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Norwegischer Staatsfonds warnt vor möglicher Korrektur

Norwegischer Staatsfonds warnt vor möglicher Korrektur

Der stellvertretende Chef des norwegischen Staatsfonds, Trond Grande, warnt vor den Folgen eines Handelskrieges und steigender Barrieren beim weltweiten Handel - und bereitet seine Anleger auf möglicherweise starke Kursverluste vor.

Bei Bekanntgabe der Performance im zweiten Quartal sagte Trond Grande: „Steigende Handelsbarrieren oder sogar Handelskriege werden zweifelsfrei nicht förderlich für den Fonds als einen langfristigen Anleger. Die Märkte sind lange Zeit gestiegen. Allerdings gibt es viele verschiedene politische und geopolitische Events, die die Märkte negativ beeinflussen können. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass der Fonds sehr viel Verlust einstreichen kann.“

Ein Vorbild für Deutschland

Im zweiten Quartal dieses Jahres erzielte der norwegische Staatsfonds allerdings noch eine positive Performance von 1,8%. Die mit 30% weiterhin prominente Positionierung bei Anleihen trug keinen Anteil an der Performance des Fonds bei und blieb flach. Sollte der norwegische Staatsfonds weiter seine Aktienquote, die aktuell bei 70% beschränkt ist, erhöhen?

„In seiner 20-jährigen Geschichte hat der norwegische Ölfonds die Aktienquote mehrfach gesteigert. Ganz zu Anfang durften gar keine Unternehmensanteile gehalten werden, dann durften diese 40%, später 60% und nun 70% am Portfolio ausmachen. Der letzte Schritt ist im Laufe des vergangenen Jahres umgesetzt worden, um auch angesichts des Niedrigzinsumfeldes auf eine angemessene Rendite zu kommen. Die Zentralbank hatte sich sogar 75% gewünscht“, erklärt Clemens Bomsdorf, Journalist, sowie Experte des norwegischen Staatsfonds und Autor des Buches So werden Sie reich wie Norwegen

Dabei sieht Bomsdorf den rund €900 Milliarden schweren Staatsfonds als Vorbild für Deutschland und den rund €24 Milliarden schweren Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung. „Mit dem Geld könnten mal eben die Lufthansa und ThyssenKrupp von der Börse gekauft werden. Die Milliarden sollen für die Finanzierung der langfristigen Kosten - die Rede ist von Jahrzehnten - der nuklearen Entsorgung genutzt werden.

Es ist also durchaus ein langfristiges Unterfangen und damit ist die norwegische Strategie bestens geeignet“, sagt Bomsdorf und fügt hinzu: „Ich würde der Bundesregierung dringend empfehlen, nicht nur bei der Anlagestrategie Norwegen zu folgen, sondern vor allem auch bei den niedrigen Kosten und - besonders wichtig - der Transparenz. Die Bürger, die notfalls mit Steuergeldern für Zusatzausgaben grade stehen müssen, sollten laufend über Zusammensetzung und Wertentwicklung des Fonds informiert werden.“

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