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MiFID II: Rentiert sich die Beratung für Vermögensverwalter noch?

Unter MiFID II ist das Beratungsgeschäft für viele Unternehmen nicht mehr rentabel. Andere hingegen fokussieren sich auf das Advisory-Geschäft. Welche Chancen und Hürden bestehen für beide Modelle?

Die ersten Monate unter MiFID II sind überstanden und erste Tendenzen zeichnen sich ab. Kleinere Vermögensverwaltungen schließen sich verstärkt zusammen oder geben ihre entsprechende 32er-Lizenz der BaFin zurück.

Aber auch Vermögensverwalter, die weiterhin am Markt bestehen, müssen ihr Business-Modell überdenken und möglicherweise anpassen. Die Gretchenfrage lautet dabei: Lohnt sich für einen Vermögensverwalter noch das Beratungsgeschäft? Oder sollte man sich unter MiFID II und der steigenden Regulierung voll auf das Verwaltungsgeschäft fokussieren?

Für viele Vermögensverwalter scheint die Beratung schlicht nicht mehr rentabel zu sein. Aufwand und Ertrag stehen in Zeiten, in denen Prozesse digitalisiert, verschlankt und effizienter gestaltet werden müssen, nicht mehr in einem wirtschaftlichen Verhältnis. Welche Chancen und Risiken bietet die Beratung unter MiFID II für die folgenden Unternehmen? Und ist es womöglich auch reizvoll, sich ausschließlich auf die Beratung zu konzentrieren?

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der März-Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland.

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Die ersten Monate unter MiFID II sind überstanden und erste Tendenzen zeichnen sich ab. Kleinere Vermögensverwaltungen schließen sich verstärkt zusammen oder geben ihre entsprechende 32er-Lizenz der BaFin zurück.

Aber auch Vermögensverwalter, die weiterhin am Markt bestehen, müssen ihr Business-Modell überdenken und möglicherweise anpassen. Die Gretchenfrage lautet dabei: Lohnt sich für einen Vermögensverwalter noch das Beratungsgeschäft? Oder sollte man sich unter MiFID II und der steigenden Regulierung voll auf das Verwaltungsgeschäft fokussieren?

Für viele Vermögensverwalter scheint die Beratung schlicht nicht mehr rentabel zu sein. Aufwand und Ertrag stehen in Zeiten, in denen Prozesse digitalisiert, verschlankt und effizienter gestaltet werden müssen, nicht mehr in einem wirtschaftlichen Verhältnis. Welche Chancen und Risiken bietet die Beratung unter MiFID II für die folgenden Unternehmen? Und ist es womöglich auch reizvoll, sich ausschließlich auf die Beratung zu konzentrieren?

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Markus Schön - DVAM, Detmold

MiFID II wird gerade von Sparkassen und Volksbanken dazu genutzt, noch stärker zu standardisieren. Die individuelle Beratung kommt dann zu kurz, sodass man bei Kreditinstituten nicht mehr von Beratung, sondern ausschließlich von Produktverkauf sprechen muss. Die so noch größer werdende Marktlücke ist eine Chance für alle unabhängigen Anbieter.

Wer Vermögensverwaltung langfristig und nachhaltig im Kundensinne erfolgreich gestalten will, muss erst die individuelle Kundensituation, die Wünsche und Ziele, aber auch die Kenntnisse verstehen. Ohne individuelle Beratung ist dies kaum möglich; nur so kann man sich als Problemlöser für Kunden etablieren und dauerhaften Kundennutzen schaffen.

Natürlich ist dies auch bei uns mit Kosten verbunden. Hier ist durch die technischen Möglichkeiten Einsparpotenzial vorhanden. Dann verliert Regulatorik auch ihren Schrecken und es treten zwei Vorteile in den Vordergrund. Zum einen grenzt man sich so von leider weiterhin weitgehend unregulierten Anbietern ab, die ja – neben Banken und Sparkassen – die Ursache für den schlechten Ruf der Finanzbranche sind.

Zum anderen haben die Regulierungen der vergangenen Jahre die Markteintrittsbarrieren deutlich erhöht. Wer viele Jahre am Markt erfolgreich tätig ist, entwickelt sich – auch in der Regulatorik – stetig weiter und ist in einem Wachstumsmarkt etabliert. Für Neueinsteiger ist dies trotz aller positiven Perspektiven für Vermögensverwalter kaum aufholbar.

Geschäftsführung: Markus Schön

Standorte/Niederlassungen: Detmold als Unternehmenszentrale und Berlin mit gebundenen Vermittlern

Mitarbeiter: 17

Assets under Management: €2 Milliarden

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Stefan Bauer - Franz Heinrich Bauer Asset Management, Münster

Die Franz Heinrich Bauer Asset Management wächst seit Jahren stetig. Unseren Kunden ist es egal, die wievielte Nummer MiFID gerade ansteht. Sie haben konkrete Anlage- Bedürfnisse und möchten eine fundierte Beratung, die ganzheitlich die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden in den Mittelpunkt stellt.

