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Philipp Vorndran: „Italien ginge es ohne den Euro besser“

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Philipp Vorndran: „Italien ginge es ohne den Euro besser“

Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, blickt skeptisch auf auf die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation Italiens und plädiert für eine Ende des Spardiktats in Deutschland, um wichtige Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. 

„Die Italiener haben alle guten Grund sich zu beklagen. So verzeichnete das Land seit der Finanzkrise keine Wohlstandsgewinne und es ginge dem Land ohne den Euro besser. Die Wettbewerbsfähigkeit hat gelitten und Italien wird dadurch zunehmend Deindustrialisiert: Das ist eine Katastrophe“, so Vorndran beim Münchner Vermögenstag der V-Bank. 

Italiens Schuldenberg brauche niedrige Zinsen und die Hilfe der EZB. Die italienische Regierung nutze das Erpressungspotenzial eines Scheiterns des Euro und formuliert dabei bewusst abstruse Forderung um minimale Ziele durchzusetzen.

Das nützliche Instrument der Währungsabwertung fehle Italien mit dem Euro gänzlich. In Deutschland müsse es deswegen zu einem Umdenken kommen und einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Problem, sonst bleibe das Land das Armenhaus der Eurozone mit allen politischen Problemen.

„Die Niedrigzinsphase wird uns noch Jahre begleiten. Zum einen zeigen die Daten, dass das Tapering nicht kausal Zinserhöhungen bedingt und zum anderen können einige Staaten in der Eurozone ihre hohen Staatsschulden nur mit niedrigen Zinsen tragen“, betont Vorndran.

Deutschland: Vom Spar- zum Schuldenweltmeister

Doch auch die Niedrigzinsphase hätte ihre guten Seiten. So sollte  Deutschland die Phase nutzen und „Schuldenweltmeister“ werden, um die Infrastruktur, die Schulen und Universitäten zu erneuern: So wie es Japan getan hat.

„Wir sparen uns sonst zu Tode! Trotz der Vervierfachung der Schulden von 1990 bis 2009 fiel in Japan der Zins um die Hälfte. Japan ist dank der Investitionen in der Zeit ein moderneres Land“, merkt Vorndran an.

Die Niedrigzinsphase sei zudem kein neues Phänomen, sondern der Weltzins sinke seit 1990 und Vorndran sehe keinen Grund, dass sich das in Europa bald ändern sollte. Deswegen sieht er bei globalen Aktien das beste Chance-Risiko-Verhältnis. Erst ein Zinsniveau von 4% bis 5% würde den Aktienmärkten schaden.

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