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VuV-Umfrage zu MiFID II: Sinnlose Zielmarktvorgaben, Erhöhung der Gebühren und genervte Anleger

In einer nicht-repräsentativen Umfrage unter über 120 unabhängigen Vermögensverwaltern wird deutlich: Zügelloser Bürokratismus überdeckt gute Ansätze von MiFID II.

Seit Anfang dieses Jahres ist MiFID II in Kraft getreten. Betroffen sind von der gestiegenen Regulierung vor allem unabhängige Vermögensverwalter. Ein deutlicher Mehraufwand bei der Organisation und Administration, teils unverständliche Zielmarktvorgaben - aber auch eine steigende Transparenz. MiFID II ist das zentrale Business-Thema im laufenden Jahr.

Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) hat eine Umfrage unter seinen Mitgliedern zur Umsetzung und Erfahrung mit der Einführung von MiFID II durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage, an der 127 von insgesamt 287 im Verband engagierte Vermögensverwalter teilgenommen haben, präsentiert Citywire Deutschland exklusiv.

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Seit Anfang dieses Jahres ist MiFID II in Kraft getreten. Betroffen sind von der gestiegenen Regulierung vor allem unabhängige Vermögensverwalter. Ein deutlicher Mehraufwand bei der Organisation und Administration, teils unverständliche Zielmarktvorgaben - aber auch eine steigende Transparenz. MiFID II ist das zentrale Business-Thema im laufenden Jahr.

Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) hat eine Umfrage unter seinen Mitgliedern zur Umsetzung und Erfahrung mit der Einführung von MiFID II durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage, an der 127 von insgesamt 287 im Verband engagierte Vermögensverwalter teilgenommen haben, präsentiert Citywire Deutschland exklusiv.

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MiFID-II-Umsetzung nahezu abgeschlossen

Zunächst die gute Nachricht: Der VuV zeigt sich äußerst zufrieden mit dem Umsetzungsstand von MiFID II. Fast 60% der Vermögensverwalter setzen die zu treffenden Maßnahmen weitestgehend, 23% bereits vollständig um. Nur 15% der Verbands-Mitglieder haben derzeit nur eine teilweise Umsetzung vornehmen können.

„Trotz der unglaublichen Kraftanstrengungen, die die Institute aufbringen mussten, sind wir mit der Umsetzung in unserer Branche schon sehr weit. Ich glaube, die Branche kann stolz auf ihre Leistung und die Qualität der Unternehmen sein“, sagt Andreas Grünewald, Verbandsvorsitzender.

Positiv fällt auch das Fazit gegenüber der VuV-Unterstützung aus: 46% der Befragten gaben an, die Leistung und Unterstützung des VuV als gut und 40% sogar als hervorragend zu beurteilen. Allen voran Rundschreiben des Verbandes, Musterdokumente und -verträge sowie Seminare rund um MiFID II werden dabei genannt.

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Sinnlose Zielmarktvorgaben

Kommen wir zum ersten großen Streitthema: Zielmarktvorgaben in der Finanzportfolioverwaltung. Die Mehrheit von 83% der Teilnehmer äußerte sich ablehnend gegenüber der Zielmarktbestimmung. Der damit verbundene Bürokratismus stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Anleger. Im Gegenteil: Die Dienstleistung werde dadurch verkompliziert. Die Vermögensverwalter gaben an, die Zielmarktbestimmung in der Finanzportfolioverwaltung als irrelevant und nicht zur Dienstleistung passend zu sehen.

Auch die Telefonaufzeichnung von Kundengesprächen sehen rund drei Viertel der Teilnehmer als überflüssig an. Zahlreiche Kunden würden einer Aufzeichnung skeptisch gegenüberstehen und darin eine unangemessene Überwachung sehen. „Vor diesem Hintergrund sehen einige Vermögensverwalter die Telefonaufzeichnung eher als Belastung für das Vertrauensverhältnis zum Kunden“, heißt es in der Umfrage.

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Positiv: Kostentransparenz und Zuwendungsverbot

Die Einführung der Kostentransparenz sehen hingegen 66% der befragten Vermögensverwalter positiv und erkennen dies als wirklichen Mehrwert im Sinne ihrer Mandanten. Dabei werde ein kritischer Blick auf das Rendite-Kosten-Verhältnis sowie ein Wettbewerbsvergleich gegenüber anderen Anbietern möglich.

Mehr als die Hälfte der Befragten sieht das Zuwendungsverbot in der Vermögensverwaltung ebenfalls positiv und als unabdingbares Merkmal einer unabhängigen Vermögensverwaltung. Immerhin noch 42% bewerten den Umstand postitiv, dass Kundenbetreuer die erforderliche Sachkunde nachweisen und aufrechterhalten müssen.

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Höherer Verwaltungs- und Organisationsaufwand

Bei allen positiven und teilweise diskussionswürdigen Neuerungen. Klar ist: MiFID II kostet Geld und führt zweifelsfrei zu einem höheren Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Ausufernde Dokumentationspflichten würden letzten Endes nur zu überflüssigen Papierstapeln führen. 

Bei der Frage nach der Bedeutung der regulatorischen Vorgaben für das Unternehmen, werden die Antworten wie folgt priorisiert: „zusätzliche Arbeitsbelastung“, gefolgt von „erhöhter Kostenaufwand“ und „weniger Zeit für das Kundengespräch“.

Rund 30% der Befragten gaben an, dass der Arbeitsaufwand unter MiFID II um 50% und mehr angewachsen sei. Knapp die Hälfte der befragten Vermögensverwalter gab an rund eine Stunde mehr Zeit bis zur Vertragsunterschrift mit den Kunden zu benötigen. 25% würden sogar zwei Stunden mehr benötigen.

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Weniger Anlageberatung und höhere Gebühren

Die neuen regulatorischen Vorgaben wirken sich auch unmittelbar auf das Angebot der Vermögensverwalter aus. Einer der insgesamt 127 Befragten gab an, die Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung zurückgegeben zu haben. Ein Viertel erklärte, keine Anlageberatung mehr anzubieten.

Rund 25% der Teilnehmer der Umfrage gaben an, dass der interne Kostenaufwand um 20% gestiegen sei. Bei einem weiteren Viertel der Befragten seien die Kosten sogar um 50% und mehr gestiegen. Insgesamt sagt die Mehrheit der Unternehmen allerdings auch, dass die regulatorischen Vorgaben keine betriebswirtschaftlichen Probleme verursachen würden.

Nichtsdestotrotz haben 28% der Unternehmen ihre Gebühren erhöht. Tätigkeiten ausgelagert oder zusätzliche Mitarbeiter eingestellt haben hingegen 22% der Befragten.

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Genervte Anleger

MiFID II wurde vom Gesetzgeber vor allem aus einem Grund offiziell ins Leben gerufen: Der Anleger soll geschützt werden. Allerdings gaben 84% der Befragten an, dass der Anleger die regulatorische Flut nur als Papierkram empfindet. Diese werde nicht gelesen. 57% sagten, dass die Anleger sogar genervt und verärgert seien und 52% sehen sich als entmündigt und bevormundet.

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Was sind Ihre Erfahrungen mit MiFID II? 

Äußern Sie gerne Ihre eigenen Erfahrungen mit MiFID II und der steigenden Regulierung in den Kommentaren dieser Galerie.

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