Japanische Pensionskassen richten den Fokus auf alternative Investments. Alternative Anlagen haben im März dieses Jahres einen Rekordwert von 17,1% bei der Allokation der Pensionsfonds erreicht, verglichen mit 11,4% in den vergangenen fünf Jahren. Hierzu wurden 123 japanische betriebliche Pensionskassen befragt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von JPMorgan Asset Management, die die Financial Times resümierte.

Die Pensionskassen in Japan, die als mitunter konservativste Investoren der Welt gelten, mussten aufgrund der Maßnahmen der japanischen Geldpolitik zur Ankurbelung des Wachstums und der Inflation radikale Veränderungen in der Fonds-Selektion vornehmen, um die notwendigen Renditen einzufahren.

Alternative Investments sind in diesem Umfeld zu einer Haupt-Anlageklasse für japanische Pensionsfonds geworden, während das Engagement in japanischen Staatsanleihen auf 21,7% fiel, den niedrigste Wert seit der ersten Umfrage vor elf Jahren. Diese ergab zudem, dass knapp 60% der betrieblichen Pensionsfonds im Laufe des nächsten Jahres ihr Engagement bei Alternatives weiter erhöhen wollen, was allerdings auch Risiken berge.

Niedrigzinspolitik als Belastungsfaktor

Japan hat den Leitzins ab 1995 bewusst auf einem extrem niedrigen Niveau gehalten (unter 0,5%), um die stockende Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Seit 2016 fährt das Land gar einen Zins von 0 bis -0,1%. Die erwarteten Renditen der betrieblichen Pensionsfonds sind im Zuge dessen in den letzten zehn Jahren von rund 3,5% auf 2,6% gefallen.

„Wir haben gesehen, dass Pensionsfonds in der Vergangenheit in alternative Produkte investiert haben, ohne die entsprechende Sorgfaltsprüfung durchzuführen und Risikoüberwachung einzurichten“, mahnt Akira Kunikyo, Investment Specialist bei JPMorgan AM gegenüber der Financial Times.