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MiFID II als Chance oder Geschäfts-Aus: Konsolidierung der Branche

Die Branche der Vermögensverwalter befindet sich durch MiFID II in einer Umbruchphase. Welche Einstellung haben Vermögensverwalter gegenüber der Konsolidierung innerhalb der Branche?

Die bevorstehende Regulationswelle durch MiFID II und das Investmentsteuerreformgesetz versetzt die Branche der Vermögensverwalter in eine Umbruchstimmung. Wie groß die in diesem Zusammenhang möglichen Umwälzungen tatsächlich sein werden, wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen.

Vor allem kleinere Vermögensverwalter stehen unter Umständen vor der Entscheidung, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, oder sich gar mit anderen Mitbewerbern zusammenzuschließen, um dem Kostendruck und dem zusätzlichen Aufwand zur Bewältigung der Regulierunganforderungen gerecht zu werden.

Innerhalb der Branche sind die Meinungen so unterschiedlich, wie die bestehenden Angebote. Vermögensverwalter aus ganz Deutschland geben Antworten auf die Fragen:

Welche Einstellung haben Sie gegenüber der Konsolidierung innerhalb der Vermögensverwalter-Branche? Wie sieht diesbezüglich Ihre Erwartung an die Zukunft der Branche aus?

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Christian Fischl

Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung, München

„Eine Konsolidierung der Branche einhergehend mit Zusammenschlüssen wird somit definitiv eintreten“

Mit der zunehmenden Regulierung wird es wohl für kleinere Vermögensverwalter immer schwieriger allen Anforderungen gerecht zu werden. Früher war es durchaus die Regel, dass regulatorische Dinge nebenbei gemacht wurden, aber das ist heutzutage nicht mehr möglich. Gerade für Themen wie die Einführung von MIFID II braucht es hauptamtliche Mitarbeiter, die sich ausschließlich damit beschäftigen. Eine Konsolidierung der Branche einhergehend mit Zusammenschlüssen wird somit definitiv eintreten. Unser Haus hat sich frühzeitig darauf eingestellt und deshalb sehen wir dieser Entwicklung gelassener entgegen als der ein oder andere Mitbewerber. Für die Endkunden ist diese Regulierung sehr gut, denn in früheren Zeiten war leider Intransparenz an der Tagesordnung und viele Kunden wussten nicht wirklich, was sie an Gebühren bezahlen oder wo überall Gebühren lauerten. In der Finanzbranche ist es wie in der Natur, nur die starken, gesunden werden überleben und es trennt sich klar die Spreu vom Weizen. Trittbrettfahrer wird es bald nicht mehr geben sondern nur noch Unternehmen wo offen und ehrlich mit dem Kunden umgegangen wird.

Die Finanzbranche wird klar nochmal ausgedünnt und am Ende wird echtes Know How und ehrliche Dienstleistung überleben. Ich denke solange die Marktwirtschaft und der damit einhergehende Kapitalismus weiter funktionieren wird es auch Bedarf an Finanzmanagern geben. Es wird immer Leute geben die in Ihrem Leben vermögend geworden sind, dahingestellt aus welchen Gründen auch immer, und nicht alle wollen sich selbst darum kümmern, sondern möchten dies vertrauensvoll delegieren. Jeder der sich nun in diesem Markt behaupten will muss Erfahrung, Know How und Leidenschaft für Kapitalmärkte und auch für Menschen mitbringen. Wobei es auch Menschen geben wird, die sich lieber Fintechs anvertrauen und aber genauso wird es Menschen geben, die mit jemandem sprechen möchten und beiden Herausforderungen muss man sich stellen. Banken stecken leider in Ihrer Struktur fest und tun sich schwer Individualität anzubieten, dies ist die große Chance von Vermögensverwaltern sich die Individualität und Flexibilität für Ihre Kunden zu erhalten. Wir sehen von daher positiv in die Zukunft für unser Unternehmen.

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Norbert Schulze Bornefeld

Eichler & Mehlert Finanzdienstleistungen, Düsseldorf

„Daher erwarte ich eher eine Konsolidierung der Branche über Marktaustritte, die eher schleichend stattfinden wird“

Die Vermögensverwaltung in Deutschland steht nicht nur durch MiFID II vor erheblichen Umbrüchen. Häufig wird über den bürokratischen Kostendruck gesprochen, um Konsolidierungsdruck in der Branche zu rechtfertigen. Hier lautet die (zu einfache) Gleichung: höheres Volumen – geringere Stückkostenbelastung. Das ist sicher nicht falsch – geht aber am eigentlichen Thema vorbei.

Neben aller berechtigten Kritik in Bezug auf die sehr bürokratische Ausgestaltung der Regelungen unter MiFID II bleibt ein positiver Kern: Eine signifikante Erhöhung der Transparenz bei Leistung und Kosten einer Vermögensverwaltung! Gesamtkostenquoten von zum Teil deutlich über 2%, wie sie oft bei Dachfondskonzepten selbst für konservative Anlagekonzepte von einigen Banken verlangt werden, sind absolut nicht mehr zu rechtfertigen. Das wird jetzt transparent werden. Vermögensverwaltungskonzepte bei denen der Löwenanteil der zu erwartenden Bruttoperformance nicht beim Anleger sondern beim Anbieter landet, werden es zukünftig zu Recht im Markt sehr schwer haben. Leistungs- und Kostentransparenz wird den Markt der Vermögensverwaltung in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Vermögensverwalter, die sich auf ihre Kernkompetenzen besinnen und professionell aufgestellt sind, werden gegenüber den Banken sicher weitere Marktanteile gewinnen.

