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Warum Nicolas Walewski in seinem Milliardenfonds auf französische Autobauer setzt und BMW verkauft

Warum Nicolas Walewski in seinem Milliardenfonds auf französische Autobauer setzt und BMW verkauft

Innerhalb des €2,6 Milliarden großen Alken Fund European Opportunities hat Nicolas Walewski, Gründer und Portfoliomanager bei Alken AM, jüngst einige defensive Werte hinzugefügt. Nichtsdestotrotz sei er davon überzeugt, dass sich aktuell mehr Value in zyklischen Titeln finde. „Die meisten defensiven Sektoren, insbesondere Basiskonsumgüter, sind im Vergleich zum Markt überbewertet – aber es gibt ein paar Ausnahmen“, erklärt Walewski im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Der Fonds verzeichnet derzeit ein Übergewicht von knapp 17 Prozentpunkten im Sektor Nicht-Basiskonsumgüter. Innerhalb des Sektors findet Walewski vor allem Automobilhersteller sehr interessant. „Diese Unternehmen sind Regionen ausgesetzt, die ein hohes Wachstum bei den Autoverkäufen verzeichnen – Peugeot und Renault haben beiden kürzlich ihre Marke neu ausgerichtet und mit einer angemessenen Pricing Power ausgestattet – entsprechend sollte der Sektor stabil bleiben“, so Walewski.

Die französischen Automobilhersteller seien preisgünstiger als beispielsweise deutsche Hersteller. Renault (7,37%), eine der Top-5-Positionen im Fonds, wird am Markt mit sehr niedrigen zukünftigen Erträgen gesehen, doch Walewski teile die Ansicht dieser Marktvorhersage nicht. „Ich glaube, dass die Aktien mit eines der höchsten Renditepotentiale im Stoxx Europe 600 hat.“

BMW wurde aus Portfolio genommen

Der französische Markt habe insgesamt einige Verbesserungen in der Produktivität gesehen. Dies begründe unter anderem das Fankreich-Exposure (rund 45%), beziehungsweise das hohe Übergewicht des Fonds in Frankreich. Zudem glaube Walewski, dass Frankreich in den vergangenen zwei Jahren von vielen Investoren ignoriert wurde. „Deshalb haben wir eine Reihe interessanter Wetten in unser Profolio aufgenommen.“

Auch Peugeot ist eine der größten Positionen und mit 8,84% im Alken European Opportunities gewichtet. „Französische Automobilhersteller sind aktuell definitiv eine interessante non-konforme Wette, da die Aktien niedrig bewertet sind“, so Walewski. In der Vergangenheit beinhaltete der Fonds auch eine BMW-Position, doch inzwischen habe sich das Fondsmanager-Team umentschieden, sodass diese nicht mehr im Fonds enthalten ist.

Performance-Treiber im vergangenen und im laufenden Jahr  

Seit Beginn des Jahres sieht Walewski eine angemessene Aufwärtsentwicklung bei Aktien, welche eine entsprechende Ourperformance erzielt haben. „Aufgrund der aktuellen Marktumgebung sind Investoren mit Aktien besser geschützt als mit Anleihen“, ist Walewski überzeugt. Die Volatilität werde Anleiheinvestoren mehr treffen als Aktieninvestoren. Außerdem seien Aktien günstiger, obwohl sie mehr Value aufweisen.

Zudem erwartet Walewski für 2018, dass Banken keine allzu guten Investmentchancen bieten, weshalb der Bankensektor auch mit knapp 17 Prozentpunkten im Portfolio untergewichtet ist. „Ich denke, dass Banken insbesondere in Europa nicht von einem Zins-Szenario profitieren werden – auch nicht wenn diese steigen.“ Diese Ansicht beruhe auf der Beobachtung, dass die aktuelle wirtschaftliche Erholung in Europa nicht dazu geführt habe, dass Unternehmen sich vermehrt verschulden.

Die großen Performance-Treiber im Jahr 2017 waren die nach wie vor im Portfolio enthaltenen Positionen Glencore (4,93%) und Wirecard (9,73%). „Beide Titel sind noch immer unter den Top-Positionen des Fonds und Wirecard ist inzwischen seit zwölf Jahren im Portfolio – auf lange Sicht wollen wir daran auch nichts ändern“, fasst Walewski zusammen. Das maximal mögliche Exposure eines Titels ist bei 10%, - somit ist Wirecard nah an dieser Grenze.

Das vergangene Jahr war allerdings noch gepägt von der Performance in 2016, - der Fonds verzeichnete €100 Millionen Abflüsse der Assets. Zum neuen Jahr vereinnahmte die Strategie bereits €30 Millionen Netto-Zuflüsse - weitere Zuflüsse werden erwartet.

Der Alken Fund - European Opportunities erreichte im vergangenen Jahr, bis zum 28. Februar 2018, eine Performance von 21,5% und belegt entsprechend den dritten von 394 Rängen im Citywire-Sektor Aktien - Europa.

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