Citywire - Für professionelle Investoren

Melden Sie sich an um unbeschränkten Zugriff zur Fondsmanager-Datenbank von Citywire zu bekommen. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

JPMorgan AM: Steht die Inflationsangst vor einem Comeback?

JPMorgan AM: Steht die Inflationsangst vor einem Comeback?

Die bisher bei Investoren vorherrschende Positionierung von ‘Long-Euro und Short-Dollar’ scheint sich nach Auffassung von Tilmann Galler, Global Market Strategist bei J.P.Morgan Asset Management, derzeit wieder zu normalisieren - einhergehend mit einer gewissen Dollar-Schwäche in den vergangenen Wochen.

Auslöser dieser Entwicklung war weniger das steigende Zinsdifferential zwischen den USA und der Eurozone, sondern eher die jüngste Abkühlung der Wirtschaft in Europa. Denn auf währungsgesicherter Basis sind aufgrund der stark gestiegenen kurzfristigen US-Zinsen, deutsche Bunds oder auch französische Staatsanleihen nach Kosten der Währungssicherung attraktiver als US-Treasuries, deren Rendite für zehnjährige Titel bei nahezu 3% rentiert. Zu diesem Schluss kam Galler unter anderem bei einem ETF-Roundtable von J.P.Morgan AM in München.

Auch die Entwicklung des Ölpreises weise einen sichtbar großen Unterschied aus Dollar- und Euro-Sicht auf. „Der Basiseffekt beim Rohölpreis veranschaulicht das unterschiedliche Niveau der Preissteigerung – in den USA entwickelt sich der Ölpreis in Richtung einer 60%igen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr – das lässt auch ein mögliches Comeback der Inflationsangst erwarten!“

Sollte die Inflation wieder verstärkt die Unsicherheit der Anleger beeinflussen, dürfte sich das auf die Anleihemärkte auswirken. So liege die erhöhte Volatilität zum Jahresstart nach Gallers Auffassung insbesondere in der Inflationsentwicklung begründet. Daher sollten Investoren diese kritische Kennzahl aktuell genau beobachten.

Die volkswirtschaftlichen Daten der Eurozone, wie etwa der Einkaufsmanagerindex, die Industrieproduktion und auch der Verbraucherpreisindex haben jüngst enttäuscht. „Die simultane Abwärtsbewegung dieser makroökonomischen Daten läuten jetzt ein Ende des 'Besser geht‘s nicht'-Szenario ein“, so Galler. Dennoch dürfte 2018 die Währungunion über dem Trend wachsen, wenn auchnicht mehr so dynamisch wie Ende 2017.

Das Verbrauchervertrauen ist in der Eurozone nach wie vor sehr hoch, unterstützt von  einem immer noch im Vergleich zum Vorjahr starken Euro, wodurch auch der allgemeine Preisauftrieb in der Eurozone geringer ausfalle. „Die Kaufkraft der Konsumenten ist somit weniger betroffen und wird zusätzlich in den Peripherieländern durch einen sich verbessernden Arbeitsmarkt unterstützt“, erklärt Galler. Auf der anderen Seite sei zu erwarten, dass der stärkere Euro sich in absehbarer Zeit negativ auf den Außenhandel auswirken dürfte, was den zukünftigen Beitrag der Netto-Exporte für das BIP-Wachstum senken dürfte.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.