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Vermögensverwalter gespalten: Führt MiFID II zu einer Konsolidierung der Branche?

Die Branche der Vermögensverwalter befindet sich in einer Umbruchphase. Welche Einstellung haben Vermögensverwalter gegenüber der Konsolidierung innerhalb der Branche? Wie sieht diesbezüglich die Erwartung an die Zukunft der Branche aus?

Die bevorstehende Regulationswelle durch MiFID II und das Investmentsteuerreformgesetz versetzt die Branche der Vermögensverwalter in eine Umbruchstimmung. Wie groß die in diesem Zusammenhang möglichen Umwälzungen tatsächlich sein werden, wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen.

Vor allem kleinere Vermögensverwalter stehen unter Umständen vor der Entscheidung, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, oder sich gar mit anderen Mitbewerbern zusammenzuschließen, um dem Kostendruck und dem zusätzlichen Aufwand zur Bewältigung der Regulierunganforderungen gerecht zu werden.

Innerhalb der Branche sind die Meinungen so unterschiedlich, wie die bestehenden Angebote. Vermögensverwalter aus ganz Deutschland geben Antworten auf die Fragen:

Welche Einstellung haben Sie gegenüber der Konsolidierung innerhalb der Vermögensverwalter-Branche? Wie sieht diesbezüglich Ihre Erwartung an die Zukunft der Branche aus?

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Johannes Hirsch

antea vermögensverwaltung, Hamburg

„Bei einer weiteren Reduktion der Unternehmen könnte schon manch ungewöhnlicher Ansatz und damit Vielfalt verloren gehen“

„Derzeit gibt es ja lediglich etwa 450 Unternehmen in Deutschland mit einer Lizenz für die Vermögensverwaltung. Ganz sicher darf es nur deshalb keinerlei Artenschutz geben, aber bei einer weiteren Reduktion könnte schon manch ungewöhnlicher Ansatz und damit Vielfalt verloren gehen. Das wäre schade.

Bereits jetzt sind die Hürden einer Lizenz für die Vermögensverwaltung hoch: Erfahrung und Zuverlässigkeit müssen bereits zum Start nachgewiesen werden, ohne eine geeignete Organisation und somit die Fähigkeit zum strukturierten und systematischen Arbeiten kann der Alltag nicht bewältigt werden - und bitte vergessen wir den eigentlichen Geschäftszweck nicht, wonach die Mandanten ordentliche Anlageergebnisse erwarten. Nun kommt noch eine weitere Hürde in Form der Notwendigkeit eines wirtschaftlichen Erfolgs hinzu (nur mit höheren Einnahmen lassen sich die zusätzlichen Kosten bezahlen). All dies zu bestehen, bedeutet somit schon ein Qualitätsmerkmal und damit auch ein Signal für Geschäftspartner eines bestehenden Vermögensverwalters. Das ist doch attraktiv auch für neue Mandanten.“

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Gerhard Rosenbauer

AVANA Invest, München

„Die Konsolidierung in der Branche ist wichtig und gut“

„Die Konsolidierung in der Branche ist wichtig und gut. Damit sollte die Zeit der „One- oder Two-Man Shows“ vorbei sein. Mit der Einführung von MiFID II müssen Prozesse eingeführt und Controllings aufgesetzt werden, die mit bisherigen Arbeitsweisen nicht mehr zu bewältigen sind. Damit müssen auch eingetretene Pfade verlassen werden zu Gunsten von Kreativität und Teamwork. Vor diesem Hintergrund sehe ich einen gewissen Zwang bei den „Einzelkämpfern“ sich zusammen zu schließen um auch in Zukunft weiterhin erfolgreich und im Kundeninteresse arbeiten zu können.

Es könnte sich ähnlich entwickeln, wie bei den großen Anwaltskanzleien. Man schließt sich (zwangsweise) zusammen. Hat damit nur noch ein Backoffice und Kollegen mit bestimmten Schwerpunktthemen. Damit entstehen Synergien die sich positiv auf die Kosten auswirken. Es entsteht damit auch die Möglichkeit, bei einer schlagkräftigen und kompetenten Mannschaft, Preisüberwälzungsspielräume gegenüber dem Kunden zu gewinnen.“

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Frank Wieser

PMP Vermögensmanagement, Düsseldorf

„MiFID II ist zwar umständlich und aufwändig, wird aber nicht zu den großen Umwälzungen fühen“

„Von einer großen Konsolidierungswelle kann man derzeit nicht sprechen. MiFID II ist zwar umständlich und aufwändig, wird aber nicht zu den großen Umwälzungen in der Branche führen. Vielen Vermögensverwaltern wird die Umstellung auf die neue MiFID-Welt gelingen, allerdings unter Inkaufnahme höherer Kosten oder geringerer Gewinne.

