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Schroders Klima-Experte zweifelt an Daimler-Investition in Batteriefabrik

Schroders Klima-Experte zweifelt an Daimler-Investition in Batteriefabrik

Der deutsche Autobauer Daimler kündigte beim Genfer Autosalon Anfang des Monats an, für €500 Millionen Euro eine zweite eigene Batteriefabrik zu bauen und somit das bereits bestehende Werk im sächsischen Kamenz zu erweitern. Das neue Werk soll im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen. Dabei will Daimler ein Vorreiter in der Autoindustrie sein, die bisher in Sachen Batteriefertigung hinkt. Nicht alle sehen diese Unabhängigkeit von Zulieferern als besonders vorteilhaft.

„Ich glaube, dass die Batterieproduktion auf lange Sicht kein kompetitiver Vorteil für die meisten Autobauer sein wird. Unternehmen wie BMW werden für ihre Batterie-Zulieferung weiter mit Partnern wie beispielsweise Samsung SDI in Korea zusammenarbeiten“, sagt Simon Webber, Fondsmanager und Klima- sowie Energie-Experte beim britischen Fondshaus Schroders, im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Webber, der gemeinsam mit Ben Wicks den €175 Millionen großen Schroder ISF Global Climate Change Equity-Fonds verwaltet, betont, dass es für einen Autobauer ungewöhnlich sei, seine eigene Batterieproduktion nach dem Vorbild von Tesla aufzubauen und nicht mehr weiter mit einem Zulieferer zu arbeiten.

Daimler setzt dabei nicht nur bei der Batterieproduktion auf seine eigenen Produkte, sondern auch bei der Herstellung seiner Elektro-Autos. So gab der Autobauer Anfang März auch bekannt, dass man bei der nächsten Generation von Elektrowagen der Mercedes B-Klasse keine Kooperation mit Tesla eingehen werde. „Folgeprojekte mit Tesla sind derzeit nicht geplant, weil wir uns in Zukunft hervorragend selbst versorgen können“, sagte Harald Kröger, Entwicklungschef für Elektrofahrzeuge bei Mercedes, in der Automobilwoche.

Position bei Batterie- und Lithium-Hersteller erhöht

Dabei glaubt Webber, dass günstigere Preise für Lithium-Batterien ein genereller Vorteil für Elektro-Autos werden könnte. „Wir erwarten, dass die Kosten für Lithium-Batterien innerhalb der kommenden zwölf Monate um 10 bis 15% sinken werden. Treiber dafür werden größere Produktionsmöglichkeiten, technische Entwicklungen und verbesserte Produktionsprozesse sein“, sagt Webber.

Von diesem Fortschritt will Webber in seinem Fonds profitieren. „Wir haben unsere Randpositionen weiter ausgebaut und das Exposure einer Vielzahl von Unternehmen gesteigert, die sich in der Zuliefererkette von Elektro-Autos befinden“, so der Fondsmanager. Webber und sein Team haben in den vergangenen Monaten die Positionen beispielsweise beim koreanischen Batteriehersteller Samsung SDI sowie dem US-amerikanischen Lithium-Produzenten Albemarle aufgestockt.

Der Schroders ISF Global Climat Change Equity-Fonds erzielte in den vergangenen drei Jahren bis zum 29. Februar 2016 eine Wertsteigerung von 32,1% auf Euro-Basis. Die von Citywire vergebene Benchmark MSCI World TR USD steigerte sich im selben Zeitraum um 42,9%.

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