Die extreme Korrektur vieler Aktienindizes Anfang Februar hat viele Anleger überrascht. Noch überraschender war jedoch der Spike in dem Volatilitätsindex VIX, denn der VIX ist zeitweise noch viel stärker gestiegen, als es die reine Aktienmarktbewegung hätte vermuten lassen.

Der VIX, der auch gerne als „Angstbarometer“ bezeichnet wird, misst die implizite Volatilität des amerikanischen Aktienmarktindex S&P 500 anhand von Optionspreisen. Je mehr Anleger bereit sind, in Optionen als Absicherungsinstrument für Aktienkurse zu investieren, desto höher steigt der VIX. Die meiste Zeit kann man mit einer Short- Position – also dem Verkauf von Volatilität – als Anleger viel Geld verdienen. Dies liegt daran, dass die Marktteilnehmer bereit sind, für die Absicherung durch Optionen einen über den Erwartungen liegenden Preis zu bezahlen – quasi eine Versicherungsprämie.

Die Short-Position in Volatilität profitiert davon. Tritt der Versicherungsfall aber ein, können die Short-Positionen, die dann Versicherungsgeber sind, massiv an Wert verlieren. Um sich vor weiteren Verlusten zu schützen und die offene Flanke zu schließen, wird nämlich wieder Volatilität gekauft, was wiederum die Optionspreise und damit den VIX noch weiter in die Höhe treibt. Genau das ist Anfang Februar passiert.

Das hört sich alles sehr kompliziert an, und das ist es letztlich auch. Am Ende aber zählt immer die Frage, wie man als Investor von einer solchen Situation profitiert. Denn in gewisser Weise scheint dieses Ereignis eine Trendwende in der Volatilität anzudeuten: Nach einer langen Phase niedriger und (fast) stetig fallender Volatilitäten könnte der Zeitpunkt gekommen sein, wo eine weltweite Normalisierung wahrscheinlich wird.

Steigende Volatilitäten scheinen vordergründig kritisch zu sein, da sie auf unruhige Zeiten hindeuten. Sie haben aber auch einen großen Vorteil: Aktien fangen an, wieder mehr „Eigenleben“ zu entwickeln und sich nicht homogen wie ein Fischschwarm und nahezu parallel zu Indizes zu bewegen. Für Stockpicker ist das die große Chance, ihre Fähigkeiten zu beweisen und gegenüber dem Markt eine Outperformance zu erzielen! Besonders gut klappt das in solchen Marktphasen mit Small Caps, denn kleine Unternehmen sind in sich weniger diversifiziert und unterliegen damit dem Erfolg sehr spezifischer und stark unterschiedlicher Geschäftsmodelle.

Unser Trade des Monats ist daher der Kauf des Bellevue Funds (Lux) BB Entrepreneur Europe Small.

Fondsmanagerin: Birgitte Olsen

Volumen: €320 Millionen

Performance der vergangenen drei Jahre: 78,3% (bis Ende Januar 2018)

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der März-Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland.