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VuV-Vorstand kritisiert undifferenziert steigende Anforderungen durch MiFID II

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VuV-Vorstand kritisiert undifferenziert steigende Anforderungen durch MiFID II

Der Vorstand des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter (VuV), Andreas Grünewald, kritisiert die Politik und Finanzmarktaufsicht wegen undifferenziert steigender Anforderungen durch MiFID II. 

„Im Interesse einer breiten Angebotspalette und um die individuellen Ansätze der bankunabhängigen Anbieter nicht aus dem Markt zu treiben, plädiert der VuV für eine dezidiertere Berücksichtigung der Proportionalität“, sagt Grünewald im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Politik und Aufsicht müssten endlich handeln. Vermögensverwalter würden inzwischen bei der Regulierung wie große Banken behandelt. „Dabei ist die Relevanz immens unterschiedlich. Der typische Vermögensverwalter ist schon im Vergleich zu einer kleinen Bank ein ‚Nano‘, also kaum relevant und darf nach unserem Verständnis nicht wie eine kleine Bank reguliert werden“, begründet Grünewald.

Die Verhältnismäßigkeit muss stimmen

Beispielsweise sei für viele kleinere Unternehmen die komplette Aufzeichnung der Kundengespräche einfach nicht möglich und nicht zu stemmen. Gleiches gelte für die mögliche Dokumentationspflicht für jede einzelne Order, die man für jeden Kunden möglicherweise individuell rechtfertigen müsse. „Leider äußert sich die BaFin in vielen Fragen noch nicht klar genug – und das wenige Monate vor der Umsetzung von MiFID II“, bemängelt der VuV-Vorstand.

Der VuV werde darauf reagieren und sich in vielen Fragen positionieren beziehungsweise die offenen Punkte im Austausch mit der Aufsicht klären. „Wir begrüßen eine gewisse gestiegene Regulierung, mehr Transparenz und Kundenschutz bei der Dienstleistung und bei den Produkten. Aber dies muss alles im Rahmen und mit einer gewissen Verhältnismäßigkeit und mit Augenmaß geschehen. Ansonsten bringt die Summe der zahlreichen Verschärfungen insbesondere bei den Prozessen und der Dokumentation unter MiFID II das Fass regulatorisch zum Überlaufen.“

Vermögensverwalter müssen entscheiden, ob Geschäft noch lohnt

Für Grünewald steht fest, dass der steigende Druck unter MiFID II die Landschaft der Vermögensverwalter nachhaltig verändern werde. Die Hürden für Kunden werden größer und Vermögensverwalter würden insgesamt mehr Assets benötigen, um weiterhin wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten.

„Deswegen werden sich viele kleinere Vermögensverwalter entscheiden müssen, ob sich ihr Geschäft noch lohnt oder ob sie sich zusammenschließen oder unter ein Haftungsdach treten möchten. Der VuV bietet im Rahmen dessen eine Plattform an, bei der man anonym nach potentiellen Käufern oder Fusionen suchen kann“, so Grünewald.

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