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Nach der Finanzkrise: Wie Ethik und Kommunikation zu mehr Erfolg führen

Nach der Finanzkrise: Wie Ethik und Kommunikation zu mehr Erfolg führen

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin, Professor an der LMU in München, hält den Gros der Ethik in der Finanzwirtschaft für intakt. Staatliche Regulierung sorge jedoch, nicht für mehr Moral in der Wirtschaft.

„Die verstärkte Regulierung von Banken war nach der Finanzkrise ein richtiger Schritt, jedoch hat diese auch kleine Geldhäuser getroffen, die mit der Krise nichts zu tun hatten. Die Regulierung traf auch die Falschen“, so Nida-Rümelin bei der Citywire Deutschland Veranstaltung in Bensberg vor über 100 Fondsselektoren.

Der Beruf des Bankers hätte einst ein großes Vertrauen in der Bevölkerung trotz ökonomischen Krisen gehabt, so wurden Angestellte gar Bankbeamte genannt. Die großen Geldhäuser sollten sich wieder mehr als dienender Teil der Wirtschaft begreifen, um Vertrauen zu gewinnen.

Es könne kein Wirtschaften und auch keine Ökonomie frei von Ethik geben. Der Gros der Ethik in der Finanzwirtschaft wäre intakt. Mit staatliche Regulierung steuere man jedoch nicht die Ethik und Moral der Menschen.

„Schauen Sie sich den Abgasskandal der deutschen Autobauer an: Die Manager wussten, dass sie zumindest in den USA mit hohen Strafen und Schadensersatzforderungen rechnen müssen, trotzdem haben sie Schummel-Software aus Eigennutz eingesetzt und so auch Vertrauen verspielt“, so Nida-Rümelin.

Ethik in der Kommunikation

Kommunikation wäre heute ein sehr wichtiger Faktor nach Außen und in der betrieblichen Praxis. Sie wäre von innen her schon nicht frei von Ethik und Moral. Die Glaubwürdigkeit des Kommunizierenden, die wahrhaftige Motivation seiner Aussage und der Umstand, dass die Aussage wahr sein sollte, wären die Grundbedingungen des Spracherwerbs und der Kooperation der Menschen.

„Eine Überoptimierung hinsichtlich Eigennutz ist nicht nur riskant, sondern irgendwann auch ökonomisch ineffizient für alle Beteiligten. Auch ein verschärfter innerbetrieblicher Konkurrenzgedanke zerstört die Vertrauensstruktur im Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgewirkungen“, erläutert Nida-Rümelin.

Eine Unternehmenskultur, welche jedoch von vertrauensvoller Kommunikation und Kooperation der Mitarbeiter geprägt ist, führe hingegen zu stärkerer Motivation dieser und zum langfristigen Erfolg.

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