Aktienquote auf 50% reduziert

Christian Mallek, Sigavest Vermögensverwaltung

„Seit DAX-Start im Jahr 1988 gehört der Mai zu den statistisch schwächeren Monaten. Allerdings sind die Monate August und September die einzigen Monate mit markant negativer Durchschnittsperformance. Zu berücksichtigen ist hierbei aber, dass in der Vergangenheit viele voneinander unabhängige exogene Schocks (Asienkrise 1997, World-Trade-Center-Anschlag 2001, VW-Skandal 2015) auf den September fielen.

Der saisonalen Zyklik schwacher Sommermonate folgt auch der seit Jahrzehnten erfolgreiche Gebert-Indikator, dessen Signale wir unter anderem in unserem SIGAVEST-Fonds mit berücksichtigen. Aufgrund des Anfang Mai gelieferten Verkauf-Signals für den DAX und der von uns erwarteten zunehmenden Unsicherheit in Sachen Brexit haben wir die Aktienquote in unserem Fonds daher von 75% auf 50% reduziert. Eine markante Erhöhung der Aktienquote planen wir im Falle eines Verbleibs der Briten in der EU oder antizyklisch nach einem nicht auszuschließenden Ausverkauf an den Märkten.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

„Ich empfehle einen Aktien-Einstieg“

Uwe Eilers, Geneon Vermögensmanagement

„Redensarten wie diese entstehen durch häufig wiederkehrende Ereignisse, die sich dann im Kopf der Marktteilnehmer einprägen. Dabei können sich im Laufe der Zeit wesentliche Dinge ändern und trotzdem bleiben die Börsenweisheiten im Kopf verankert.

Beim DAX hat die Börsenweisheit in den letzten Jahren nur in 2008, 2011 und 2015 funktioniert. In allen anderen fünf Jahren stieg der DAX jeweils nach dem Mai an.

In diesem Jahr stehen nach Mai einige wichtige Ereignisse vor der Tür: allen voran die Abstimmung über einen möglichen Brexit sowie die Präsidentenwahlen in den USA, wo sicher erste Umfragen den Markt bewegen können. Ebenso können Zinsentscheidungen der EZB und der Fed wesentlichen Einfluss ausüben.

Ich persönlich sehe die Aktienmärkte von starken Ängsten geprägt. Da die Nachrichten somit fast nur besser kommen können als befürchtet, bin ich sehr positiv für die Aktien gestimmt. Aus dem Grund empfehle ich einen Einstieg in Aktien, allen voran in Europa sowie China und Brasilien.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Qualität zahlt sich aus

Christoph Vogt, Format AM

„Viele tradierte Börsenweisheiten haben sich in den vergangenen Jahren nicht mehr als hilfreich erwiesen. Zu stark sind die Verwerfungen der Kapitalmärkte durch die Folgen der Finanzkrise 2008. Gewinnmitnahmen schaden bekanntlich nie. Aber wohin sollen wir Investoren anschließend gehen? Wollen wir uns ernsthaft anmaßen, jetzt als Experten für 'alte Meister', Oldtimer, Diamanten oder Bordeaux-Rotweine aufzutreten? Sicher nicht!

Wo wir selektiv Gewinne realisieren können, machen wir das regelmäßig - ob im 'Wonnemonat' Mai oder nicht. In Deutschland fließt den Aktionären derzeit eine Rekorddividende zu, die Makrodaten für Deutschland und Europa sind ermutigend. Daher bleiben wir grundsätzlich long in Qualitätstiteln der Aktienmärkte. Wir setzen auf zuverlässige Dividendenzahler mit robustem Geschäftsmodell. Als Value-Investoren kaufen wir unabhängig von der Jahreszeit unterbewertete Titel. Der Verkauf erfolgt bei Erreichen des fairen Wertes - nicht nur im Mai.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Gewinne bereits mitgenommen

Guido vom Schemm, GVS Financial Solutions

„Ich habe eine gesunde Skepsis gegenüber der Maxime „Sell in May and go away“. Die Börsenregel ist in die Tage gekommen und zudem unscharf. Betrachtet man den US-Leitindex Dow Jones seit dem Jahr 1900, so sind Mai, Juni und Juli erfreuliche Börsenmonate. Meiner Meinung nach sollten Anleger im August und September auf der Hut sein. Mit sehr hoher Regelmäßigkeit purzeln die Kurse genau in diesem Zeitraum. Die angepasste Börsenregel mit dem Aussetzen im Herbst können Börsianer sogar mit dem DaxPlus Seasonal Strategy-Performance Index bequem ins Depot kaufen. Oft hat der Strategie-Index besser abgeschnitten als der DAX.

In diesem Jahr könnte aber alles anders kommen, da im Juni neben dem 'Brexit' auch Parlamentswahlen in Spanien die Märkte kräftig durchschütteln können. Derzeit haben wir Gewinne aus 2016 mitgenommen und das Marktrisiko weitestgehend neutralisiert, da unsere Risikoampel, die neben der Saisonalität weitere Faktoren berücksichtigt, Anfang Mai auf dunkelrot umgesprungen ist.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Stay or buy in May!

Thomas Hellener, VSP Financial Services

„Saisonalität verkehrt: In der gemäß Statistik positiven Börsenphase November bis April fiel der DAX von rund 11.400 Punkten auf unter 8.800 Punkten im Februar. Die Aktienmärkte haben seit Jahresbeginn keine Kursgewinne erzielt, die Anleger nun realisieren können, so dass wir in diesem Jahr 'gegen die Statistik' das Motto: Stay or buy in May! verfolgen. Die aktuelle Lage an den Aktienmärkten ist zwar nicht krisenbefreit, aber nach und nach wird für die Investoren erkennbar, dass die Gründe für weitere Zinserhöhung der Fed ausbleiben und sich die Weltwirtschaft stabilisiert. Darüber hinaus plant China ein neues massives Infrastrukturprogramm, so dass weitere Konjunkturschocks aus Asien wohl ausbleiben. Anleger sollten sich durch die Saisonalität nicht verunsichern lassen und an ihrer Aktienquote festhalten.“

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.