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Michael Stegmüller von Performance IMC im Portrait

Michael Stegmüller von Performance IMC im Portrait

Der Countdown läuft. Weniger als ein Jahr bleibt bis zur geplanten Umsetzung der MiFID II-Richtlinie. Die Finanz­branche ist im Wandel. Vor allem Vermögensverwalter sind von diesen Maßnahmen betroffen. Steigende Regulierung, mehr Aufwand und höhere Kosten. Auf den ersten Blick keine erfreulichen Nachrichten für die Branche. Das ist bereits im Vorfeld durch eine erhöhte Konsolidierung erkennbar. Aber Veränderungen bedeuten auch Chancen

„Wir sind sehr optimistisch was die Vermögensverwalter- Branche angeht. Der Anteil an der Verwaltung und Betreuung von Vermögen in Deutschland ist noch sehr klein. Auch wenn es immer mehr Regulierung gibt, sehe ich unsere Branche als Wachstumsbranche“, sagt Michael Stegmüller, seit 2011 Vorstand der Performance IMC Vermögensverwaltung.

Die Tendenz, diese Dienstleistung nutzen zu können, steige. Mit einer professionellen, unabhängigen Vermö­gensverwaltung stünden die Chancen für Wachstum sehr gut. Dieses Konstrukt entstand 2000 durch die Gründung der Performance IMC Vermögensverwaltung durch Andreas Müller, die seit 2007 mit dem von Stegmüller gegründeten Family Office PC Portfolio Consulting kooperiert. Die Kooperation fand statt, weil sich Synergien auf vielen Ebenen ergeben haben. Beide Firmen bestehen jedoch weiter unabhängig voneinander.

„Müssen uns als Vermögensverwalter bemühen, wahrgenommen zu werden“

Inzwischen hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Mannheim 30 Mitarbeiter sowie Büros in Heidelberg, Köln/Bonn, Frankfurt und München. 50% des betreuten Vermögens liegt bei Privatkunden und 50% bei institutionellen Kunden.
Die Performance IMC Vermögensverwaltung hat sich seit der Gründung deutlich vergrößert. Zugleich müsse man sich aber auch entsprechend für das anstehende Wachstum positionieren. „Es ist ein Wettbewerb, dem man sich stellen muss. Deswegen muss man sich stark mit der steigenden Regulierung beschäftigen, die sich auf viele Arbeitsfelder auswirkt“, so Stegmüller, der auch unter anderem für die Fondsselektion des Unternehmens verantwortlich ist.

„Der Markt wird immer mehr Service-orientiert werden und offline und online funktionieren. Die Qualität der Beratung muss sehr hoch sein. Wir müssen uns aber immer noch darum bemühen, wirklich wahrgenommen zu werden. Kunden gehen eher zu einer der Banken, weil diese mehr Marketing betreiben. Insofern muss man sich über gute Leistungen empfehlen“, sagt Stegmüller.

VuV lässt Vorreiterrolle vermissen

Ihm ist es wichtig, nicht nur seine eigene Firma in der Branche zu platzieren, sondern auch die gesamte Branche hervorzuheben. „Ich denke schon, dass unsere Branche wahrgenommen werden kann und deswegen noch großes Wachstumspotential besitzt. Unsere Wachstumsraten müssten größer sein als bei Privatbanken, die ihr Konzept oftmals umstellen müssen und neue Felder finden, wie sie sich durch steigende Regulierung erfolgreich aufstel­len.“ Außerdem hätten Privatbanken mit zunehmender Konsolidierung zu kämpfen.

