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Scott Mather: Hat die Zentralbanken-Geldpolitik ihr Ziel verfehlt?

Scott Mather: Hat die Zentralbanken-Geldpolitik ihr Ziel verfehlt?

Ist die globale Geldpolitik ein gefährliches Gruppendenken geworden? Diese Frage stellt sich Scott Mather, Fondsmanager des rund €7 Milliarden schweren PIMCO GIS Total Return Bond-Fonds in seinem jüngsten Marktkommentar.

Globale Zentralbanken seien zuletzt im Gleichschritt in Richtung Politik des billigeren Geldes marschiert. Heute sei die globale Geldpolitik in den Industriestaaten extremer als unmittelbar nach der Finanzkrise. Was früher als „Notfall“-Politik galt, sei heute die Regel, schreibt Mather.

Doch fast acht Jahre nach der globalen Finanzkrise müsse man sich fragen, ob die Maßnahmen der Notenbanken wirklich das Wachstum ankurbeln oder die Inflation zurück zum Ziel bringen oder das Gegenteil bewirken. „ZIRP, NIRP and QE haben noch nicht die Ergebnisse geliefert, die von den neokeynesianischen Modellen, auf denen sie basieren, erwartet werden“, sagt Mather und fügt hinzu: „Vielleicht sind die Modelle, die niedrige oder sogar negative Zinssätze verschreiben, schlichtweg falsch.“

Zentralbanker stellen konventionelle Modelle in Frage

Es könne gut sein, dass Wirtschaft und Inflation auf Senkungen der Zinssätze nicht „normal“ reagieren, wenn die Politik weit entfernt davon ist, normal zu sein, so Mather. Es gebe empirische Beweise die darauf hinweisen, dass längere Perioden von niedrigen oder negativen Zinssätzen nicht die von den neokeynesianischen Modellen vorhergesagte Erholung des Wachstums und der Inflation bringen. In dem Zusammenhang nennt Mather die zwei Jahrzehnte mit niedrigen Zinssätzen in Japan und die jüngsten Beispiele im Rest der entwickelten Welt im vergangenen Jahrzehnt.

Vor diesem Hintergrund hätten einige Researcher und Zentralbanker begonnen, die konventionellen Modelle für niedrige und negative Zinssätze in Frage zu stellen. So argumentiere etwa die Neo-Fisherian-Schule, dass die Inflation mit niedrigen Zinssätze für einen langen Zeitraum fällt. Das führe zu Deflation und könne das Wachstum beeinträchtigen.

Mather übernahm den PIMCO GIS Total Return Bond-Fonds im September 2014 zusammen mit Mark Kiesel und Mihir Worah von PIMCO Gründer Bill Gross, der zu Janus Capital gewechselt ist. Der PIMCO GIS Total Return Bond-Fonds erzielte seit der Übernahme von Mather bis 28. März 2016 eine Wertsteigerung von 17,2% auf Euro-Basis. Die von Citywire vergebene Benchmark Barclays U.S. Aggregate Bond TR steigerte sich im selben Zeitraum um 18,8%.

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