIO - Hauck & Aufhäuser

Kredite als Risiko

„Definitiv befinden wir uns seit einigen Monaten genau in diesem Umfeld: steigende Konjunktur, teilweise wie in Europa mit zunehmenden Wachstumsraten, sowie leicht anziehende Inflationsraten sind genau die Zutaten, die es für das „Goldlöckchen“-Szenario benötigt und genau diesen Datenkranz haben wir derzeit. Unterstützt und auch als Folge dessen geht dieses einher mit guten Unternehmensgewinnen. Diese steigen so stark, dass auch die Bewertungen der Aktien nicht unbedingt teurer geworden sind.

Zu betonen ist, dass gerade ein Umfeld mit leicht anziehenden Inflationsraten sehr positiv für Aktien ist. Für die nächsten Monate sehen wir weiterhin das oben beschriebene Umfeld. Als Risikofaktoren sollte man folgende Faktoren im Auge behalten: Die Verschuldung in China, die Entwicklung der Autokredite sowie der Kredite im Immobilienbereich, insbesondere im Einzelhandel, in den USA und natürlich die politische Situation in Europa, hier mit den nächsten Wahlen in Italien.“

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Alexander Dominicus, Fondsmanager - Mainfirst

„Konjunkturperspektiven haben sich aufgehellt“

„Wir haben in der Eurozone seit vielen Jahren geringes Wirtschaftswachstum und kaum Inflation. Die wirtschaftlichen Perspektiven haben sich allerdings verbessert und auch die Inflation zieht wieder an. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen ihren Tiefpunkt hinter sich haben und insbesondere zyklische Firmen zu den Gewinnern gehören.

Die Firmen sind wieder investitionsfreudiger. Rohstoffpreise haben sich von ihren Tiefständen erholt und die Inflation liegt wieder bei mehr als 1%. Auch die Konjunkturperspektiven haben sich aufgehellt, sodass die Europäische Zentralbank ihre geldpolitischen Maßnahmen in Zukunft nicht weiter verstärken muss.

Wir suchen Firmen, die ihre Gewinne aus eigener Kraft steigern können. Das kann beispielsweise auf Grund von Marktanteilsgewinnen oder Effizienzsteigerungen sein. Gelingt es uns die Unternehmen zu identifizieren, welche stärker als der Markt wachsen und attraktiv bewertet sind, ist es für das Portfolio weniger relevant, ob das Wirtschaftswachstum 1% mehr oder weniger beträgt.“

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Robert Beer, Fondsmanager - Robert Beer Investment

„Für europäische Blue Chips ist die jetzige Lage sehr gut“

„Vieles spricht dafür. Das konstante Wirtschaftswachstum, die geringe Inflation und das niedrige Zinsniveau schaffen dabei perfekte Vorraussetzungen für Unternehmen. Ja, wir können derzeit, gerade auch in Europa, getrost vom Goldilocks-Szenario sprechen.

Die Fakten sprechen also eine deutliche Sprache. Wie lange das Gleichgewicht jedoch andauert, kann niemand vorhersagen. Die Notenbanken gehen bereits ein bisschen vom Gas, das kann natürlich zu Bewegung führen. Aber es wurde auch viel Geld in den Markt gepumpt, was die Inflation begünstigen würde. Und: Externe Schocks können immer auftreten und sollten entsprechend bedacht werden.

Wir setzen grundsätzlich auf eine aktive Risikosteuerung und mischen unseren Investments Put-Optionen bei – das begrenzt die Risiken und lässt auch abseits der derzeitigen Lage beruhigter, weil risikoärmer, in die Zukunft blicken.

Mit unseren Analagestrategien verfolgen wir einen systematischen Ansatz, das heißt, wir sind grundsätzlich immer gleich ausgerichtet. Aber: Die Aktien profitieren. Gerade für europäische Blue Chips ist die jetzige Lage sehr gut. Davon profitiert dann auch wieder unser Portfolio sowie letztendlich die Anleger.“

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