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PIMCO warnt Anleger vor unsanftem Erwachen und stellt Portfolios defensiver auf

PIMCO warnt Anleger vor unsanftem Erwachen und stellt Portfolios defensiver auf

Der Anleihe-Experte PIMCO erwartet in seinem langfristigen Ausblick, dass die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte in den kommenden Jahren in eine neue Phase möglicherweise radikaler Veränderungen mit erhöhter Volatilät eintreten werden und warnt Anleger davor diesen Trend zu verschlafen.

Die PIMCO-Experten Dan Ivascyn, Group CIO, Andrew Balls, CIO Global Fixed Income, und Joachim Fels, Global Economic Advisor, warnen davor, dass Anlegern, die sich auf eine Fortsetzung der lang andauernden Phase geringer Volatilität und steigender Bewertungen seit der globalen Finanzkrise einstellen, ein unsanftes Erwachen drohen könnte.

Vor allem das Risiko einer US-Rezession steige und die Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf dem Credit-Markt schwinde, daher setzt der Asset Manger mitunter bereits jetzt den Fokus verstärkt auf Qualität und Sicherheit in seiner Allokation.

Reduzierung des Kreditrisikos

„Angesichts hoher Bewertungen, steigender Zinsen und schwächeren Gläubigerschutzes sind wir insgesamt vorsichtig bei Hochzinsanleihen. Besonders bei den stärker risikobehafteten Bereiche des Hochzinsmarktes mit Ratings von B oder CCC sind wir zurückhaltend“, so David Forgash, Executive Vice President and Head of High Yield Investments for Europe, auf Anfrage von Citywire Deutschland.

PIMCO bevorzuge aktuell Hochzinsanleihen aus den USA im Ratingbereich BB auf Grund des besseren markttechnischen und fundamentalen Hintergrunds und angesichts der Renditen auf einem Zwölf-Monatshoch.

Insbesondere sei der Asset Manager vorsichtig genüber dem Euro-Raum, da die Unterstützung durch die EZB abnehmen werde. Insgesamt setzt PIMCO daher den Schwerpunkt langfristig auf Anlagen, die ein robustes Risiko-Rendite-Profil böten und nicht übermäßig auf die Unterstützung durch die Zentralbanken angewiesen sind.

Eine Reduzierung des Kreditrisikos mit Fokus auf kurzfristigen Engagements und widerstandsfähigen Positionen mit einer geringen Ausfallwahrscheinlichkeit wäre ebenfalls ein Mittel, um der steigenden Volatilität in Zukunft zu begegnen.

Gefahren einer US-Rezession

Als Auslöser kommen verschiedene Faktoren infrage, einschließlich des abebbenden Effektes der US-Steuerreform und des Risikos einer Konjunkturüberhitzung mit einer Arbeitslosenquote von unter 4%, die die US-Notenbank bei steigendem Inflationsdruck zu aggressiveren Maßnahmen veranlassen könnte.

Eine solche Rezession wäre wohl weniger tief als die üblichen Nachkriegsrezessionen, aber zugleich von längerer Dauer und auch risikoreicher. Weniger tief, weil es bisher weder bei den Unternehmen noch bei den Privathaushalten Anzeichen für Überinvestitionen oder Überkonsum gibt und der Finanzsektor stabiler erscheint als in den vergangenen Zyklen.

Doch auch von längerer Dauer, weil die relativ niedrigen Zinsen, die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken und das (in den USA) gestiegene Haushaltsdefizit den Spielraum für Abwehrmaßnahmen gegen eine Rezession einschränken; eine Rezession könnte zudem zu mehr Protektionismus und Abwertungswettläufen führen.

Risikoreicher wäre die kommende Rezession, weil die Inflationserwartungen bereits heute sehr niedrig wären und die strukturelle Schwäche der Eurozone wieder zutage treten könne. Zudem bestünde eine latente Gefahr von Populismus in Europa.

Die Autoren des Ausblicks Dan Ivascyn, Group CIO, Andrew Balls, CIO Global Fixed Income, und Joachim Fels, Global Economic Advisor, weisen darauf hin, dass mit dem Rückzug der Zentralbanken und der expansiveren Fiskalpolitik sich das Zusammenspiel von Geld- und Fiskalpolitik, die Diskussionen über eine stärkere Regulierung vom Finanzsektor auf den Technologiesektor umschwenke, und Wirtschaftsnationalismus sowie Protektionismus auf dem Vormarsch wären. Diese tief greifenden Änderungen wären bereits in vollem Gange.

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