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MainFirsts Thomas Rutz sieht in Differenzierung der EM gute Kaufmöglichkeiten

MainFirsts Thomas Rutz sieht in Differenzierung der EM gute Kaufmöglichkeiten

MainFirst EM-Anleihenfondsmanager, Thomas Rutz, glaubt, dass das jüngste Auseinanderdriften der Schwellenländer in ihrer Performanz neue Chancen bietet.

„Nach der Krise in 2008 entwickelten sich die Schwellenländer zunächst homogen, doch nun ist die Performanz viel heterogener geworden. Daraus entstehen zusätzliche Opportunitäten,“ sagte der Fondsmanager des MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced.

Die Unterschiede zwischen den Spreads der verschiedenen Regionen würden gute Möglichkeiten zur Neugewichtung bieten. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden sich mittlerweile direkt auf die einzelnen Länder oder Regionen auswirken und so die Kluft zwischen relativen Gewinnern und Verlieren vertiefen, so Rutz.

„Drei Folgejahre nach der Krise hat man alles kaufen können. In diesem Jahr sind beispielsweise die Spreads im Mittleren Osten leicht zusammen gekommen. In Asien und Lateinamerika haben sie sich dagegen um die 50 Basispunkte ausgeweitet. Das sind relativ große Differenzen zwischen verschiedenen Regionen, welche aktiven Managern zusätzliche Möglichkeiten für Portfolioumschichtungen bieten,“ sagte der Schwellenländeranleihen-Fondsmanager.

Zinsen und Inflation in EM zu niedrig für Lokalwährungen

Dabei setzt der Fondsmanager auf Hartwährungen und hält sich trotz des allgemeinen Trends der jüngsten Zeit von Anleihen die auf lokale Währungen lauten fern. Gerade niedrige Zinsen bei gleichzeitig niedriger Inflation würden in vielen Schwellenländern gegen die Lokalwährungen sprechen, meint Rutz.

„Wir denken die lokale Zinskurve kann nur interessant sein, wenn die lokale Carry, also der Spread Zinskurs zum Dollar sehr attraktiv ist, aber die Zinsen in den Emerging Markets sind auch sehr niedrig und die Inflation in den Märkten ist tief. Die hohen Inflationserwartungen in Asien wurden enttäuscht. Die aktuelle Lage spricht nicht wirklich für Anlagen in lokale Währungen,“ erklärte er.

„Wenn man niedrige Inflation hat und die Wirtschaft nicht ausreichend zu Growth geht, dann gibt es eigentlich keinen Grund, dass man in lokalen Währungen investiert sein muss. Ich glaube das ist der größte Fehler der dieses Jahr von vielen Investoren im Universum gemacht wurde: das sie sie blind lokale Währungen und Local Currency Anleihen gekauft haben,“ fuhr Rutz fort.

Für China sieht der MainFirst Fondsmanager noch lange keine harte Landung voraus und kritisiert die schlechte Presse der letzten Jahre, die viele chinesische Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes erhalten hätte. Denn viele der Unternehmen würden regelmässig überprüft werden, so Rutz. „Das benötigte Zahlenmaterial ist vorhanden und ein gutes Management steht dahinter. Viele der Unternehmen werden nun regelmäßig von guten Wirtschaftsprüfern unter die Lupe genommen,“ sagte er.

„Die kürzliche Ankündigung der neuen Reformen zeigt deutlich, dass sich die politische Elite viele Gedanken gemacht hat, wie das Wachstum in China längerfristig und nachhaltig unterstützt werden kann. Nun geht es eigentlich darum, abzuwarten, wie und wann die Reformen implementiert werden,“ sagte Rutz.

15% des Fonds ist in Mainland China und 4% in Hong Kong investiert, so Rutz.

Südafrika als „gutes Proxy für die ganze Region“

Viele der Unternehmen, in die er in Südafrika investiert sei sind international bekannte Unternehmen. Ein Beispiel sei die Standard Bank, die einen großen Teil ihres Geschäfts außerhalb Südafrikas mache.

„Südafrika ist zwar ökonomisch und politisch nicht unser Favorit, aber in vieler Hinsicht und vor allem von der Corporate Governance her viel besser als viele andere afrikanische Länder. Während der volatilen Marktphase im Sommer zeigte sich Südafrika als ein relativ stabiler Performer,“ erklärte Rutz. „Südafrika ist eine gute Proxy für die ganze Region,“ ergänzte er.

Für 2014 erwarten der MainFirst-Fondsmanager und sein Team ein leicht stärkeren US Dollar und sind deshalb überzeugt, dass Mittel in den Schwellenländern zunehmend in Hartwährungen fliessen. „Das wäre ein gutes Umfeld für unser Portfolio,“ sagte er.

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