Die restriktivere US-Notenbankpolitik, gepaart mit einem eskalierenden Handelskrieg, berge aus Sicht von Peter E. Huber, Vorstand bei Star Capital, kurz- und mittelfristig die Gefahr nachlassender Konjunkturerwartungen und weiterer Börsenkorrekturen.

„Wir werden deshalb nicht zu defensiv agieren und stärkere Rückschläge eher antizyklisch zum weiteren Aufbau von Wertpapierpositionen nutzen. Die Zinsen sind weiter viel zu niedrig, sodass sie keine Alternative zu Aktien bieten“, so Huber im Marktkommentar Star Invest.

Huber hofft zudem, dass die Inflationsraten steigen werden und die Leiter der Notenbanken die Zinssteigerungen nicht zu sehr verschärfen.

„Wenn sich die Notenbanken durch eine restriktivere Politik der Möglichkeit der Finanzrepression berauben, ist die nächste Finanzkrise nicht mehr weit entfernt“, warnt Huber und kritisiert die Notenbankpolitik der letzten Jahre.

„Die Zeit wurde nicht genutzt. Im Gegenteil, die niedrigen
Zinsen führten dazu, den Schuldenexzess noch weiter anzufachen. Vor allem die Staatsverschuldung hat sich weltweit in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.“

Staatsschulden durch Inflation abtragen

Indem man die Zinsen unter den Inflationsraten halte, sinke der reale Wert der Schulden. Der Schuldenberg werde im Zeitverlauf durch die Geldentwertung abgetragen.

„Sehr schön sieht man das in Deutschland. Hier ist die Inflationsrate im März erneut angestiegen, von 1,4 auf 1,6%, während die Rendite zweijähriger Bundesanleihen bei minus 0,625% verharrt. Die reale Schuldenlast des Staates sinkt also jährlich um über 2%“, betont Huber.