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MiFID II: Wie Kunden und Berater von der Fonds-Vermögensverwaltung profitieren

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MiFID II: Wie Kunden und Berater von der Fonds-Vermögensverwaltung profitieren

Nach Christian Roch, Geschäftsführer bei Rheinische Portfolio Management, gelte die fondsgebundene Vermögensverwaltung insofern als Allheilmittel für MiFID II, da der Kunde eine professionelle Geldanlage erhalte und der Berater gleichzeitig deutlich entlastet werde.

„Bei der Fonds-Vermögensverwaltung (FVV) fallen viele administrative Punkte weg, wodurch die Arbeit effizienter gestaltet werden kann - die Protokollierung entfällt fast vollständig und auch die Haftung entfällt etwa bei unbewusster Falschberatung oder Protokollierungsfehlern“, so Roch im Gespräch mit Citywire Deutschland. Zusätzlich sei der Wettbewerb deutlich geringer als beim Geschäft mit Einzelfonds.

Festzustellen sei, dass die zunehmende Regulierung und administrative Anforderungen ein herausforderndes Umfeld für Berater schaffe. „Zusätzlich machen Presse, Politik und Verbraucherschutz ihnen das Leben schwer.“

Weniger Aufwand und mit Blick auf das Investmentsteuerreformgesetz

Bei der FVV erhalte der Vermögensverwalter die Vollmacht im Rahmen der Anlagegrenzen, Investment-Entscheidungen für den Kunden vorzunehmen. Im Gegensatz zur Einzelfondsvermittlung müsse der Berater die Käufe und Verkäufe also nicht protokollieren und durch den Kunden abzeichnen lassen.

„Auch in Bezug auf das Investmentsteuerreformgesetz eröffnet die FVV Vorteile: sie nutzt die Teilfreistellung aller Zielfonds“, betont Roch. Hier unterscheide sich die FVV nicht von einem Depot mit Einzelfonds. Zusätzlich werde durch das regelmäßige Re-Balancing des Depots Freistellungsaufträge und Verlustverrechnungstöpfe optimal ausgeschöpft.

Zwar müsse der Kunde mit Gebühren von 1 bis 2% mehr pro Jahr rechnen - im Vergleich zum Einzelfonds-Depot - der Vermittler erhalte für die laufende Betreuung eine Vermögensverwaltungsgebühr als laufende Vergütung.

Win-Win-Situation und Verbesserungsbedarf

„Aus unserer Sicht entsteht für Berater und Kunde eine Win-Win-Situation. Der Berater weiß den Kunden professionell versorgt und überwacht, ob die vermittelte FVV gut läuft. Der Kunde weiß, es kümmert sich laufend jemand um seine Anlage und behält seinen vertrauten Ansprechpartner“, so Roch.

Gerade in Zeiten, in denen oft auch kleine Vermögen nicht betreut werden, weil es sich nicht mehr lohnt oder die Berater schlichtweg aufgeben, könne für solche kleineren Vermögen die fondsgebundene Vermögensverwaltung eine Lösung bieten.

„In keinem Land in der Eurozone erzielen die Anleger im Schnitt so schlechte Ergebnisse wie in Deutschland. Nicht zuletzt angesichts der steigenden Rentenlücke sollten wir uns also bemühen, die Zahl der Berater zu steigern, um die Anlagestruktur der Deutschen zeitgemäß aufzustellen“, resümiert Roch.

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