Wer gut aufgestellt ist, braucht ein Mehr an Transparenz nicht zu scheuen. Ist diese Transparenz und Fairness dem Kunden gegenüber nicht das zentrale Argument für bankenunabhängige Vermögensverwaltung? Und sind es nicht eigentlich die Banken, die ein Problem haben?

Dennoch, einige Marktteilnehmer werden sich kritisch fragen müssen, ob ihr Geschäftsmodell unter den beginnenden Veränderungsprozessen zukunftsfähig ist. Auch wenn der Markt für unabhängige Vermögensverwalter eher wachsen wird, werden wir eine Reihe von Marktaustritten und Zusammenschlüssen unter den Anbietern sehen, weil sich die Break-even-Schwelle der Kostenseite weiter verschieben wird.

Doch sollte man bei Fusionen von Vermögensverwaltern sehr vorsichtig sein, da die kulturellen Unterschiede z.T. erheblich sind. Zahlreiche mahnende Beispiele aus dem Bankenbereich belegen eindrucksvoll, das bei Zusammenschlüssen im Finanzdienstleistungsbereich 1 +1 höchst selten 2 ergibt. Daher erwarte ich eher eine Konsolidierung der Branche über Marktaustritte, die eher schleichend stattfinden wird.

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Marc Pasdag

Prometheus Vermögensmanagement, Langenfeld

„Es wird weniger kleine und spezialisierte Vermögensverwalter geben“

Professionelle Vermögensverwalter sollten nicht erst ab 2018 in der Lage sein, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Schließlich gebietet unser Selbstverständnis seit jeher Transparenz und Fairness unseren Kunden gegenüber. Leider wird es im Zuge der Konsolidierung aber nicht um die Qualität der Vermögensverwalter gehen, sondern eher um die Größe und damit das Budget und die Leistungsfähigkeit in der Administration.

Es wird weniger kleine und spezialisierte Vermögensverwalter geben. Mehr Standardisierung wird zu mehr Mittelmaß bei den Ergebnissen führen.

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Karl-Heinz Geiger

SVA Vermögensverwaltung, Stuttgart

„Die Erwartung für die Branche sieht nach unserem Dafürhalten weiterhin sehr gut aus“

Eine Konsolidierung innerhalb der bankunabhängigen Vermögensverwaltungen wird es aus verschiedenen Gründen geben. Die zunehmende Regulierung ist nur ein Punkt, aber sicherlich ein sehr gewichtiger. Es wird für kleinere Unternehmen in den nächsten Jahren zunehmend schwieriger werden, die jeweiligen Anforderungen, die durch die BaFin beziehungsweise MIFID II vorgegeben werden, zu erfüllen. Der Kostendruck wird dadurch nochmals zunehmen und die Unternehmen zwingen, bestimmte, nicht produktive Bereiche mit anderen Verwaltern zu bündeln oder dann gleich eine Fusion mit diesen Verwaltern anzustreben.

Die Erwartung für die Branche sieht nach unserem Dafürhalten weiterhin sehr gut aus. Man muss sich eben nur den neuen Gegebenheiten und Herausforderungen stellen. Die Kostentransparenz gegenüber dem Kunden wird auch dazu führen, dass die Kunden eben dann auch die von Banken erhobenen Kosten sehen werden und somit einen objektiven Vergleich anstellen können. Die Vermögensverwalter brauchen sich in diesem Zusammenhang nicht verstecken und haben deshalb sehr gute Chancen weitere Mandate aus der Bankenlandschaft zu gewinnen. Es bedarf aber eben einer gewissen Mindestgröße für das Institut und diese Mindestgröße wird sich nach unserer Meinung in den nächsten Jahren weiter nach oben schieben. Einzelkämpfer haben es heute schon sehr schwer und werden es in den nächsten Jahren eben noch deutlich schwerer haben.

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Andre Spee

GSAM + Spee Vermögensverwaltung, Düsseldorf

„Wir stehen den neuen Herausforderungen positiv gegenüber und haben unser Geschäftsmodell schon auf diese Herausforderungen vorbereitet“

Aufgrund der zunehmenden Regulierung durch MiFID II und den damit nochmals steigenden Anforderungen an die Vermögensverwalter-Branche halten wir eine Konsolidierung für naheliegend und sinnvoll. Dies kann für die am Konsolidierungsprozess aktiv teilnehmenden Institute auch durchaus vorteilhaft sein.

In schon näherer Zukunft werden kleinere Vermögensverwalter entweder mit anderen Vermögensverwaltern kooperieren oder ihre Geschäftstätigkeiten zusammenlegen müssen. Denn dieses erhöht die Kompetenzen und senkt die Kosten. Letzteres wird auch notwendig sein, da zum einem neue Vermögensverwalter" ( z.B. Robo-Advisor ) in den Markt eintreten und Marktanteile gewinnen werden. Zum anderen wird die neue Kostentransparenz unter MiFID II ( ex-ante / ex-post ) eher zu rückläufigen Gewinnmargen führen. Wir als GSAM + Spee Asset Management AG stehen den neuen Herausforderungen positiv gegenüber und haben unser Geschäftsmodell schon auf diese Herausforderungen vorbereitet.

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