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Value-Comeback? Matthias Born, Marcus Poppe, Marc Renaud und Goran Vasiljevic diskutieren

Value-Investoren hatten es zuletzt nicht leicht. Die Fondsmanager mussten tief tauchen und jeden Stein umdrehen, um fündig zu werden. Kommt jetzt die Wende?

„Whether we’re talking about socks or stocks, I like buying quality merchandise when it is marked down”, sagte einmal Warren Buffett, Investment-Urgestein und Value-Verfechter. Mit dem wertorientierten Ansatz setzt das „Orakel von Omaha“ als einer der Erfolgreichsten auf tendenziell günstige Unternehmen, die langfristig gute Erträge erwirtschaften.

Value-Investoren haben seit der Finanzkrise allerdings gelitten. Sie mussten mitunter immer tiefer tauchen, um Value-Titel am Grund der Märkte zu entdecken. Im Gegensatz dazu liefen Wachstums- und Qualitäts-Titel deutlich besser. Der wertorientierte Investmentstil hat entsprechend über viele Jahre underperformt. Kommt jetzt das Revival der Aktien, die eine günstige Bewertung nach Kurs-Gewinn- Verhältnis (KGV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBW) aufweisen?

In Anbetracht der aktuellen Zinssituation könnte Value von höheren beziehungsweise ansteigenden Zinsen profitieren. Dadurch könnten die unterbewerteten und eher zyklischen Value-Aktien einen Aufschwung erleben. Aber ist es nicht noch zu früh, um in die Tiefen der Value-See zu tauchen? Vier Manager beleuchten, wo sie derzeit wertvolle Perlen finden und welche Chancen es für diese Titel gibt. Wo finden sich aktuell günstig bewertete Aktien an einem nicht mehr ganz so günstigen Markt – und wie stellen diese Manager ihr Portfolio in der aktuellen Phase auf?

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der April-Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland.

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„Whether we’re talking about socks or stocks, I like buying quality merchandise when it is marked down”, sagte einmal Warren Buffett, Investment-Urgestein und Value-Verfechter. Mit dem wertorientierten Ansatz setzt das „Orakel von Omaha“ als einer der Erfolgreichsten auf tendenziell günstige Unternehmen, die langfristig gute Erträge erwirtschaften.

Value-Investoren haben seit der Finanzkrise allerdings gelitten. Sie mussten mitunter immer tiefer tauchen, um Value-Titel am Grund der Märkte zu entdecken. Im Gegensatz dazu liefen Wachstums- und Qualitäts-Titel deutlich besser. Der wertorientierte Investmentstil hat entsprechend über viele Jahre underperformt. Kommt jetzt das Revival der Aktien, die eine günstige Bewertung nach Kurs-Gewinn- Verhältnis (KGV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBW) aufweisen?

In Anbetracht der aktuellen Zinssituation könnte Value von höheren beziehungsweise ansteigenden Zinsen profitieren. Dadurch könnten die unterbewerteten und eher zyklischen Value-Aktien einen Aufschwung erleben. Aber ist es nicht noch zu früh, um in die Tiefen der Value-See zu tauchen? Vier Manager beleuchten, wo sie derzeit wertvolle Perlen finden und welche Chancen es für diese Titel gibt. Wo finden sich aktuell günstig bewertete Aktien an einem nicht mehr ganz so günstigen Markt – und wie stellen diese Manager ihr Portfolio in der aktuellen Phase auf?

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der April-Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland.

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Matthias Born - Berenberg

In den zurückliegenden fünf Jahren hat es in Europa kaum einen Unterschied gemacht, in welchen Stil man investiert hat, außer man hat das kurzfristige Timing der Stile im Griff. Über zehn Jahre hatte allerdings Growth in Europa die Nase vorn, über 20 Jahre wiederum hat der MSCI Europe Value den MSCI Europe Growth outperformt.

Große Abweichungen werden dabei vor allem durch signifikante Performanceunterschiede von großen Sektoren induziert, etwa die Tech-Schwäche zu Beginn des Jahrtausends oder die zuletzt anhaltende Schwäche der Finanzwerte. Langfristig sind Performanceunterschiede aber kaum zu bemerken. Das bedeutet: Letztendlich zählt die erfolgreiche Einzeltitelauswahl unabhängig vom Stil. Wichtig ist es dabei, Firmen und Sektoren mit strukturellen Problemen zu vermeiden. Solange das Umfeld steigender Zinsen mit einer positiven Konjunktur verknüpft ist, profitieren sowohl in einem Growth- als auch in einem Value-Portfolio zyklische Werte wie Industriegüter, Luxusgüter oder Halbleiterfirmen.

Defensive Wachstumssektoren wie Nahrungsmittelhersteller leiden dann eher, da sie nicht vom zyklischen Aufschwung profitieren und die Bewertung durch steigende Zinsen zunächst beeinflusst wird. Aber auch hier gilt das Stockpicking, der Sektor hat durchaus auch Outperformer zu vermelden.

