Citywire - Für professionelle Investoren

Melden Sie sich an um unbeschränkten Zugriff zur Fondsmanager-Datenbank von Citywire zu bekommen. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

Löst der weltweit zunehmende Populismus eine erneute Finanzkrise aus?

Löst der weltweit zunehmende Populismus eine erneute Finanzkrise aus?

Unter dem verstärkten Einfluss des Populismus habe sich das wirtschaftspolitische Gefüge in den Folgejahren der Weltwirtschaftskrise spürbar verändert. Im heutigen globalen Umfeld wirken laut Andreas Freytag, Wirtschaftsprofessor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Risiken, die es vor der Finanzkrise noch nicht gegeben habe.

Um einer erneuten möglichen Finanzkrise entgegenzuwirken, sei eine Regelbindung, statt einer Ad-hoc-Politik entscheidend. In der jüngsten Vergangenheit habe es in der Konsequenz entweder Reformen im Sinne der Stabilitätspolitik gegeben oder Protektionismus und expansive Geldpolitik. Wobei zweiteres durch eine populistische Regierung begünstigt worden sei.

Doch im Rahmen der Geldpolitik seien auch die Bilanzoptionen der EZB und anderer Zentralbanken nicht ohne Risiko. In Anbetracht der Vermögenspreisinflation stelle sich die Frage, ob die Blase platzen werde. „Auch arbeitet der Geldmultiplikator nicht wie gewohnt - was passiert also, wenn der Geldschöpfungsprozess anspringt?“, hinterfragte Freytag bei seinem Vortrag während der Citywire Deutschland Veranstaltung auf Schloss Bensberg bei Köln.

Gefahr für und durch die Banken

Der Süden Europas weise hohe Risiken in den Bankbilanzen auf. Aber diese Situation zeige sich auch in anderen Ländern. Zudem sei zu bedenken, inwiefern die niedrige Zinsmarge die Geschäftsmodelle der Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland gefährde. „Gerade dieser Sub-Sektor finanziert den deutschen Mittelstand - was passiert in der Zukunft mit diesen Unternehmen, wenn das Hausbanksystem unter Druck gerät?“, so Freytag.

Hinzukommen etwa das Public Sector Assets Purchase Program, das die Reformbereitschaft in Deutschland verringere, anhaltende Ausstiegsdrohungen der Italiener, weitere Rettungspakete, welche die Reformen reduzieren, und neue Vermögenspreisblasen. All das lässt fraglich erscheinen, was in naher Zukunft mit den Banken und dem gesamten System passieren werde.

So habe die vergangene Finanzkrise de Populismus beflügelt und genau dieser scheint derzeit fruchtbarer Boden für eine erneute Finanzkrise zu liefern.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.