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Leiter Fixed Income von Frankfurt Trust über die Zukunft der Anleihemärkte und Chancen in Italien

Leiter Fixed Income von Frankfurt Trust über die Zukunft der Anleihemärkte und Chancen in Italien

Ralf Ahrens, Leiter Fixed Income, von Frankfurt-Trust setzt auf Liquiditäts- und Kreditrisikoprämien statt auf Laufzeitprämien bei Unternehmensanleihen und erwartet ein gemächliches und vielleicht gutes Ende der quantitativen Lockerung der Zentralbanken.

„Unternehmensanleihen weisen gerade im kurzen und mittleren Laufzeitenbereich eine deutlich attraktivere Verzinsung auf als Staatsanleihen und sind zugleich weniger anfällig für politische Risiken. Sie sind daher zurecht beliebt“, erklärt Ahrens.

High Yield und Italien

Bei Unternehmensanleihen empfiehlt Ahrens eine Diversifikation von mehreren hundert Einzeltiteln für größere vermögensverwaltende Fonds. „Sofern dies zulässig ist, halten wir es für sinnvoll einen Teil des Portfolios im Segment High Yield zu investieren“, so Ahrens.

Auch Investitionen in Italien hält Ahrens für attraktiv, da sich interessante Prämien bieten, hierbei sollten die Anlagen jedoch unter ständiger Beobachtung der politischen Risiken stehen, so könnte es zu vorgezogenen Wahlen kommen.

Keine Gefahr durch Überbewertung 

Sämtliche Anlageklassen und insbesondere Anleihen sind für Ahrens zwar aufgrund der niedrigen Verzinsung aktuell überbewertet, aber er wittert hier keine Gefahr, denn die Zentralbanken würden ihre Bestände nicht über Nacht abbauen.

„Es wird vielmehr eine allmähliche Zurückführung der Bilanzvolumina erfolgen, was schwierig genug sein dürfte. Ich rechne mindestens mit einem Zeitraum von fünf Jahren“, prophezeit Ahrens und ergänzt: „Nachdem Katastropen bislang ausgeblieben sind, werden wir ja vielleicht beim Ausstieg positiv überrascht, indem Kapitalmärkte und die Realökonomie sich als robust erweisen.“

Wann die Zinswende kommt

Hinsichtlich der Hebung der Leitzinsen, sieht Ahrens die EZB mit gewissem zeitlichen Abstand folgen, dafür spricht für ihn die historische Tradition als Nachzügler der Fed.

„Eine solche Koordinierung von Geldpolitik wäre nicht nur wünschenswert, sondern würde der Eurozone im Falle des QE-Ausstiegs auch die Möglichkeit geben, aus den ersten Erfahrungen der Fed zu lernen“, erklärt Ahrens zuversichtlich.

Allerdings zweifelt Ahrens daran, dass im Jahr 2019/20 ein „normales“ Leitzinsniveau von drei oder vier Prozent erreicht wird.

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