Game Changer in der Branche wird das Thema Digitalisierung sein. Spätestens wenn die ersten Anbieter eine beleglose Kontoeröffnung inklusive Geldwäsche- und WPHG-Prüfung anbieten können, werden sich manche Vermögensverwalter fragen, wozu sie noch ein Back Office benötigen. Vermögensverwalter die digitalaffin sind, werden zukünftig zu ganz anderen Kosten produzieren können, als eine berechtigte Konkurrenz zu den „Robos“. Für die Implementierung digitaler Lösungen braucht ein Vermögensverwalter aber ein gewisses Kostenbudget und entsprechendes Know How. Nicht alle Vermögensverwalter haben beides, so dass aus dieser Ecke echter Konsolidierungsdruck kommen wird.

Vereinfacht gesprochen wird es zukünftig eine Dreiteilung der Branche geben. Ein Teil der Verwalter wird vollumfänglich digitale Angebote für Back Office und Teile des Portfoliomanagements nutzen. Diese Gruppe kann sich dann ganzheitlich um die Kunden kümmern und hat entsprechendes Wachstumspotential. Die zweite Gruppe hat eine hybride Struktur und wird Prozesse teilweise ausgelagert oder digitalisiert haben und andere Prozesse manuell abwickeln. Auch diese Gruppe wird gute Perspektiven haben. Schwieriger einzuschätzen sind die Perspektiven für die Vermögensverwalter, die über einen älteren Kundenstamm verfügen, die eine eigene Nachfolgeproblematik nicht gelöst haben und keine Ressourcen für die notwendige Digitalisierung haben. Bei steigendem Regulierungs- und Kostendruck dürften hier die Zukunftsperspektiven eher verhalten sein.“

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Christian Funke

Source For Alpha, Frankfurt am Main

„Wir erwarten nicht nur durch die zunehmende Regulierung, sondern auch durch die im Zeitalter der Robo-Advisor größere Preistransparenz eine weiter voranschreitende Konsolidierung in der Branche“

„Wir begrüßen die Konsolidierung in der Vermögensverwalterbranche und begleiten diese aktiv durch Übernahmen von Beständen wie beispielsweise Anfang des Jahres von Premium Asset Management. Generell verstärkt sich der Trend aktuell durch MiFID II, da immer mehr Kollegen sich verständlicherweise nicht als Einzelkämpfer mit der immer weiter zunehmenden Regulierung herumschlagen woollen.

Wir erwarten nicht nur durch die zunehmende Regulierung, sondern auch durch die im Zeitalter der Robo Advisor größere Preistransparenz eine weiter voranschreitende Konsolidierung in der Branche. Unabhängige Vermögensverwalter haben aber auch darüber hinaus ein hohes Wachstumspotential – im internationalen Vergleich zu Schweiz, Großbritannien oder den USA ist unser Gesamtmarktanteil in Deutschland noch gering.“

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Uwe Zimmer

z-invest, Köln

„Ich sehe die Konsolidierung der Branche grundsätzlich positiv“

„Viele kleinere Unternehmen werden den regulatorischen Aufwand aus verschiedenen Gründen nicht betreiben können. Wer hier nicht mit der entsprechenden IT ausgestattet ist, hat einen großen organisatorischen Aufwand, der dann auch personalintensiv ist. Man wird es sich einfach nicht leisten können oder wollen. Ich sehe die Konsolidierung der Branche grundsätzlich positiv.

Es wird weniger Verwalter geben, die größer sind und sich mit der Digitalisierung ihrer Unternehmen ernsthaft auseinander gesetzt haben. Wer sich mit der Digitalisierung der Prozesse nicht beschäftigt, wird am langen Ende Schwierigkeiten bekommen.“

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