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Marcus Poppe - DWS

Die sehr erfreuliche Gewinnentwicklung vieler Unternehmen sollte eigentlich auch positiv für den Value-Investmentstil sein. Leider trübt die politische Diskussion hier aber die Stimmung. Wenn sich keine Abbremsung in der Realwirtschaft zeigt, besteht trotzdem durchaus die Chance auf überdurchschnittliche Renditen mit Value-Titeln.

Besonders Finanztitel in Europa sowie Rohstoffwerte – also klassische Value-Unternehmen – sind in der jüngsten Korrektur unter Druck geraten. Damit Finanzwerte und insbesondere Banken und Lebensversicherungen in der Breite den Markt schlagen, benötigen wir steigende Zinsen. Die Konjunktur muss also weiterhin gut laufen und die Inflationserwartungen sollten anziehen. Aktuell kann man durchaus von einer sehr soliden konjunkturellen Lage sprechen, der Kapitalmarkt schaut aber etwas in Sorge auf die kommenden zwölf bis 18 Monate. Das Hauptrisiko für klassische Value- Investoren bleibt somit das wirtschaftliche Umfeld.

Wir haben an der Positionierung kaum etwas verändert. Einem Value-Fondsmanager, der dem Stil auch wirklich treu bleiben möchte, bleibt auch wenig anderes übrig. Das bedeutet: Relativ zum globalen Markt fährt unsere Strategie deutliche Übergewichte in Finanz- und Rohstoffwerten. Im Industrie- und Technologiesektor sehen wir ebenfalls attraktive Geschäftsmodelle. Besonders nach der jüngsten Korrektur sind einige Firmen wieder deutlich attraktiver geworden.

Gerade der europäische Markt hat unter der Diskussion um Strafzölle überproportional gelitten. Natürlich ist günstig bewertet relativ. Nach fast neun Jahren expansiver Geldpolitik und starken Aktienmärkten findet man kaum noch sehr günstig bewertete Unternehmen. Allerdings gibt es immer noch Unternehmen, die in Relation zu Wettbewerbern oder dem breiten Markt attraktiv bewertet sind.

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Goran Vasiljevic - Lingohr & Partner Asset Management

Die vergangenen Jahre seit der Finanzkrise waren eindeutig schwierig für Value-Investoren. Die Performance von gestern hat allerdings für den Investor von heute keinerlei Aussage. Die hohe Nachfrage nach großen und vermeintlich sicheren Titeln hat zu starken Bewertungsdispersionen geführt. Nach vorne gerichtet bieten Value-Aktien eine attraktive Bewertung, auch relativ zu anderen Stilen, und damit eine Chance für Anleger.

Ähnliche Konstellationen, wie auch schon vor der Tech-Bubble gesehen, könnten der richtige Zeitpunkt sein, auf Value-Investoren zu setzen. Wir sind fest von einer „Rückkehr zum Mittel“ überzeugt und eine Trendwende ist längst überfällig. Für uns als Value-Investor heißt es, weiter abseits der Marktmeinung nach unterbewerteten Aktien zu suchen. Aktuell finden wir viele attraktive Titel in den Schwellenländern und Japan – absolut und relativ betrachtet. Zudem sind wir Europa allen voran europäischen Finanztiteln gegenüber positiv gestimmt.

Aus Value-Sicht bieten gerade europäische Banken ein attraktives Investment. Daher bildet der europäische Finanzsektor aktuell eine große Position im Lingohr Global Equity-Fonds. Wichtig ist, bei jeder Entscheidung genau zu analysieren, was bereits eingepreist ist und vom Markt erwartet wird. Leider haben auch wir nicht die gläserne Kugel, um Markt-Timing vorherzusagen. Die möglichen Zinsanstiege von verschiedenen Nationalbanken könnten aber ein potentieller Trigger für ein Value- Comeback sein.

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Marc Renaud - Mandarine Gestion

Es sieht nicht so aus, als wäre 2018 ein Value-Jahr. Zwar hat sich Value im Jahr 2016 erholt, als das globale Wachstum zurückkehrte und die quantitative Lockerung rückgängig gemacht werden sollte. Nach der Zurückhaltung im Jahr 2017 hätte 2018 ein weiteres gutes Jahr für Value-Investoren werden müssen, auch aufgrund der steigenden Zinssätze. Doch Donald Trump hat mit einem möglichen Handelskrieg alle verängstigt.

Im März hat das Value-Segment gegenüber dem Growth-Segment um etwa 200 Basispunkte unterperformt – der Markt ist wieder zu Investments in defensive Titel (und Technologietitel in den USA) zurückgekehrt. Value sollte im Kontext globalen Wachstums und der Normalisierung der Zinsraten durchaus ein Comeback erfahren. Derzeit favorisiere ich die Bereiche Banken, Öl (inklusive Öl-Dienstleistern) und Rohstoffe (inklusive Bergbau-Investitionsgüterunternehmen) – letztere gewichten wir derzeit beide über. Ein Untergewicht findet sich aktuell hingegen im Bereich der Versorger und HPC. Ein Risiko besteht entsprechend in einer möglichen umgekehrten globalen Erholung – also eines globalen Abschwungs.

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