Dabei nimmt Stegmüller für ein erfolgreiches Wachstum und eine starke Positionierung von Ver­mögensverwaltern innerhalb der Finanzwelt auch den Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) in die Verantwortung. „Als Gruppe der Vermögensverwalter haben wir eine große Chance, wenn wir uns gemeinsam präsentieren und zusammentun, uns in der großen Masse der Finanzdienstleistungen prominent zu platzieren. Dafür ist der VuV prädestiniert.“

Vermögensverwalter sollten als Spezialisten für Kun­den gesehen werden. Die jeweiligen Vermögensverwalter dürften sich aber nicht gegenseitig als Konkurrenten sehen, plädiert Stegmüller. „Wenn die Branche generell wächst, dann ist das positiv für alle Vermögensverwalter.“ Man müsse Wege finden, als gesamte Branche mehr Assets under Management zu generieren. „Da sollte der VuV meiner Meinung nach eine zentrale Rolle spielen. Wir müssen als Branche generell mehr und intensiver wahrgenommen werden.“

Sobald Kunden bei Großbanken oder Privatbanken unzufrieden seien und dort die fehlende Transparenz vermissen, müssen potentielle Kunden wissen, dass es den VuV und unabhängige Vermögensverwalter gibt. „Wir als Vermögensverwalter bieten Kunden den direkten und einen lebenslang begleitenden Kontakt. Das ist ein Vorteil gegenüber Privatbanken, wo der persönliche Berater oftmals wechselt. Wir sind Unternehmen. Nichts ist uns wichtiger, als dass wir als Firma und natürlich auch der Kunde erfolg­reich ist. Das ist unser großes Plus in der Branche und ermöglicht uns eine große Chance.“

Japan: Ein schlafender Riese

Chancen sieht Stegmüller allerdings nicht nur auf der Business-Seite für sein Unternehmen oder die gesamte Branche, sondern auch für Investments in Europa und Japan. So sind derzeit rund 20% des Aktien-Portfolios bei einer ausgewogenen Strategie in japanische Aktien investiert. „Wir sehen die größte Gewinndynamik in Japan bei den Unternehmensgewinnen. Japan hat eine stabile Notenbankpolitik mit niedrigen Zinsen. Der Ausblick ist, dass die Zinsen eine Weile niedrig bleiben werden“, erklärt Stegmüller.

Das stärkere Gewinnwachstum bei japanischen Unternehmen treibe außerdem die Bewertungen. „Japan wurde in der vergangenen Krise zudem stark modernisiert und ist ein Land, das alle Vorausset­zungen bietet, um eine führende wirtschaftliche Rolle einzunehmen. Dies haben wenige Investoren auf dem Zettel. Meiner Meinung nach ist Japan beinahe ein schlafender Riese. Dies wird Investoren anlocken. Auch wenn man die Währungskomponente berücksichtigen und absichern muss.“

Absichern ist ein Stichwort, das häufig fällt, wenn Stegmüller über seine Investment-Entscheidungen spricht. „Wir sehen uns als Risikomanager unserer Kunden. Jede Strategie für unsere Kunden ist einem Risikomaß untergeordnet. Dieses Maß soll nicht unter­schritten werden.“ So ist auch jedes Investment breit diversifiziert. Ein ETF wird oft als Grundlage verwendet, wenn sinnvoll, wird diesem ein Absicherungsprodukt sowie ein Long/Short-Manager hinzugefügt. Für die gezielte Outperformance machen Stegmüller und sein Team zudem einen Alpha-Manager aus.

„In jedem Markt wollen wir verschiedene Elemente finden, die das Risiko steuern und zentriert in den Portfolios darstellen. Dadurch ergeben sich die Rendi­techancen für die jeweiligen Strategien“, so Stegmüller. Für europäische Aktien investiert der Fondsselektor derzeit gerne in den von Matthias Born verwalteten Allianz Euroland Equity Growth. Bei deutschen Aktien favorisiert er den FPM Funds Stockpicker Germany All Cap, den Raik Hoffmann und Martin Wirth, zwei ehemalige DWS-Nebenwertemanager, verwalten.