Die Umstellungen und Aktualisierungen unserer Formalia, die wir in unserem Hause aufgrund von MiFID II vornehmen mussten, sind zwar aufwändig, allerdings macht das unser Geschäftsmodell nicht unattraktiv. Im Gegenteil: Für unsere Kunden wird es noch transparenter und der Schutzumfang für sie steigt.

Auch wir können uns nach der Umstellung wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Da wir fast ausschließlich zu Investmentfonds beraten und wenige Umschichtungen vornehmen, hält sich der Papier-Aufwand auch in Grenzen und manche schlecht gelungene Regelung unter der neuen Gesetzgebung wirkt sich nicht so stark auf unseren Alltag aus. Manche Regelung, die nur Finanzportfolioverwalter betrifft, können wir getrost ignorieren, da wir mit unserer KWGZulassung lediglich beraten und nicht Finanzportfolioverwaltung betreiben.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Markteintrittsbarrieren für unprofessionelle Berater immer höher werden. So findet eine Marktbereinigung statt, die wir ausdrücklich begrüßen.

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Birgit Miehle - BMS Finanz Consulting, München

Das Bürokratiemonster MiFID II führt in unserem Hause dazu, dass für Kunden keine Anlageberatung mehr angeboten wird. Bereits in den vergangenen Jahren wurden bei uns die Kunden von der Anlageberatung sukzessive in die Vermögensverwaltung überführt, da nur dadurch eine tägliche Überwachung der Kundendepots möglich ist. Dies ist gerade in unruhigen und volatilen Börsenzeiten, wie wir sie aktuell wieder erleben, sehr wichtig.

Der Kunde fühlt sich dadurch gut aufgehoben und ist dafür bereit, eine fixe Verwaltungsgebühr zu bezahlen. Diese konstanten Erträge sind für uns eine wichtige Basis für den Fortbestand unseres Unternehmens. Ein anderer Aspekt, weshalb die Anlageberatung bei uns nicht mehr angeboten wird, ist, dass sie durch MiFID II zu so einem unverhältnismäßig hohen zeitlichen und bürokratischen Dokumentationsaufwand geführt hat.

Für eine Vermögensverwaltung wie unsere lohnt sie sich schlichtweg nicht mehr. Es ist davon auszugehen, dass viele Banken in Zukunft prüfen werden, ob die Anlageberatung für sie unter Aufwand- und Ertragsgesichtspunkten noch profitabel ist. Wir gehen davon aus, dass sich einige Banken aus diesem Geschäftsfeld zurückziehen und nur noch eine Vermögensverwaltung ab einer Mindestanlagesumme von €1 Million anbieten werden. Anleger mit einer Anlagesumme von €500.000 bis €1.000.000 könnten folglich verstärkt das Segment der Vermögensverwalter nachfragen. Der erhöhte zeitliche Aufwand in der Vermögensverwaltung für die Produkt-Governance sowie die Gebühren für die Research-Studien werden bei vielen Vermögensverwaltern – so auch bei uns – zu einer höheren Vermögensverwaltungsgebühr führen.

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Christian Fischl - Huber, Reuss & Kollegen, München

Unser Haus hat sich schon vor Jahren dafür entschieden, sich auf das reine Verwaltungsgeschäft zu konzentrieren. Die Reaktionszeiten, die mit einer Anlageberatung verbunden sind, sind heute nicht mehr zeitgemäß, denn durch die Schnelllebigkeit und Volatilität der Märkte ist es zwingend notwendig, kurzfristig für den Kunden reagieren zu können.

Bei einem Beratungskunden ist dies mit Protokoll und Widerspruchsfrist von zwei Wochen nicht möglich.

MiFID II hat zwar insgesamt die Regularien auch noch mal verschärft, aber für uns keine Auswirkungen mehr hinsichtlich Beratung oder Verwaltung. Wir fühlen uns darin bestätigt, dass es eine richtige Entscheidung gewesen ist, sich auf die reine Vermögensverwaltung zu konzentrieren. Auch auf MiFID II haben wir uns frühzeitig eingestellt und dadurch keine Probleme mit der Umstellung.

Jedoch hören wir von vielen kleineren Vermögensverwaltern, dass diese unter der Last der Regularien fast erdrückt werden. Das zeigt: Man braucht heute ein professionelles Setup mit Fachkräften und eine kritische Volumengröße – so wie es bei uns der Fall ist –, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein.

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