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Peter Huber sieht Inflation 2020 bei „deutlich über 5%“

Peter Huber sieht Inflation 2020 bei „deutlich über 5%“

Der Gründer von StarCapital Peter E. Huber rechnet mit einer drastischen Zunahme der Inflation. „Ich erwarte in den nächsten drei bis vier Jahren Inflationsraten von deutlich über 5%“, sagte der Fondsmanager beim Sauren Fondsgipfel auf dem Kongress von Fondsprofessionell in Mannheim.

„Wir haben immer einem disinflationären oder sogar deflationären Umfeld das Wort geredet und hier machen wir jetzt eine Kehrwendung“, kündigte Huber an. Dafür nannte er vier Ursachen. „Rohstoffzyklen haben in einer Aufwärtsbewegung eingemündet.“ Rohstoffpreise würden nachhaltig schwanken, da Unternehmen in den vergangenen Jahren stark Kapazitäten abgebaut und ihre Investments gekürzt haben. Daher werde der Angebotsüberhang bei Kupfer und anderen Metallen verschwinden. Bereits im Dezember sei in Deutschland eine Inflationsrate von 1,7% etwas „schockartig“ festgestellt und durch Basiseffekte wie dem niedrigen Ölpreises im Vorjahr begründet worden.

Neue Inflation aus China

Doch diese Basisentwicklung werde zu Zweitrundeneffekten und steigenden Konsumentenpreise führen. Drittens betreibe US-Präsident Donald Trump eine Politik, die in jeder Beziehung inflationär sei. „Egal ob er in der gut laufenden Konjunktur noch Tausend Milliarden Infrastrukturausgaben tätigen will, oder die Steuern massiv senkt oder hohe Importzölle erhebt und damit die Produkte verteuert.“

Der wichtigste Faktor für Huber ist jedoch China. „Da haben wir im Rahmen der Globalisierung riesen Überkapazitäten entstehen gesehen, egal ob in Stahl, Kohle oder im Massengüterbereichen. Das hat dazu geführt, dass die Produzentenpreise in China stark ins Minus gingen, teilweise bis minus 6%.“ Doch diese Preis-Entwicklung habe sich innerhalb von einem Jahr gedreht: von minus 6% auf plus 5,5%. „Was China früher als Deflation in die Welt exportiert hat, exportieren sie jetzt als Inflation.“

Debatte über Ketchup-Flasche

Um seiner Warnung Nachdruck zu verleihen, präsentierte Huber ein Bild vom Essen: Wie beim anfänglichen Schütteln einer Ketchup-Flasche druckten die Notenbanken seit längerem Tausende von Milliarden, aber es komme keine Inflation heraus. „Auch bei der Ketchup-Flaschen kommt erst nichts raus, irgendwann kommen ein paar Spritzer – in der Situation sind wir jetzt – aber es wird weiter Geld gedruckt, und irgendwann kommt dann der Schwall.“

Als Reaktion auf dieses Szenario sagte der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach, „ich stimme dem in weiten Teilen zu.“ Die Analogie mit der Ketchup-Flasche sei gut. „Allerdings muss man dazu sagen, wir haben jetzt acht Mal draufgekloppt, ist noch nichts rausgekommen, oder nur die ersten kleinen Spritzer“, wandte er ein. „Vielleicht kloppen wir noch vier Mal drauf und stehen hier beim Fondskongress 2021 und konstatieren, dass es jetzt endlich so weit ist.“

Noch skeptischer zeigte sich Mainfirsts Olgerd Eichler. „Ich glaube, die 5% Inflation werden wir nicht so schnell bekommen, da wird spätestens der Warenkorb neu zusammengesetzt, das kann sich keine moderne Volkswirtschaft für mehrere Jahre leisten.“

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