Mehr Value in Europa und Japan

Neben Japan ist das zweite große Übergewicht von Stegmül­lers Portfolios derzeit in Europa. 40% der Aktientitel stam­men aktuell in einem ausgewogenen Mandat aus Europa. „Europa war die vergangenen Jahre im Vergleich zu den USA ein sehr starker Underperformer. Wir erwarten, dass Europa in den kommenden zwölf Monaten viel aufholen kann und aktuell deutlich günstiger bewertet ist als die USA.“

Trotz höherer Bewertungen lässt sich der US-Markt natürlich nicht meiden. US-Aktien machen derzeit 30% des ausgewogenen Portfolios aus und stellen ein Unter­gewicht dar. „Donald Trump spielt schon eine Rolle für diese Entscheidung. Trotz der Gewinnrezession, die in den vergangenen Jahren in den USA stattgefunden hat, haben uns die USA in den vergangenen zwei Jahren getragen“, so Stegmüller. Zwar könne Trump eine Verlängerung des Zyklus um zwei, drei Jahre hinkriegen und damit auch die Aktienmärkte treiben. „Mehr Value steckt für uns aber zweifelsfrei in Europa und Japan. Trotzdem dürfen wir die Chancen in den USA natürlich nicht ignorieren.“

Zurückhaltend zeigt sich Stegmüller gegenüber Schwellenländer-Investments. „Wir sehen Schwellenländer zwar positiv, sind dort aber noch etwas untergewichtet. Diese müssen die Dollar-Stärke erst einmal verkraften. Aber im Laufe des Jahres können wir uns durchaus vorstellen, Schwellenländer-Aktien stärker zu gewichten“, so der Fonds-Selektor. Momentan machen 10% der Aktien- Investments Schwellenländer aus. Trotz allem haben diese die Mittelabflüsse der vergangenen Jahre gut verkraften können. „Wir denken, dass wir dort in diesem Jahr noch gute Einstiegskurse finden werden und dann von einem weiteren Aufschwung profitieren. Allerdings fokussieren wir uns mehr auf langfristige Themen wie Japan.“

Vorteile gegenüber Fintechs

Mit Hinblick auf die Zukunft ist auch die steigende Digitalisierung der Performance IMC zu sehen. „Die Zukunft der Vermögensverwaltung ist mit Sicherheit digital, trotzdem ist Betreuung, auch an verschiedenen Standorten weiterhin wichtig, aber vielleicht langfristig nicht mehr von Bedeutung.“

Im Rahmen der steigenden Digitalisierung sei für die Branche wichtig, die Transparenz zu erhöhen. „Das wird den Markt verändern. Unser Geschäft ist ein Vertrauensge­schäft. Dieses Vertrauen wird immer wichtiger, wenn mehr und mehr Geschäfte online verlaufen“, sagt Stegmüller.

Mit Blick auf die steigende Konkurrenz in Form von Fintechs und Robo-Advisorn, die aus dieser Digitalisie­rung hervorgeht, bleibt Stegmüller allerdings gelassen. „Fintechs bilden derzeit immer ab, was gewesen wäre, wenn sie die letzten Jahre investiert gewesen wären. Aber zentral ist doch, wie ich als Vermögensverwalter in Krisensituationen agiere. Wie ich mit dem Kunden in Kontakt trete. Dann weiß der Kunde auch, was es heißt, mit einem Berater zu arbeiten, der sich um ihn kümmert und auch aktive Vorschläge macht.“

Wachstum in München?

Um diese Kontakte zu pflegen und eine entsprechende Beratung gewährleisten zu können muss das Team entsprechend wachsen. „Im Hinblick auf steigende Kosten durch höhere Regulierung wollen wir organisch wachsen und sind durch unsere verschiedenen Vertriebs- Büros in ganz Deutschland auch bereits gut aufgestellt. Es geht vor allem darum, qualitativ starke Teams aus der Bankenwelt für uns zu begeistern und mit attraktiven Angeboten für uns zu gewinnen. Am Ende zählen nur das Produkt beziehungsweise die Leistung und die attrakti­ven Verdienstmöglichkeiten.“

Einer dieser neuen Standorte könnte in München liegen. Dort besitzt das Unternehmen bereits ein Büro, das derzeit aber nur als Backoffice genutzt wird. „Die Standorte Stuttgart und München sind sehr interessant für uns.“ Konkretes Wachstum also für die Performance IMC Vermögensverwaltung, die sich mit diesen Maßnah­men bereit für einen Wettbewerb unter Gleichgesinnten machen möchte.

Der Artikel wurde in der Februar-Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland veröffentlicht.

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