Da zuletzt zu viel Geld in Aktien geflossen sei, erachtet Marc Faber, alias Dr. Doom, die aktuelle Entwicklung der Kurse am US-Aktienmarkt als geeigneten Moment, um Aktieninvestments zurückzuschrauben, - dies äußerte er in einem Video-Interview mit der Schweizer Finanzplattform Insideparadeplatz.

So erachtet Faber den Absturz der vergangenen Tage noch nicht als Ende dieser ersten Tendenz. Entscheidend sei auch die Vervierfachung der Aktienkurse seit der Erholung aus der Finanzkrise in 2008. Es zeigen sich einige Symptome, die das Ende einer Hausse charakterisieren, wie beispielsweise Zuflüsse in Aktien-ETFs von über $100 Milliarden, ein Rekordwert.

„Ein Symptom einer Blase ist, dass sich Preise von der Realität lösen - und die Realität ist nicht so glänzend wie dargestellt!“, betont Faber. Zwar habe sich die Wirtschaft erholt, aber man müsse auch fragen wieso. Die Notenbanken haben ihre Bilanzsummen wesentlich erhöht: In den USA ist dieses Vorgehen zu Ende gegangen - in Europa aber halte der Vorgang noch an. „Auch Japan und China haben mitgemacht.“ In der Folge seien die Börsen gestiegen.

Auf den Zusammenhang achten

Im Vergleich zu den großen Abstürzen in der Vergangenheit, sei dieser in der vergangenen Woche in Punkten zwar groß gewesen, prozentual aber nicht. „Die Gefahren für die Welt könnten heute ungleich größer sein“, so Faber.

Sollten die Aktienkurse in diesem Umfeld um 20% abwerten, dann habe das einen gewaltigen Einfluss auf die gesamte Wirtschaft. Sogar eine weltweite Rezession würde laut Faber drohen.

Insgesamt rücke der Zusammenhang von steigenden Aktienkursen an den Börsen und die Gewinnsteigerungen der Unternehmen, oftmals in den Hintergrund. Dabei sei dieser bedeutende Faktor aufgrund der direkten oder indirekten Spekulationen der Unternehmen an den Märkten (beispielsweise mittels Aktienrückkäufen) nicht außer acht zu lassen.

„All das ist riskant - wenn ich viele Aktien hätte, dann würde ich jetzt verkaufen“, betont Faber.