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Ufuk Boydak warnt vor den Folgen der US-Steuerreform für internationale Konzerne

Ufuk Boydak warnt vor den Folgen der US-Steuerreform für internationale Konzerne

Ufuk Boydak, Vorstandsvorsitzender und Fondsmanager bei Loys, sieht die US-Steuerreform kritisch, da diese zwar wirtschaftliche Impulse liefern könne, aber nicht den global-agierenden Konzernen entgegenkomme. Hierbei sieht er Gewinner und Verlierer auf dem Aktienmarkt.

„Die Steuererleichterungen kommen in Form eines trojanischen Pferdes daher. Die Gewinnverschiebung amerikanischer Firmen ins Ausland wird nämlich zukünftig teurer,“ so Boydak, der aktuell mit einem Citywire-Rating von AA bewertet ist. 

Auf Auslandsüberweisungen, die in den USA steuermindernd geltend gemacht werden können, werde künftig eine neue Steuer von 20% erhoben. Damit hätten US-Firmen zwar keinen Anreiz mehr, ihren Unternehmensstandort in andere Länder zu verlegen. Das hätte jedoch erhebliche Folgen für eine stark verzahnte, globalisierte Welt, mit den global aufgestellten Lieferketten großer Konzerne.

Gewinner und Verlierer der US-Steuerreform

Ausländische Bankkonzerne wie die Credit Suisse oder UBS könnten extrem unter den Folgen der Steuerreform leiden.

„Sie müssten wohl substantielle Abschreibungen auf den Bilanzwert ihrer Verlustvorträge aus den USA vornehmen. Nach mehreren Jahren Hausse sind Aktien ohnehin schon hoch bewertet. In diesem Umfeld werden Irrtümer hinsichtlich der aktuellen oder zukünftigen Rentabilität eines internationalen Geschäftsmodells erfahrungsgemäß hart bestraft“, warnt Boydak.

Für die Börsenunternehmen gäbe es jedoch durchaus positive Folgen: Im Schnitt sehen Analysten bei den Unternehmen des S&P-500-Aktienindex einen zusätzlichen Gewinnschub je Aktie von 6 bis 8%.

„Den Technologiefirmen sagt man jedoch nach, dass sie im Gegensatz etwa zu Industriekonzernen oder Finanzinstituten weniger von niedrigen Unternehmenssteuern profitieren“, so Boydak.

Weitere Folgewirkungen der US-Steuerreform

Auch eine Abwanderung europäischer Konzerne Richtung USA könne der umstrittenen Reform folgen. Mit ihr würde auch eine Regelung eingeführt werden, die sich an die heiß diskutierte Grenzausgleichsteuer (Border Adjustment Tax) anlehne.

„An den vielfältigen komplexen Auswirkungen auf die US- und die Weltwirtschaft werden wir noch viel zu analysieren haben. Für Donald Trump dürfte der nächste Ärger ins Haus stehen“, urteilt Boydak.

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