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Max Otte: „Marktkapitalisierung der Deutschen Bank ist beinahe lächerlich“

Max Otte: „Marktkapitalisierung der Deutschen Bank ist beinahe lächerlich“

Börsenprofi Max Otte ist dem deutschen Aktienmarkt gegenüber kritisch gestimmt: „Der Abstieg der deutschen Börse zur Provinzbörse ist so ziemlich vollzogen“, sagt der Fondsmanager im Gespräch mit Citywire Deutschland und fügt hinzu: „Die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank beispielsweise ist beinahe lächerlich. Es gibt in Deutschland keine stolzen Großkonzerne mehr.“

Vor allem die Deutsche Bank geriet aufgrund von Milliardenverlusten und Neustrukturierungen stark unter Druck. Der Aktienwert der Deutschen Bank sank zwischenzeitlich auf unter €15 Euro pro Papier – erstmals seit dem Jahr 2009 und der großen Bankenkrise. Seit Jahresbeginn verlor die Deutsche-Bank-Aktie fast 35% und ist damit der schlechteste Wert im DAX überhaupt.

Der DAX verlor im Laufe der Woche rund 6% und rutschte zum ersten Mal seit Oktober 2014 unter die Marke von 9000 Punkten. Am deutschen Aktienmarkt gerieten dabei vor allem Großkonzerne wie die Deutsche Bank, RWE oder Allianz unter die Räder, die teilweise bis zu 15% an Wert am Aktienmarkt verloren. Insgesamt sank der Wert des DAX seit Jahresbeginn um 20%.

Europa hat das größte Aufholpotential bei Aktien

Trotz oder gerade wegen der heiklen Lage am deutschen Aktienmarkt, sieht Otte aber auch Chancen. „In Deutschland und im Euroraum sind die Bewertungen sehr günstig und durch die US-Politik gedrückt worden. Fuchs Petrolub, BMW, Münchner Rück oder Allianz sind derzeit allesamt günstig zu haben“, so Otte.

Seit Jahresbeginn ist bis Mitte Februar 2016 kein einziger der 30 Werte im deutschen Leitindex im positiven Bereich.

Der Kurs-Verfall an der deutschen aber auch generell an den europäischen Börsen würde im vergleich zum US-Markt den Markt noch attraktiver machen: „Der US-Markt ist im Vergleich zu Europa viel höher bewertet. Allerdings ist dort auch die Luft dünner. Deswegen sehe ich in Europa das größte Aufholpotential für die Aktienmärkte in diesem Jahr“, sagt Max Otte.

„Realwirtschaftliche Situation ähnelt einer Vorkriegswirtschaft“

„Aktuell findet nicht nur in Deutschland ein Kursrutsch statt, sondern weltweit. Aber anders als 2008 gibt es derzeit keine große Blase, die zu platzen droht“, sagt Otte, der die Lage allerdings weit kritischer sieht, als viele seiner Kollegen.

„Wir haben es mit einigen realwirtschaftlichen Problemen zu tun, wie etwa dem verlangsamten Wirtschaftswachstum in China, der Wirtschaftssituation in den USA mit vielen Fracking-Firmen, die durch den niedrigen Ölpreis unter Druck geraten sind, den Sanktionen gegen Russland und auch den Problemen der BRIC-Länder“, so der Krisen-Prophet, der hinzufügt: „Das ist eine gefährliche realwirtschaftliche Situation, die einer Vorkriegswirtschaft ähnelt.“

Max Otte sieht sogar eine weitaus schlimmere Krise als aus dem Jahr 2008: „Die Gefahr, dass die Abwärtsspirale in der wir uns befinden, weiter nach unten geht, ist real. Eine mögliche Weltwirtschaftskrise, die dadurch entstehen könnte, würde viel schlimmer als 2008 ausfallen und stellt eine massive Gefahr für die Weltwirtschaft dar“.

Otte hofft auf den Brexit

Ein möglicher Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union wird als zusätzliches Risiko an den Märkten eingepreist. Der Fondsmanager würde jedoch den sogenntanten Brexit jedoch begrüßen. Im Gespräch mit Citywire Deutschland sagte Otte: „Ich hoffe, dass der Brexit kommt. Großbritannien ist ein Fremdkörper in der EU und macht die Politik in der Eurozone schwierig beziehungsweise oft kaputt.“

Wenn Großbritannien die EU verlassen würde, würde das Europa politisch und damit auch wirtschaftlich einigen. Die Vorteile für die Eurozone würden überwiegend und für den Standort Frankfurt würde sich eine große Chance bieten. „Ich befürchte allerdings, dass es nicht zum Brexit kommen wird“, so Otte.

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