Citywire - Für professionelle Investoren

Melden Sie sich an um unbeschränkten Zugriff zur Fondsmanager-Datenbank von Citywire zu bekommen. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

Reaktionen auf die Schwäche des Ifo-Index

Reaktionen auf die Schwäche des Ifo-Index

Am Mittwoch gab das Münchener Ifo-Institut, eines der größten Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands, seinen neuen Geschäftsklima-Index bekannt und löste damit Sorgen bei Investoren aus. Denn anders als erwartet, ist der Index deutlich gefallen.

Es ging runter von 108,5 auf 107,4 Punkte. Experten hatten im Schnitt zwar mit einem Rückgang gerechnet, allerdings nur auf 108,1 Punkte. Rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft werden zur Erstellung des Ifo-Index befragt. Der monatliche Index wird als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft gesehen.

Der Rückgang kam, während viele Ökonomen ein stärkeres Wachstum für das zweite Quartal erwarten. Citywire Deutschland sprach mit Fondsmanagern über die Gründe der überraschenden Senkung und die Folgen für den DAX.

Manfred Schlumberger, Fondsmanager des BHF Flexible Allocation FT: „Der Rückgang des Ifo-Index ist eine Folge von mehreren Faktoren. Das Griechenland-Problem ist vermutlich der wichtigste Grund. Allerdings ist es bereits der zweite Rückgang des Index in Folge. Sollte es einen Kompromiss in der Griechenland-Thematik geben, wird sich das zweifelsfrei entlastend und positiv auf den Aktienmarkt auswirken. Dann wird der Ifo-Index zwar nicht steil hochgehen, sich aber wieder stabilisieren. Sollte es zu einem Grexit kommen, würde kurzfristig vermutlich etwas Panik entstehen und der DAX sehr schnell rund 1.000 Punkte verlieren. Auf die folgenden zwei, drei Monate gesehen, könnte sich ein Grexit aber sogar positiv auf den Aktienmarkt auswirken."

Christian Funke, Fondsmanager bei Source for Alpha: „Für uns war der leichte Rückgang des Ifo-Index nicht so überraschend. Wenn Unsicherheit auf dem Markt herrscht, und das ist derzeit wegen des möglichen Zinsanstiegs in den USA und der Griechenland-Krise gegeben, wirkt sich das auch immer auf die reale Wirtschaft aus. Der Rückgang ist die Reaktion auf die politischen und markttechnischen Geschehnisse und durch die daraus resultierende Unsicherheit begründet. Wenn sich die Griechenland-Problematik, egal in welche Richtung, geklärt hat, wird sich der DAX wieder positiv entwickeln. Zwar würde es bei einem Grexit kurzfristig ruckeln. Für den Markt ist es aber nicht so schlimm, wie für die Politik."

Roland Könen, Vorstand der Value-Holdings Capital Partners AG: „Die Eintrübung des Geschäftsklimas ist eine Folge der unterschiedlichen Unsicherheiten die derzeit durch die Presse geistern vom Griechenland-Desaster bis zu Krisen im Nahen Osten. Was in den vergangenen Tagen zwar etwas aus den Schlagzeilen geraten ist, aber einige Mittelständler weiter beunruhigt, sind die Spannungen in der Ukraine. Von solch kurzfristigeren Entwicklungen sind unsere eigenen Investments allerdings nicht betroffen."

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Ähnliche Fondsmanager

Olgerd Eichler
Olgerd Eichler
16/302 in Aktien - Europa (Performance über 3 Jahre) Durchschnittliche Fondsperformance: 19,10%
Christian Funke
Christian Funke
70/302 in Aktien - Europa (Performance über 3 Jahre) Durchschnittliche Fondsperformance: 8,54%
Manfred Schlumberger
Manfred Schlumberger